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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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DCCXXIX
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Das Ander Buch. 5 decrrir

anderſt haltet/ vnnd von dem Oceano abſoͤnderet. Es iſt aber dieſes wider Pliuty stra-

bonis, Solinꝭvnnd Priſeiani meynung. Doch iſt wenig an dieſem gelegen/ es ſeye oder

nicht: dann es ſeind auch ſonſt Meer/ welche nicht von anderen herkommen/ alß das

Todtmeer/ vnd das Gallileiſche/ welehe wol zuſammen kommen/ vnd doch nicht theil

des Oceani ſeind. Sie ſeind aber beyde geſaltzen/ vnnd welches mehꝛ zu verwunderen-

iſt das Todt bitter/ wie denn die Hiſtoꝛien darmit ſtimmen/ vnnd ligt doch weiter von

dem Sy

riſchen/ welches ein theil des Mediterraniſchen oder Mittel ſrdiſchen iſt/ denn

das Gallileiſch.

Alſo iſt genugſam bekanndt/ daß kein Meer von dẽ Oceano abgeſoͤndert/ deñ dieſes

vnnd das Todtmeer/ welches voꝛ zeyten der Aſphaltiſch See genennet. Doch moͤgen

dieſe wol vnder der Erden durch die Huͤlenen zuſammen flieſſen: des halben ſeind alleMeer ewig/ von wegen des ſtetigen Waſſers/ vnnd nieht des oꝛts/ darzu all wegen ge-faltzen. Alſo ſeind dꝛey ding/ welche die ſalzung erhalten. Der Sonnen hitz/ durch wel-che die Erden verbreñet/ vnd das Waſſer faul wird/ dieweil dieſes nicht darvon lauffet/wie die Fluͤß/ darzu alle Regen empfahet. Dann ein jedes Regen waſſer/ welches von derSonnen erhitziget/ vnd durch langen verzug erfaulet/ das iſt etwas geſaltzen.

Es ſeind aber die See gewiß lich enkſpꝛungen/ dieweil die Fluß von welchen ſie ent-

ſtanden/ jhꝛen anfang gehabt: des halben ob wol dieſe den Regen empfahen/ moͤgen ſie

doch kein geſaltzenen Geſchmack bekommen: darumb moͤgen die See auch nicht geſaltzẽ

*

ſeyn/ es ſeye denn das Erdtrich/ in welchem ſie gelegen/ etwas ges. altzen. Dieſes zeiget derBodenſee an/ welchen man jetz den Con ſtantzerſee nennet. Dann ob wol dieſer an der

groͤſſe etwan einem Meer zu vergleich/ iſt er doch voll ſuͤſſes vnd nicht geſaltzend Waſ-ſers/ dieweil ſein anfang von dem Rhein herko met. Es dienet aber auch des Meers tref-fenliche groͤſſe vnd weite zu ſeiner ſaltzung/ in welchem/ wie auch auff der weiten Erdenmuͤſſen treffenliche groſſe Saltzberg ſeyn. Wann nun das Saltz zerfleußt/ voꝛab durch

des Meers zu vnd ablauffen/ muß das gantze Meer verſaltzen werden.Es entſtehet auch hie nicht ein geringe Frag/ nemlich warumb das Meer alle tag ett⸗ Mara dee

rer zu

lich mal ab vnd zulauffet/ vnd doch nicht ein jedes/ vnd nicht gleicher geſtalt. Dann det ab

Oceanus oder groß Meer/ darnach ettliche theil des Mediterꝛaniſchen/ alß derAdꝛiatiſch Meerſchoß/ da Venedig gelegen/ lauff en paſt alle tag zweymal ab vnnd zu.Es zeiget aber KAloigus Cademuſtus an/ daß das Meer bey Acthio pia oder Moꝛen-

land/ welches Gineghæ genennet/ allwegen in vier Stunden ablauffe/ vnnd in acht

Stunden zu lauffe/ ſo doch die ander in ſechs Stunden ab/ vnd in ſechs Stunden zu-lanffen. Die fuͤrnemeſte vꝛſach jhꝛes ab vnnd zulauffens iſt/ daß die Meer/ ob ſie wol

geſaltzen/ doch das Waſſer vnnd der Lufft nicht wol erhalten moͤgen: Dann wann

ſich das Meerwaſſer nicht beweget/ wird es in den Geſchirꝛen faul/ wie Ariſtoteles be-

zeuget. Das Mediterꝛaniſch aber/ oder das Mittel jrdiſch Meer waſſer/ wird allent-halben durch die Wind eyngeſehloſſen vnnd mehꝛ getrieben/ darumb faulet es nicht.

Wie aber dieſes durch das Geſtirn vnnd den Mon beweget werde/ haben wir in derAſtronomey angezeiget. Darumb bewegen ſich alle Meer/ welche des gantzen Naturau jhnen haben/ alß der Oceanus von Auffgang in Nidergangt daß es iſt vaſt wie einElement/ vnd wird von dem Geſtirn getrieben. Welche nun gegen vber an de Oceanogelegen/ werdẽ auch alſo bewegt. Welche aber beſeytz ſeind/keines wegs F alß das Medi-

terꝛaniſch vnd Rotmeer/ ſo gegen Mitternacht ſeind. Dañ wañ die oꝛt dermaſſen gele-

gen muß d lauffen den waſſerd tryb Auffgag in Nidergang etwas gebꝛochen werdẽ.Daß auch die Meer durch de Mon getribẽ werde/ zeiget die groͤſſe des ab zulauffensin de Newen vollen Mon an/ dar zu Ih: kleine in den quadrante vnd viertheile⸗ Auchh Auffgaͤg Abgang/ wañ der Mon zu der mitte des Himels kommet. Auch jhꝛ wach-ſung gegen dem Geſtirn vber/ vnd die zeit der Revolution/ welche ſonſt fuͤnff vnd zwen-big Stund iſt/ zu welcher zeit der Mon von Auffgang wider in den Auffgang 85 08 f iewei

lauffet,