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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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DCCLXX
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declrx Von den Subeiliteten/

von der Natur mangel rede.) Es iſt aber das Erdtrich nicht alſo/ vnnd fehlet die Natusnicht von jhꝛen ſelbs/ ſondern von wegen der Mater. 5Eſels mileh hat von wegen des Thiers natur/ wenig Keß in jhꝛen/ darumb purgiert1 mech tig/ vnd iſt geſundt. Dañ die Milch hat ſechs theil/ alß Srhaum/ Feißte/ But-

ker/ Keß/ Coloſtrum: das iſt/ die dicke Milch nach der geburt/ vnd Molcken.much an. Dieſe theil/ wañ die Milch gedickeret wird/ werden alle darvon geſeheidẽ. Die Milchaber wird gedickeret von der Werme/ nicht von jhꝛer Eigenſchafft vnd Natur/ dann ſithat kein lebẽ/ wird auch von keinẽ lebendigen ding gezwungẽ/ ſondern die Werme trei-bet ſie alſo zuſaſen. Dann weil ſie den duͤnneren theil der feißten feuchtigkeit reſolviertvnd auff lo ſet/ loͤſet ſie auch das ſenig auff/ darmit die weſſerige feuchtigkeit der feißtenanhanget:darauß mag man erkennen/ auff wie viel weiß die Milch gedickert geſchei-den moͤge werdẽ. Alß von der Werme/ ſo man ſie in Zinen geſchirꝛ wermet/ darnach dasGeſchirꝛ in kalt waſſer ſtoſſet/ welches der beſte weg iſt. Oder auch mit Kitzt rennen ver-miſchet/ oder mit Samen von wilde Saffran: vnd alſo zeucht die Molcken das phleg-ma an ſich/ oder mit Milch auß den Feigen/ alſo purgiert ſie die Gallen phlegma.Selce Es werden die Coꝛper von der Speiß verenderet/ des halbẽ weil die Teutſchen meh-rertheils Kuͤmilch eſſen/ ſeind ſie zoꝛnmuͤtig/ vnerſchꝛockẽ/ vnd Bewriſcher ſitten. Dañdie Stier vnd Ochſen ſind alſo/ haben auch ein ſolliche nahrung. Alſo ſeind die Eyn-wohner inn der Inſel Corſſca: dieweil ſte nicht allein kleine zame Hündlin/ ſondernauch wilde eſſen/ werdẽ ſie zoꝛnmuͤtig/ grewlieh/ vntrew/ freffel/ geſchwind vnd ſtarck:dann das iſt der Hůndẽ natur. Wann einer Wolffsfleiſch eſſe/ vnd beſonder das Hertz/

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wurde er noch viel grauſamer/freffeler/ vnd mißtrewer werden. N

Ich ſcheme mich nicht/ eines vnder den wunderbarlichen Kreuteren anzuzeigen/welchem Theophraſtus in dem vierdten Buch von den Geſteudẽ meldung gethan. Es0 ſeye nemlich ein kraut auß Inclia gebꝛacht woꝛden/ welehes ſo es geſſen/ mage ſich einerug ace ſtebentzig mal in einem Tage der Ehelichen werckẽ gebꝛauchen: ob es aber wahꝛ/ iſt mirlahen wer nicht zu wiſſen. So viel aber hie belanget darvon zu ſagẽ /will ich thun. Zu der Geilheitbeen reiter. ſeind zwey ding von noͤhten/ der Blaſt/ vnd der Saamen. Vnnd gleich wie ein Suchtiſt da ſich das Meñlieh glied ohn alle begierd auffrichtet/ alſo mag nichts hinderen/ daß

n ein kraut ſeye/ welches eben dieſes ſo man daran reucht/ vollbringe. Dañ ſoes allgemach geeſſen wird/ bꝛinget es aueh allgemach Saamen. Vmb dervu ſach willen tragen die Indianer alle zeit Bethel in dem Munde/ wiewolſie nicht vaſt Geil ſind: dann des Oꝛts natur iſt hnen zu wider/ welche ſievon wege der groſſen Hitz außmerglet. Bethel aber iſt das die Apotecker Fo-lium Indũ, oder Indiſch bladt/ die Griechen Malabathrum neñen. Dasgruͤn dienet wol zu der Geilheit/ aber macht ſehwartze zen ſo es geſſen wirdt.Es kreucht vm̃ ſich wie Ephew/ hat ein Bladt wie der Loꝛberbaũ mit fuͤnffLinien /wie auß dieſer Figur zuſehen. 8 5

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Bethel bladt.

b. Seh Es werden die Plantæ vnd kreuter von einem oꝛt an das ander getragen -ihr ot. alß auß ladia in Italiam:ettliche durch den Saamen/ die anderẽ gantz in einẽ Geſchirꝛ/a vnd mit Erdtrich vmblegt:ettlicher Zweig vnd Schoß werdẽ in Honig vergraben/ dañ

die feuchtigkeit des Honigs iſt duͤnn/ ſuͤß/ temperiert/ dar zu nicht feißt noch der feu-lung vnderwoꝛffen/ welches deñ gar gut iſt/die jungen zartẽ Zweig zu erhalten⸗Darumbleiben auch die Nuß durch das gantze jar gruͤn darinnen/ desgleichen moͤgen ſich dieFruͤcht vnd Fleiſch etlich tag darinnen erhalten. 5Die Safft aber nachdem ſie außgeſotten( dañ alſo wird die weſſerige feuchte verzeh-ret/ welche ein anfang iſt der feulung) werden im oͤl erhalten. Gemeingklich aber was vsder feulung erhalten/ das wird gedoͤꝛret/ oder erkaltet/ oder iſt mit feißter feuchtigkeitvmbgeben. Dann was faulet/ daß muß ein weſſerige feuchtigkeit haben/ vnd muß vonder werme faulen. Darumb was dur:/ iſt entweders gar kalt oder gar feißt/ Aue