Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
Seite
CCLXVI
JPEG-Download
 

eclrbʒ Von manch erley wunderbaren Sachen/nicht alſo behutſam/ ſonſt hette Ariſtoteles die Anthien vaſt vnbeweglich vnd blind ma-chen muͤſſen/ alß die Schnecken/ wañ man ein rechte vergleichung thun ſolte. Dieſes iſtaber keines wegs wahꝛ/ alſo daß der Anthias auch ſeinen gefangene Geſellen durch an-hangung zu erloͤſen vnderſtehet: dann er hat gar ſcharpffe Graͤdt/ alſo daß er das Garndarmit zerhawet/ ſieh ſelbs der gefangenſchafft erledige. Es iſt der Anthias auchnicht der Planẽ fiſchen art/ wiewol er breit/ vaſt von dẽ kopff biß zu dem Schwantzein gantz gefider auff dem Rugken heae er..Es ſeind deſſen viererley art/ vnnd ein ſolliche anzahl/ daß man in dem 1 54. jar-dieſe in dem Nardonenſiſchen Gallia hat in die Erden vergraben muͤſſen/ weil man ſieFaber ein weder eſſen noch eynſaltzen hat moͤgen. In dieſer art iſt auch der Faber vnd Gallus oderSeb. Han, wellicher/ ſo er gefangẽ wird/ wie ein Saw ſchꝛeyet: er hat auff dem Rugken lan-ge vnd auffgeſtreckte geftder/ wie des Hanen ſchwantz iſt: die ſeiten an jhme ſeind gold-farb/ mit ſehwartzen flecken gezierert.5 1eue Alſo iſt auch die Eitharenſoder Harpffen/ wellicher/ wie die Harpffen/ geſchꝛencktee ſtrich an hm hat/ wiewol er geſchůpet iſt. Dieſem iſt vnder allen Planen die Zung alleingeloͤßt. Dieſer iſt einer Harpffen noch gleicher/ wellichen man in dem roten Meer fin-det. In gemein ſeind ettliche fiſch bꝛeit/ ſo die Augẽ zu beyden ſeitẽ habẽ/ alß die Auratẽvnd Goldfiſch/ welche auffrechtig in dem Meer daher fahꝛen· die anderẽ fahꝛen fürſich-alß die Toꝛpedinen Rochen/ wellichen die Augen zu voꝛderſt ſtehn/ iſt das Maulgleich weit von den Augen: die anderen fahꝛen vberzwerch/ alß die Rhomben/ weil dieAugen nicht gleich weit von dem Maul ſtehen. 8 8 3

Sie ſeind auch mancherley geſtalt zuſam̃en geſetzet/ ettliehe habẽ das Netze/ alß dieſeſeind ſo athmen/darzu Nieren vnd Blaſen dann weil ſie warmer Natur/ haben ſie vielweſſeriges Geblüͤt/ vand alſo das Blut auch. Es werden auch weder gefider noch ſch/pen darauß /darum̃ muß es nohthalben ſonſt von jhnẽ/ darzu bedarff man aber der Nie -ren vnd Blaſen: die Nieren ſeind in dẽ Fiſchen zertheilet/ wie auch in Kindern/ dañ dieſchwache werme mag ſonſt die weſſerige feuchte weder verdewẽ/ noch von einander ſoͤn-deren. Es hat aber kein gefiderter noch ſchuͤpechtiger/ noch die ſo mit ſchaalen bedecket-Nieren/ deñ allein die Schnecken/ wiewol man an ettlichen ſolches nicht wol vermet-cken mag: Dañ weil die Voͤgel wenig trincken wenden ſie alle weſſerige feuchtigkeit/ ſoverdewet/ zu den federen/ darumb ſcheinen die federen an Voͤglen/ die Haar aber an denvierfuͤſſigen Thieren nicht. Die Voͤgel trincken aber darumb wenig/ weil ſie kein Blaſen haben: dann die eyngeſchloſſene feuchtigkeit/ wurde ſie etwas an dem flug gehinderelgaben Was aber der Nieren manglet hat auch kein Blaſen. Ob aber wol die Vogel5 kan Blalen beben ſedoch ewasſode dedglechfcrmg st bekonten. Doch vaßchte man durch ein Blaſen micht nur ein ding. Daf alle Fiſch/ ſonderlich dien flieſſendenWaſſeren lauffen weil ſie in einem ſchwecheren Waſſer wohnen/ haben ein 9170bolgnen, voller Lufft it! vnd nach des Leibs pꝛoporz groͤſſer deñ die Meerfiſch. Die Lollginen haben Dinten bey ihnen/ vnd ein Maul/ ſo an dem einen oꝛt einer federen/ am anderen ei-nem Schꝛeibmeſſer gleich iſt darum wird er von den Venedigeren biſcis calamaris:d-iſt:ein Calamarien oder Schꝛeibfiſch genennet. Dañ alſo heiſſen ſie in jhꝛer Spꝛaclein Schꝛeibzeug: es haben die Sepien auch Dinten.polypen. Sonſt haben die Polypen vnd vielfuͤſſigen Blackfiſche ein wunderbare Geſtalt /Kben/ Sitten an jhnẽ:dieſe alle zu gleich ſind blutloſe Thier eines kurtzẽ Lebens/ vwird doch der Polypus zimlich groß/ vnnd vaſt ſtarck. Sein geſtalt iſt wie der Araneenvnd Meerſpinnen/ wann ſie am groſten/ mag man ſie mit den kleinen vergleichen. Ihleib iſt den Meerkůͤrbſen nicht vngleich/ mit acht fuͤſſen/welche vaſt alle weich/ mangletjhnen doch kein empfindelichkeit: ſein huͤrnt Maul iſt des Pſittachen oder Pappegey en ſchnabel nicht vngleieh/ in welchem ein groſſe ſtercke/ vnd iſt das oꝛt/ da er de

Wuſt jhm tzut/ nicht wen von dem Maul. Die fůß ſind mit einem doppleten 1

20