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werden kann, so ist es am rathsamsten, den Kalk sobald als möglich zu verwenden,wenigstens zu löschen.
Kalk welcher lange gelegen hat, oder auch weit transportirt worden, ist daher niemehr so gut als frisch gelöschter.
Entgegengesetzte Erfahrungen, welche man neuerlich in Frankreich hierüber ge-macht haben will, werde ich weiter unten näher behandeln.
§. 22 .
Das Löschen ist ein Geschäft, zu dessen Verrichtung Geschicklichkeit und Erfah-rung gehört, da es auf die Güte des Kalkes, durch diese auf die des Mörtels und folg-lich auf die Haltbarkeit der ganzen Mauerung bedeutenden Einflufs hat.
Man bedarf zu dieser Arbeit zuförderst einer Kalklösche, Löschbank, eines ausBrettern zusaminengeschlagnen, flachen, viereckigen, oben offnen Kastens von etwa 6Fufs Länge und Breite und 1 bis 1§- Fufs Tiefe. In der einen Seitenwand ist eineSchütze angebracht, nach welcher hin der ganze Boden des Kastens abfällt, um dengelöschten Kalk ab und in die dicht daneben in die Erde eingegrabne, ebenfalls mitBrettern oder Pfosten ausgeschlagene Kalkgrube lassen zu können, welche von belie-biger Länge, Wette und Tiefe ist, je nachdem man, nach Verhältnifs der Arbeit, vieloder wenig Kalk darin aufbewahren will. Meist ist sie jedoch 6 Fufs lang und weit,4 Fufs tief.
Des bequemeren Arbeitens wegen steht der Löschkasten gleich auf der Erde.
Die Kalkgrube ist mit einem gutanschliefsenden Deckel, am besten einer Fallthiire,zu versehen, um den aufzubewahrenden Kalk vor dem Zutritte der Luft tmd dem An-ziehen der Kohlensäure aus derselben möglichst zu sichern, welche ihn wieder in Kalk-stein verwandeln, und im Wasser unauflöslich machen würde.
Wenn für die Grubenmauerung der Kalk in der Grube selbst gelöscht wird, sobedient man sich zu dessen nachheriger Aufbewahrung oft ungangbarer Seitenstrecken,in welchen man durch Einsetzen zweyer 3 — 4 Fufs hoher Spundwände einen Sumpfbildet, in welchen man den Kalk eingiefst.
§• 23.
Um den Kalk zu löschen, schüttet man einige Mulden voll, bis zu 4 Cub. Fufs,in den Kasten, zieht ihn gleichförmig und flach aus und besprengt ihn nach und nachmit kaltem Wasser. Der Kalk fängt bald an sich zu erhitzen, zu rauchen und in eingröbliches Pulver zu zerfallen. Ist dieses erfolgt, so giefst man mehr Wasser hinzu,so lange, bis der Kalk fast darin schwimmt, und rührt denselben während des Zugie-fsens mit der Schaufel oder der Kalkkrücke, einem breiten Holze oder Eisen, welchesrechtwinklieh auf einen langen Stiel gesteckt ist, gut durcheinander, bis er sich in ei-nen dünnen Brey verwandelt hat.
Auf eine Tonne Kalk von 4 bis 5 Cub. Fufs == 15f Dresdn. Scheffel, rechnetman zum Besprengen 30 — 40 Dresdn. Kannen, oder 1 ~ bis lf Cub. Fufs Dresdn.,zum Zugiefsen 120 130 Dresdn. Kannen, oder 5 bis 5|- Cub. Fufs Dresdn. Wasser.
Der Kalk braust hierbey, kocht und quillt desto mehr auf, je mehr reine Kalk-erde er enthält. Wird er, (bey der angegebnen Menge) nach Verlauf von 20 bis 30Minuten ruhig, so ist diels ein Zeichen, dafs er hinlänglich gelöscht ist.
Aach den von Andern gegebnen Vorschriften, würden die Kalksteine anfangs inder Kalklösche nur flach neben einander ausgezogen, jedoch gleich so viel Wasserdarüber gegossen, dafs sie nur eben noch aus-demselben hervorständen; das übrigeVerfahren bleibt dasselbe.
Wird bey dieser Arbeit zu wenig Wasser zugegossen, so löscht sich der Kalknicht völlig, zu viel Wasser hingegen verdünnt ihn zu sehr , was man Ersäufung nennt.*)
Diefs letztere nehmen jedoch Viele als nicht sehr nachtheilig an, da sich das über-flüssige Wasser beyrn Stehenlassen oben aufsetzt und abgelassdn werden kann.
*) Man will die Erfahrung gemacht haben, dafs, wenn die anfänglich zugesetzte Wasser-Menge nicht hin-reichend gewesen ist, um den Kalk völlig zu lö'schen, und man später noch kaltes Wasser hinzugiefst,der Kalk sich nicht gehörig löscht, sondern körnig und bröcklig wird. Giefst man aber gleich anfangsm l,el Wasser auf, so wird dem Kalke die sich entbindende Wärme entzogen, er löscht sich nicht ge-hörig, erkältet und wird griesig.
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