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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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CCXCVIII
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Maßis Hart.

kranckheit vnd boͤſen Frantzo

alß wann es etwas hemliches vmb das Dienſchlich leben wererwann ich aber hinderfieß

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eerebtij Von maucherley wunderbaren Sachen/

Fablen nichts doͤꝛffen darvon anziehen/ wie man denn viel dings von Thyaneen 8-+F

dichtet: doch iſt gewiß daß nichts ſe chwerers von wegen des groſſen Laſts zu thun.Wie gehet es aber zu/ dieweil er gantz kaal vnd glatt/ daß er ſo ein dicken vnnd langenBart hat? was iſt für ein gewiſſer zeichen ſeiner treffenliehen werme? zwar nicht allenwerme/ ſondern allein des Geburt glieds. Solliches zeiget an/ daß weder den Kindernnoch den Weyberen/ noch den Verſchnittenen der Bart wachſet: auch an keinem an-deren oꝛt denn am Kinne. Wann den Verſchnittenen einer voꝛhin gewach ſen/ ſo blei-bet er/ aber(wie geſagt)wach ſet ihnen kein anderer. Wann nun einem der Bart außfe/let/ iſt ein anzeigung daß ein mangel bey dem Geburtglied iſt/ alß in der Indiſchenſen. Wann aber einem auch das Haar im Haubt außfal-let/ zeigt es die Schwindſucht vnnd abnemmen des gantzen Leibs an. Wann aber dasHaar an dem Haubt allein außfallet/ zeiget es ein treffenliche troͤckne des Haubts vndHirnes an/ vnnd dieſes gleich am anfang/ vnnd darumb iſt ein treffenliche empfindt-lichkeit in allen Sinnen vorhanden. Alſi v auch wann einem allein der Bart graw wird -zeiget er ein ſchwachheit des Geburtsglied an/ vnnd daß man nicht mehꝛ wol der Liebepflegen mag. Alſo wañ allein das Haar graw/zeiget es Soꝛg/ ſchwachheit des Hirns/1 10 foꝛcht an. Wann aber beyde graw ſeind/ zeiget es das alter vnnd kelte des gantzen Leibs an. i 5 8 fEs laſſet ſich auch anſehen alß wann alles das dem Menſchen begegnet/ dem Men-ſchen ſelbs zugehoꝛe/ vnd nicht dem Leib oder Gemůt allein. Wann einem der Leib wee

thut/ iſt nicht der Leib/ ſondern der Menſch kranck: iſt das Gemuͤt traurig/ ſo iſt füt-

war der Menſch traurig. Alſo iſt es auch mit dem Verſtand. Ich rede aber von denen

begierden vnnd anfechtungen/ ſo mit einer erkañdtnuß geſchehen: dann ob die vberigenauch alſo ſeind oder nicht/ ſoll vns wenig kuͤm̃eren noch angelegẽ ſeyn: darumb wañ derMenſch gantz beſchweret/ kommet doch der anfang offt von dem Leib/ alß in kranckheſ-ten/ etwan von dem Gemüt/ alß in Traurigkeit vnd Foꝛcht: etwan von beyden/ alß inſchlafen vnnd wachen Deshalben wol hie zu fragen/ dieweil der Weiſeſte⸗ Thorechli-geſte/ Froͤmmeſte/ Bote/ Sterckeſte/ Schwecheſte⸗Gluͤckhafftigeſte/vnnd Vngluͤchafftigeſte/ vnd alles anders nur einer iſt/ ob die ding alle zugegen/ oder gar nicht? danſtdas etwas voꝛhanden/ vnnd etliches nicht/ iſt nicht billich. Es moͤgen auch nicht mehdenn dieſe vier Vnderſcheid ſeyn: dann die Weißheit vnnd Thoꝛheit gehoͤꝛet zu deßGemuͤts vnnd der Seelen Subſtantz. Zu deren qualitet vnnd eigenſchafft die Frokeit vnnd Boß heit: dann zu der fromkeit gehoͤren alle Tugendt: zu der Boßheit alle la-ſter. Ju des Leibe eigenſedaßfcgebarct ſterckevnnd ſchwachheit zuwellichen geſund,heit⸗ kranckheit auch die Sinnreiche vnnd toller verſtand gehoͤꝛet. Die ſchoͤne geſtalaber/ iſt ein frembde gutthat/ vnnd nicht eines ſelbs eigen: die glůckſeligkeit vnnd vn-gluͤckſeligkeit begreifft alles das ſo zu dem Gluͤck gehoͤꝛet. Es iſt aber das groͤſte in demob es warlich alſo ſey/ oder nur ein Traume dann wann ich gegenwirtige vnnd auch;.kuͤnff ige Sachen bedencke/ alfß Hoffnung/ Foꝛcht/ Handlungen/ laßt es ſich anſehen

ſihe vnnd gedencke an die ding ſo voꝛ langem vergangen vnnd ſchier vergeſſen/ es keinTraum oder Schatt(dañ dieſes iſt auch Age eben 16 1 55ten. Ich hab nechſtmals zwen Vbeltheter geſehen/ die man zu dem Tod geführt: wet,che ſich anſehen lieſſen alß wurdẽ ſie dieſen Mannlich vnd vnerſchrockenlich leyden) wi,ſie nun ſterben ſolten/ wie der Brauch/ rauneten ſie dem Prieſter etwas in die Ohg,welches ſie vieleicht für groß hielten: den Zuſeheren aber war es ein Fabel. Ich wi 50der Goͤttlichen ſachen geſchweigen/(dann ſolliches weißt Gott wie ſie ſeind) vnn 1 aallein von Menſchlichen hendlen. Was nun dieſe fur groß hielten/ aehteten wir n 72trachtung gegenwertiger zeit/ gar nieht: ja es war auch etwas der gleichen. Es werde

auch andere M enſchliche ding/ ſo etwas groͤſſer/ alſo ſeyn/ wiewol wir etwan auß 5 5

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