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[Grundw.] (1831)
Entstehung
Seite
26
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Ueberdem mufs es auffallen, dafs Vicat gerade in dem Anziehen einer gewissenMenge von Kohlensäure aus der Luft, für den Kalk einen gewissen "Vortheil zu er-blicken glaubt.

§. 32.

Eine vierte, nur der Vollständigkeit halber anzuführende Art, den Kalk zu löschen,welche vielleicht niemals sehr in Ausübung gekommen, ist folgende:*)

Man soll den frischgebrannten Kalk in den Löschkasten legen, und zwar so, dafskein Stein über dem anderen liege, sondern nur der Boden bedeckt werde. Hieraufsoll inan den Löschkasten mit einer passenden Decke , in welcher ein Loch zum Hin-eingiefsen des Wassers befindlich sey, verschliefsen. Nachdem man nun so viel Was-ser in den Löschkasten gegossen habe, dafs der gebrannte Kalk damit ganz bedecktsey, soll man das Loch verstopfen, damit kein Dampf entweiche, und soll alles soStehen lassen bis es erkaltet ist. Hierauf soll man den Kasten öffnen, mit einer Kalk-krücke über den ganzen Boden des Löschkastens fahren und alle Steine, die unter demKalke befindlich gewesen, zurückziehen, damit sie beym Ablassen des Kalkes nichtmit in die Grube fallen können.

Angermann zieht diese Art des Löschens der gewöhnlichen vor und nennt sie dierechte Löschung um einen festen und dauerhaften Kalk zu bekommen. Worüber frei-lich a priori und ohne vielfache Versuche nicht füglich zu entscheiden ist.

§. 33.

Bey der Grubenmauerung bedient man sich, wenige und seltnere Fälle ausgenom-men, des Sandmörtels, (im Gegensätze des Wassermörtels genommen); daher werdeich zuerst dessen Bereitung und erforderliche Beschaffenheit auseinandersetzen, späterjedoch um so mehr von den übrigen Arten der Mörtel und Cäinente eines weiterenhandeln, da deren mehrere Anwendung bey der Grubenmauerung, als bisher geschehen,sehr zu wünschen stände.

§. 34.

Der Zusatz zu dem Kalke für die Bereitung des Sandmörtels ist, wie schon derName giebt, Sand.

Der Fundort des Sandes hat im Allgemeinen eben so wenig Einflufs auf dessenBrauchbarkeit als seine Farbe, sondern nur seine Bestandtheile; obgleich aus Farbeund Fundort auch in sofern auf die Güte des Sandes zu schliefsen ist, da dessen Be-standtheile zu ersteren Umständen in* einer gewissen Beziehung stehen.

Zur Bereitung des Mörtels ist der aus Gruben erhaltne Sand am besten, welcherknirscht, wenn man ihn in der Hand reibt, auch wieder Schmutz noch Erde zurück-läfst, wenn man ihn an ein weifses Zeug wirft. Er besitzt noch die am wenigsten ab-gerundeten Kanten und Flächen.

Weniger gut ist der meist sehr abgerundete, angeschwemmte Flufssand, dev ge-wöhnlich auch schon mehr erdige Theile anhängen hat. ;

Am unbrauchbarsten ist aber der, bey der Grubenmauerung freilich wohl nichtleicht angewendete, Meersand, welcher, wegen der beygemengten Salztheile die Mauernstets feucht erhält.

Bey der Grubenmauerung hat man es nur mit den beyden ersteren der angeführtenArten zu thun, in Freyberger Revier vornehmlich mit der zweyten, aufserdem aber auchnoch mit einer dritten besonderen, nur durch die örtlichen Verhältnisse erzeugten: demWäschsande. Halten die verwaschenen Gänge Quarz und wenig oder gar keine Kiese,so kann man sich der aus den Schlämmen der Rösch- und Zäh-Häuptel gewonnenenSandarten mit Nutzen bedienen, da die Abfälle der übrigen Schlämme zu fein seyn,bey allen aber eingemengte Kiestheile sich zersetzen und die Zerstörung des Mauer-werks einleiten würden.

Ebenfalls nachtheilig ist der dem Wäschsande schon seltner beygemengte Thon,wie denn überhaupt dem Mörtel heygemengter Thon und Lehm, durch ihr Anziehender Feuchtigkeit aus der Luft, stets nachtheilig auf das Mauerwerk wirken, dasselbewenigstens nie sehr fest werden lassen.

Dafs jedoch reiner Wäschsand bey Ausführungen über und unter Tage mit Vor-theil benutzt werden kann, haben vielfach darüber gemachte Erfahrungen bewiesen.

*) Allgemeine practische Civilbaukunst von J. G. Angermann. 8. Halle 1700. p. 172.