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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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CLVI
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Thieren Se-hurt,

clöj Von mancherley wunderbaren Sachen/Dieweil dañ drey ding ſeind/ ſo auß den Thieren geboꝛen werdẽ/ nemlich ein ThierEy vnd Wurm/ hat allein der Wurm ein Geburt/ ſo auß der faulung entſtehet: dannich wolte nicht bald ſagen/ daß ſonſt etwas auß der feulung geboꝛen wurde/ wie auch A-riſtotelis meynung geweſen. Darumb was auß feulung entſtehet/ das kommet von denWuͤrmen her/ ob wol daſſelbig nicht Wuͤrm/ ſondern Fiſch /oder Vierfuͤſſige Thier

oder Schlangen/ oder auch Voͤgel weren: dann der Thieren vrſprung kommet von ſol.

Dann wie ein Werckmeiſter zum aller erſten/ ein vngefoꝛmieret Bild bereitet/ dem-nach erſt alle Glieder recht abtheilet: Alſo machet erſtlichen die Natuͤrliche hitz einesWurms geſtalt/ vnd auß demſelbigen ein jedes Thier. Es kommen auch der vollkom-menen Thieren junge/ ſchier alle auff ſolehe weiß herfür. Dann die Natuͤrliche wer-me hoͤꝛet nicht auff zu wircken/ biß ſie dieſes/ ſo ſie angefangen/ vollbracht hat/ ſie werdedenn durch ein treffenliche duͤrꝛe verhinderet. 3 a

Nun entſteht auch ein Frag/ Ob die kleinen Thier/ welche vaſt der anderen Speißſeind/ vmb der anderen willen geboꝛen ſeyen? Es laſſet ſich anſehen/ alß wann dem alſowere/ wie es auch mit den Gliederen an vnſerem Leib zugehet. Dann ettliche Glieder

chem mittel her/ darumb moͤgen alle Thier alſo geboꝛen werden.

ſeind von wegen der Leberen/ etliche von wegen des Hirnes/ vnd Hertzens gemachet.Doch nicht alle von wegen des einigen Hertzens/ ſondern ein jedes von ſeiner ſelbs wegẽ.

Alſo ſeind vaſt alle Thier von wegen des Menſchen⸗Delphins/ vnd Adlers. 5Wie aber auch der Delphin oder Adler ſolt vn des Menſchen willen gemachet ſeyn-

mag ich nicht verſtehen:doch iſt der Menſch herꝛlicher denn alle andere/ vnd erkennet al-

le ding/ wie das Hertz im Menſchen/ auch das Hirne vnd die Leber kennet. 2Darumb ſeind die Glieder den Thieren/ ſich zu ſchirmen/ gegeben/ ſolliches vmbderen willen/ von welcher wegen ſie nicht geboꝛen ſeind/ vnd nicht vmb deren/ vmb welli-

cher willen ſie woꝛden. Die anderen haben etwas/ damit ſie der erſten ſchutz vnd ſchirmvmbkehꝛen: des halben lehꝛet auch die Natur/ daß ſie ein groſſen ſehꝛecken den anderen

bꝛingen. Alſo erſchꝛecken der mehꝛtheil Vierfuͤſſiger Thier ab des Loͤwen ſtimm/ vnnd

foͤꝛchten den Adler oder Delphin nicht. Die Fiſch aber den Delphin /wie auch die Voͤ-

gel des Adlers ſtimm vnd ſchatten foͤchten. 5Ditäergleichen gehet es auch vnder den Schlangen zu. Dann es haben die Thier vie-

rerley vnderſcheid/ die nicht vaſt zuſammen ſtimmen oder mit einander ſtreiten/ nem-lich die Vierfuͤſſigen/ Schlangen Fiſch/ vnd Voͤgel. Es hat aber auch ein jede art jh-ren Koͤnig/ ohn zweiffel haben die Vierfuͤſſigen den Loͤwen: die Voͤgel den Adler(wie-wol auch deren mancherley arten ſeindt) die Fiſch oder ſo in Schalen ſeindt/ den Del-

phin/ vnd die Schlangen den Boa. c iDoch ſeind vns der Schlangen art nicht wol bekanndt/ dieweil vnſer Natur von ſh-nen ein groß abſcheuhen/ vnd ſie in den Wuͤſtenen leben. Es kommet aber ſollicher Vy-ſpꝛung in dieſen entweders von den krefften/ oder von dem Adel/ oder von der groͤſſe her

Ein Loͤw vbertriffet an den krefften einen Elefandten an Adel vnd groͤſſe. Alſo vbertrif-

.

fet ein Regulus oder Kuͤniglein alle Schlangen/ ob er wol klein iſt. 5

Darumb iſt nicht ſo gar vngereumpt/ wann man ſchon in einem jetlichen viel anfengſtellet/ alß in dem Menſchen das Hertz Hirn/ Leber/ Augen/ Ohꝛen vnd Hoden. Hieſieheſt du ſechs anfeng/ da je einer anderſt iſt denn der ander/ da auch keins vmb des an-

deren willen gemachet iſt/ ſondern ein jedes von des Menſchen wegen..ie

Was wolte denn moͤgen hinderen/ daß in dieſem groſſen Thier der Welt auch viandere fürneme Thier weren/ alß nemlich vnder den Fiſchen/ der WalfiſchDelphin/vnd Orcas/ ob ſie wol nicht einerley art ſeinde Darum ſeind alle Thier/ vmb ſhꝛen ſelbswillen gemachet. Aber die vnachtbaren auch von wegen der Achtbaren vnd Edlen. DieEdlen aber vmb jhꝛet/ vnd nicht vmb anderer willen. 5

Alle aber ſeind vm̃ des Menſchẽ willen geſchaffen/ doch mit dem verſtand/ daß er allen

fürgeſetzet-