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§. 39 .
In Betreff des Stehens des Sandes ist zu bemerken, dafs, wenn derselbe hinsicht-lich seines Kornes nicht zu verschieden ist, es vortheilhafter ist, ihn ungesiebt anzu-wenden, da, wie schon aus dem Obigen hervorging, jene verschiedne Gröfse einen vor-teilhaften Einflufs auf die Güte des Mörtels hat.
Das Schlämmen hingegen ist stets von Nutzen und auf die Güte und Dauerhaftig-keit der Mauerung von bedeutendem Einflüsse. Die durch Unterlassung^ desselben beab-sichtigte Ersparnifs ist mit dem Nachtheile, welchen die bey dem Sande bleibendenThon- und anderen Erde-Theilchen der Haltbarkeit des Mauerwerkes zufügen, in kei-nen Vergleich zu bringen.
§. 40.
Hinsichtlich des Wassers, dessen man sich zur Fertigung des gewöhnlichen Mörtelsbedient, gilt dasselbe, was über das zum Kalklöschen erforderliche gesagt worden ist.
Am besten ist Regen- oder reines Flufs-Wasser; schlechter, Brunnenwasser.
Ueber andere Flüssigkeiten, welche man zuweilen statt des Wassers vorgeschlagenund angewendet hat, oder ehemals angewendet haben soll, haben neuere genaue Un-tersuchungen , auf welche ich später näher eingehen werde, dargethan, dafs dieselbenzum Theil unnütz, zum Theil sogar dem beabsichtigten Zwecke, vergröfserter Festig-keit, nachtheilig sind.
§• 41 .
Ueber die erforderliche Menge des Sandes, um einen guten Mörtel herzustellen,läfst sich im Allgemeinen nicht genau bestimmen , da sehr viel von der Art Und Gütedes Kalksteines abhängt. Eytelwein, in seiner Wasserbaukunst, Heft. 3. p. 44, giebtfür guten Rüdersdorfer Kalkstein auf 1 Cub. Fufs gelöschten Kalk, 3 Cub. Fufs Sandan, wo beym Brennen und Löschen möglichste Vorsicht und Genauigkeit beobachtetworden seyn mufs.
Es dürfte hierbey auf einen, früher so gut als nicht beachteten Umstand sehr vielankommen, nehmlich auf die dem Kalksteine schon natürlich beygemengten Erdenbe-standtheile und deren Verhältnifs zu der Menge der wirklich vorhandnen reinen Kalk-erde.
Daher mögen denn auch die sehr verschiednen Angaben über die zu einem gewis-sen Quantum Kalk erforderliche Sandmenge ihren Ursprung genommen haben.
Hat der gebrannte Kalk vor dem Einlöschen eine Zeitlang gestanden, so kann manauf :l Cub. Fufs gelöschten Kalk nur 2-§ oder wohl auch nur 2 Cub. Fufs Sand rechnen.
Nimmt man, ebenfalls nach Eytelwein, als Mittelzahl 2§ Cub. Fufs an, so kom-men auf 2 Cub. Fufs gebrannten oder ungebrannten Kalk, 12 -— 15 Cub. Fufs Sand,oder auf 1 Tonne Kalk von 6^ Cub. Fufs Inhalt, 4 Fuhren Sand von 10 Cub. Fufs.Ist der Kalk aber nicht frisch gebrannt, so können nur auf 8 Cub. Fufs 4 Fuhren Sandgerechnet werden.
Die Bestandtheile des Rüdersdorfer Kalksteines werde ich weiter unten angeben.
Gilly, in seiner Landbaukunst, Th. I. p. 196, giebt an, dafs man, vorzüglich inAnschlägen, nur doppelt so viel Sand als gelöschten Kalk rechnen könne, für Erd-oder Mergel-Kalk aber nur kaum eben so viel.
Lucas Voch in seiner Untersuchung der wahren und falschen Bauanschläge, 8.Augsb. 1778, sagt: dafs zu 350 Cub. Schuh (wahrscheinlich Bayerisch) Mauer, 4fMalter Kalk zu 7J Cub. Schuh gerechnet, und 3 Fuder Sand zu 24 Cub. Schuh, ge-rechnet würden. Es verhielt sich demnach hierbey die Menge des Kalkes zu der desSandes ~ 31^ : 72.
Förster , in seiner mehrerwähnten Abhandlung giebt an, dafs, dem Gewichte nach:
1) 1 Theil Kalk und 5 Theile Grand,
2) 1 Theil Kalk und 5 Theile grober Sand,
3 ) 1 Theil Kalk und 6 bis 6| Theile feiner Sand, das beste Verhältnifs gegebenhaben sollen.
, F'utrourl de Charlevelle sagt in seiner mehrerwähnten Abhandlung, dafs man beyfler . ereitung des Mörtels , nach Maafsgabe der von ihm gegebnen Gröfsenbestiminungdes Sandes, dem Volumen nach: