2 N
debiij Von mancherley wunderbaren Sachen/Daß man aber von Antæi Grab ſagt/ wie deſſelbigen aͤſchen ſo lang einen Regen ge-machet/ biß man ſie widerumb vergraben. Vnd daß bey Troade der Mineruax Heilig-thumb nicht ſolte faulen. Auch in Veneris tempel bey Papho nicht regnen: daß auch bey iden Peloneen ein Bildtnuß geweſen/ ſo gar erſchꝛockenlich/ alſo daß dieſes niemad ohngroſſe Foꝛcht vnnd Schꝛecken anſehen doͤꝛffen: wohin dieſes auch geſehen/ habe es allesbetruͤbet/ vnd mit getuͤmmel erfuͤllet/ iſt zum theil erdichtet/ vnd zum theil auß langemBrauch vnd falſchem Wohn ſeinen Vꝛſpꝛung genommen.Man mag viel dings bey den Abergleubiſchen/ vnd gemeinem Volck/ ſo voll foꝛchtvnnd vnwiſſenheit iſt/ erdencken/ voꝛab in dieſer Kunſt. Es ſagt O ctauianus Horatia-nus/ wann man die Raupen nemme/ welche an den Reben gefunden/ vnnd auß dieſengruͤne geſtalten mache/ ſo lang nicht angeruͤret werden/ daß ſie viel ſeltzames mit denReben anzeigen. Es iſt aber kein vꝛſach hie zu vernemmen/ weil es erdichtet iſt. Dannwas verdirbt/ hat das Leben nicht mehꝛ. Es kommet aber alle geſtalt von dem Leben:entweders von der Welt Seel oder Leben/ oder von des Werckmeiſters/ wie denn allekuͤnſtliche ding ſeind:oder es iſt ein eigen Leben/ welches nach ſeiner eigenen geſtalt hand-85 f let. Es werden ettliche lachen welche Plinium in dem acht vnnd zwentzigſten Buch/ ima an dn vierdten Capitel leſen/ ſo die vꝛſach nicht verſtehn: Wann einem ſeines Streichs von54d oe weitnuß oder an der nehe gerewet⸗ ſoll er an die Hand ſpewen: dann das geſchlagenncht empfnn Thier empfindet alſo gleich ſeines ſchmertzens nicht mehꝛ. Dieſes zeiget er für gantz ge-8 wiß an. Er ſagt auch/ man moͤge ſolehes wol an einem vierfuͤſſigen Thier probieren.a Dargegen wann man vorhin in die Hand ſpewet/ ſoll der Streich etwas herter ſeynDieſes hat zwo vꝛſachen: die eine daß dieſer ſo nach dem Streich voꝛ leid vnnd rew andie Hand ſpewet/ gemeingklich in dem ſchlagen an ſeinem Gemüt ſchwancket/ vnndalſo nicht vaſt hert ſchlecht. Dann auß demſelbigen tryb/ nach vnſeren geduncken/ iſtein groſſer vnderſcheid in den Streichen/ ſo vns heimliche krefft gibt oder dieſelbigenentzeucht. Wann er ſchon nicht ſpewet/ geſchehe dieſes auch: darumb iſt die Jenein zeichen des rewen: die rewung aber des geringen ſtreichs. Die vꝛſach iſt der Vernũfffoffenbar/ aber den Sinnen verboꝛgen. Sonſt iſt noch ein andere vꝛſach/ nemlich diezeit ſo darzwiſchen fallet: dann wann der Streich geſchehen/ muß der ſehmertz abnem-men. Es iſt auch der ſchmertz kein beſtendig ding/ ſondern hat für vnd für ein newe ende-rung vnd zunenñiung/ wie das Fewer: dann dieſes iſt inden Diſputationen von der Artney angezeigt woꝛden. Welches auch offt geſchicht/ wird von den vnerfahꝛnen der Phi-loſophey für ein gewiſſe Regel geoꝛdnet..„Deshalben kommet auch ein Sympathia oder Mitleydenheit vnnd Ktafft desrewenden Gemuͤtes vnnd der Welt darzu/ welches alle ſeine theil zu ſammen hal-tet/ alßdenn wird alles wunderbarlicher vnnd krefftiger/ aber nicht warhafftigerHie iſt wider ein Frag/ Ob auch ettliche ding/ wann ſie getragen/ etwas vermogenealß des Myrti ſteudlein wider die Muͤde/ deren ſo vber Land reiſen/ vnnd der PuneWermut wider den Arswolff/ wie Cato geſchꝛieben. Ich weiß aber gewißlich beSidel fal. daß dieſe gar nichts helffen/ weil ſie kein ſolllche krafft oder gar wenig an Gon gabenlen. Daß aber das Gebluͤt ſo von dem Waſſer gereiniget/ vnnd an der Sonnet, 0doͤꝛet/ vnnd gepulperet/ das Geblůt ſtelle/ weil es auch von einem Menſcher bentmet/ iſt gleublicher/ vnd dieſes auß einer Sympathia/ vnnd Mitleidenden Natn 1Dann die Natur hat ein abſcheuhen/ wann etwas/ ſo jhꝛen gleich/ in ein widerwertigart geenderet wirde.„ 5 oEs iſt auch nicht vngereumpt/ daß die Kinder allein durch das anſchawen dersſen Krotten/ voꝛab ſo auß den Erdhuͤlenen/ oder Greberen kommen⸗ bezaubern 17den/ vnd alſo durch ein vnbekanndte kranckheit ſterben. Es hat aber Varꝛo geſchd e 10wann man viel Krotten in waſſer auff ein dꝛitten theil eynſiedet⸗ vnnd man 1155 1
6
„