Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
Seite
CXCIIII
JPEG-Download
 

creiij Von manch erley wunderbaren Sachen/ders von einem Geſchwer/ alß dann iſt der ſchad vaſt vnheilſam/ vnd geſtehet jhnen derharn/ vnnd werden die ohꝛen kalt: Welches denn ein gemein zeichen an den Roſſen iſt/die das Feber haben. Fürnemlich wo jhnen zu helfen thut jhnen ein zweyfache Leſſewol/ alſo daß man viel Bluts herauß lauffen laſſe. Wañ aber dieſes von blaͤſtẽ entſteht-muß man ſie wol mit oͤl beſtreichen: dann wann man recht zu den ſachen thut/ ſterben ſienicht. Vnderweilen werden ſie verſtopffet/ vnd geſteht jhnen der Harn/ alß dann kom-met man jhnen mit den clyſtieren zu hilff: vnnd wann dieſes nicht helffen will/ ſoll manLauch mit Frantzoſiſcher ſeyffen hineyn trucken/ vnnd demnach ſchnell die gaͤhen reynhinab fuhren: Wann nun der Leib purgieret/ vnnd der Harn noch nicht von ſtattenwill ſoll nan Knoblauch vnnd Wantzen oder Wentelen zerſtoſſen/ vnnd deren außge-atruckten ſafft yhnen eyngehemen n 8Es hilfft auch wol zur ſach/ wann man jhnen Beyungen machet bey den Hoden/auß Kreſſig/ D. Peters kraut/ vnd geſottenen waſſer. Wann dieſes auch nichts helffenwill/ ſoll man ein junge Mehren oder Stuten nah darzu binden. Dann wann fich diehitz in den gliederen mehꝛet/ vnnd der Schwantz geſtehet/ werden die oͤrter weiter/ vnnddie feuchte von wegen der werme zertheilet/ vnnd alſo das Roſſz auß geilheit angereitztvnd bewegt daß der Harn gehen wirdt. Gleiche rechnung hat es mit denen/ welche vonwegen des verhaltenen verſtopffens kranck ſeind/ oder ſonſt einer vꝛſach. Wann aberdieſes von einer vndawigkeit entſtehet/ ſolt du hm Wein mit Pfeffer vnnd kuͤmmeleyngeben. Gemeingklich fallen ſie in dieſe kranckheit/ wann ſie nach der hitz in einemHalten oꝛt ſtehen/ oder kalt waſſer trincken: oder wann ſie nach dem kalten waſſer ſchnellgangen ſeind/ etwan auch wann ſie viel Gerſten oder Weitzen gefreſſen haben: alſo magIhnen ohne dieſe nichts ſchedlichers ſeyn/ darumb ſie auch gemeingklich gar bald ſterbẽ.Auß dieſen vꝛſachen gemeldeten Arzneyen wirdſt du leichtlich die vberigen erkennenvnnd heilen moͤgen. i i 3

Able Es hat ein Roſſz fuͤnfferley Stiſien/ mit welchen es ſein Affeeten vnnd Anligen zu

*

langen ſchꝛey laßt/ vnd doch nicht offt/ vnd die ſtinm zu letſt etwas ſtercker iſt ſo ſchlechtes hinderſich/ doch vnſchedlich. Wann es aber ein lang geſchꝛey fuͤhꝛet/ welches zu letſtetwas nachlaſſet/ begeret es vnd ruͤffet ſeinen Geſellen/ oder der Mehyꝛen/ bey welcher esſein geilheit vollbꝛacht/ vnd ſchlecht nicht hinderſich/ darumb ware Darius nicht wir-dig daß er zum Koͤnig ſolte erwehlet werden: dann diefes geſchꝛey hatt ein andere art anhm. Wann es ſchmertzen leidet ſchꝛeyet es nicht: ſo es aber ſehꝛ geengſtigei wird/ laſſetes ein ſeufftzen mit kleiner ſtim̃. Wañ es ein kurtzen ſe chrey laſſet/ zeigt es ſeinen zoꝛn an-alß dañ laſſet es die Ohꝛen nider: zu zeitẽ hat es ein heiſſere ſtim̃/ die vaſt allein zu d Na-8 ſen außgehet/ vnd iſt eines Loͤwen bruͤlen gleich/ mit welchẽ es ſein foꝛcht anzeiget. Wañes ein gut Roſſz iſt/ſo ſehlecht es in dieſen beydẽ anfechtungẽ vm̃ ſich. Wie es aber in dezorn die Ohꝛen niderlaſſer gegen dem palß alſo richtet es die in der foꝛcht auff/ vnd ſitt/cket ſie für ſich. Alſo haſt du die ſtimmen der fürnemmen anfechtungen/ nemlich delFreud/ Begierd⸗ Zoꝛn/ Schmertzen/ vnnd Foꝛcht: wirdſt alſo in dieſem nicht betro-gen: dann es ſonſten kein anderen mangel hat. 5ahl Ehe dann du die Ochſen auff den weg treibeſt/ ſolt du jhnen das Horn zu vnderſt mitweichem pech ſalbẽ/ damit ſie daſſelbige nicht zerſtoſſen. Wann du aber den jungen jiHenner unt warmem Wachs ſalbeſt/ magſt du ſie fo mieren nach deinem gefallen.So bald ein Rind oder Ochs anfahet kranck zu ſeyn/ ſo gib jhm gleich ein raw hůnetEy zu freſſen. Am nachfolgenden tag zerſtoß einen groſſen Knoblauch in einem holtze-nen geſchre! vnd verſchaff daß er diefen in einer halben maß Weins hinab ſehlucke/ osmuß ſich der Ochs in die hohe richten/ vnd auch der ſo jhm dieſes gibt/ hoch oben ſtehn.Dieſes ſoll dem Ochſen nuͤchter gegeben werde. Wañ ſie Blut harnen/ welches den hePeſtilentz/ it dieſes ein gewiſſe Arz ney: Nin der roten Faſelen oder Welſchbonẽ 9 ä

verſtehen gibt. Wañ es froͤlich vnd laut ſehꝛeyet/ zeigt es ſein freud an. Wañ es aber ein