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Das Achte Buch. ccckeix
Des falſcht betrogẽ werds. Welches auch glich auß friſcher Gedeeh tnuß für etwas ge-
alten/ wird mit der zeit/ wan man ſeiner vergeſſen/ gar zunicht. Man ſoll auch nicht
darfür haltẽ/ wañ etwz verdirbt/ weil es nicht mehꝛ voꝛhandẽ/ alß ob es nie geweſen were.Es iſt ein jeder gemeiner vnd offentlicher Tod vaſt grauſam/ vnd dieſes vmb fuͤnf-ferley vꝛſachẽ wege. Zum erſten/ daß er auß langer betrachtung die Leut plaget/ alſo daß
Gemeiner
tod grau-ſam.
ein tag von wegen des kum̃ers für hundert jar gehalten/ ſie ſterben auch hundert oder
kauſendt mal ehe denn ſie ſterben. Demnach bedenck der Gefengknus vnflat/ die Bandand arbeitſeligkeit/ voꝛab wann etwan ein marter vnnd examinierung darzu kommet.Demnach die ſcham/ weil man jhn fuͤhꝛet/ von wegen ſeines vergangenen Lebens.Darzu kommet denn erſt/ daß er mit geſundem vnnd friſchem Leib ſterben muß. Zuletſt
die Gedechtnuß der Schand/ die zu den Nachkommenden reichet/ alſo daß niemand
wolte/ daß man deren eyngedenck/ weder dieſer ſo den ſeinen feind iſt. Solliches bege-net allenſamen/ wann man einem ſchon nicht groſſe marter anthut: welche aber eines
auſamen Tods ſterben/ haben ſo viel ein ſchwerer end. Darum iſt dieſer vnd auch derKinderen Tod/ weil ſie vns der Nachkom̃en/ der im̃erwerenden hoffnung beraubet/ die
groͤſte arbeitſeligkeit in Menſchlichen ſachen:doch haben ſolliche viel/ welche auch nichtFhiloſo phi geweſen/ gedultigklichen gelitten. Merck aber wie dieſes zugangen.te GHemuͤt gantz vnnd gar. Ihꝛen viel nennen dieſe den Teufel oder Boͤſen Geiſt:dann ſiemachet daß man groſſe ding vnderſtehet/ vnnd treibet zu allen ſchanden/ alſo daß vielſo ſolliches vollbringen/ wie vnſinnige Leut darzu gereitzet werden. Eben dieſe feuchteilfft wunderbarer geſtalt den Todt vnnd Marter zu leiden: darumb ſeind jhꝛen viel
nicht ſo wol des Tods wirdig/ alß etliche vermeynen. Es ſeind aber die Fuͤrſten gar
ſlefflich/von wegen jhꝛer ſelbs ſicherheit/ daß ander Leut ein Exempel voꝛ Augen habẽ:oeh fehlen ſie weit/ dann dieſe ſo einer feinen vnd mittelmeſſigen Complexion/ werdenvon viel boß heiten abgewendet Dañ ſie gedencken nicht vber ihꝛe krefft zu vollbꝛingen.Welche aber dergeſtalt vnſinnig/ werden nicht mehꝛ durch dieſe ſtraffen bewegt/ dannwann ſie ſehen/ daß ſie nicht litten /ja jhꝛ vnſinnigkeit wird erſt erbitteret/ vnd alſo mehꝛangereitzet. Darumb begibt es ſich bey vielen Voͤlckeren/ da ringere ſtraffen/ daß mande eee auch vnmenſchliche ſtraffen/ ſeind auch groͤſſere La-
ſter. Darumb were nutzlicher/ wann man die ſchuldigen in langwerender Gefengknuß
plaget( dann dieſe feuchte wird mit der zeit verzehꝛet/ vnnd erkennet der Vbeltheter ſein
Schuld vnd Straff) denn ſie alſo mit einem grauſamen Tod abthun. Ich komm
Es iſt ein feuchtigkeit in vns/ welche wir ein Melancholey oder ſchwartze verbrenn⸗ Bach derallen nennen/ wann dieſelbige wuͤtet/ vnnd das Hirn gar beſitzet/ verkehꝛet ſie das Marten
3 9 wider auff mein Philoſophey. Wañ nun zu beyden ſeiten die ziel geſetzet Menſch-
ches ſtahts/ nemlih ein offentliche ſtraff/ vnnd die hoͤchſte gluͤckſeligkeit(von welcher
etz etwas ſagen will) fragt man billich/ ob etwas daran gelegen/ wann du etwas ge-wiſen⸗vnnd aber nicht mehꝛ biſt/ das du voꝛ geweſen. Dann wann du es noch biſt/ wirdjemand daran zweifflen/ auch von vntoͤdtligkeit der Seelen wegen: wie wol auch vonDim mancherley meynungen vorhanden/ welche im Buch von dem Troſt erzehlet.an auß Virgilij meynung/ laſſet es ſich anſehen/ alß wann die Gedechtnuß vergangenes jamers nützlicher ſeye/ da er ſagt: JJJJJFCCC.O lieben Freund wir leiden nohta Gott mag ſolchs enden frů vnd ſpot:Vieleicht wird es vns troͤſtlich ſeyn/S SGedencken an vergangne Pein.Doch haltet Auſonius anderſt daruon/ alß er ſpꝛicht:Die Aſch vnd Wuſt beſpꝛeng mit Wein/Solchs laß ein guten G ruch dir ſeyn
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