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Das vortheilhafteste Verlud tnifs sey: 1 Volumen dicker Kalkbrey mit 3 Vol. kör-nigen oder 2 Vol. staubigen Zuschlägen.
Dem Mörtel dürfe man nicht zu viel Wasser zuschlagen, da er sonst leicht zer-reiblich werde, und es sey besser, die Mauersteine zu befeuchten, um so mehr, je stär-ker sie selbst das Wasser absorbirten.
In letzterer Hinsicht sey jede Steinart zum Bauen brauchbar, welche mit Mauer-speise gut adhärire, sobald sie nur nicht der Verwitterung zu sehr ausgesetzt sey.
§. 57.
M ährend Doct. John in Deutschland auf diese Resultate kam, untersuchte Vicat inFrankreich, Ingenieur der Brücken und Chausseen, denselben Gegenstand, indem erdabei einen ganz anderen Weg verfolgte.
Aeufserst zahlreiche, während einer Reihe von Jahren bis jetzt noch fortgesetztegenaue Versuche im Kleinen, mit häufiger Anwendung des Verfahrens im Grofsen,brachten ihn auf dieselbe Theorie des im Mörtel wirksamen Cäinentes, tvelche Doct.John aufstellte. Während letzterer jedoch jede Wirkung dieses Kalkcäinentes auf alledem Mörtel beygemengte Zuschläge auf eine rein mechanische Adhärenz beschränkenzu müssen glaubte, nahm Vicat noch eine fortwährende chemische Wirkung des Kal-kes mit den ihm durch das Brennen verbundenen Erden und Oxyden auf die nachmalsbeygemengten, in natürlichen oder künstlichen Puzzolanen bestehenden Zuschläge, undeine dadurch hergestellte fernere dergleichen Verbindung mit denselben an.
Er schlofs, dafs es für alle Ausführungen über und unter Wasser zweckmälsig sey,mehr oder minder hydraulischen, d. h. solchen Kalk anzuwenden , welcher sowohl jenesCäment, als auch die Eigenschaft besitze, die genannten beyden Verbindungen mit denZuschlägen einzugehen, da dergleichen Mörtel überall schnell erhärte und fester werdeals gewöhnlicher Sandmörtel.
Die Theorie von Vicat, tvelche ich, ohne auf die Einzelnheiten seiner an sich mehrvergleichungsweise zu benutzenden Versuche einzugehen, hier zusammenstellen will,beruht im Allgemeinen auf folgenden Hauptsätzen.
Die Kalkarten lassen sich sämmtlich: in hydraulische, welche gebrannt, ohne Zu-satz eines fremden Bestandtheiles in kurzer Zeit unter Wasser erhärten, und in ge-meine Kalke, theilen, welche diese Eigenschaft nicht besitzen.
Ferner: in fette Kalke, welche gebrannt in Wasser gelegt 2,6 — 3,6 Mal,
in mittlere, welche 2,3 — 2,6 Mal,
und in magre, welche 1,0 — 2,3 Mal ihr eignes Gewicht an Wasser aufnehmen,bevor sie sich aullösen.
Hydraulische Kalke als Brey unter Wasser gebracht, lassen beym Erhärten einenTheil des Wassers frey, welches sie enthalten, als fester Teig hingegen saugen sie nocheine gewisse Menge Wasser an, woraus hervorgeht, dafs sie einer gewissen MengeWasser zum Festwerden bedürfen, welches mit in den festen Zustand übergeht, zu ihrerErhärtung aber weder der Berührung mit der äufseren Luft, noch einer Austrocknungdurch dieselbe nöthig haben.
Mittlere Kalke, zwischen hydraulischen und gemeinen inne stehend, erlangen, vonder Luft abgeschlossen, einige aber nie völlige Festigkeit, da sie nicht alles Wasser,Welches sie enthalten, binden können.
Gemeine Kalke aber erhalten nur in Berührung mit der Luft eine, jedoch nie sehrbedeutende, Festigkeit.
Hydraulischer Kalk giebt auch bey Bauen aufser dem Wasser stets den bestenMörtel.
Durch Zusatz von Thon und Brennen des Kalkes mit demselben, kann künstlicherhydraulischer Kalk hergestellt werden. Gemeine fette Kalke vertragen einen Zusatzvon 0,2 Thon; mittlere nur 0,15; schon einiger Mafsen hydraulische aber 0,1 bis 0,06.
Da das Feuer diese Stoffe chemisch verbindet, so kann nicht dieselbe Wirkung er-folgen, wenn man dem Kalke gebrannten, pulverisirten Thon zusetzt.
Weder Farbe, noch Korn, noch Härte oder specifisches Gewicht geben hinreichendeund sichere Kennzeichen für die Güte und Beschaffenheit des Kalksteines.
Gemeine, sehr fette Kalke nehmen als dicker Brey das 3,10fache ihres vorigenRaumes ein, manche hydraulische hingegen nur das l,2fache, wobey dieselben zugleichdie Fähigkeit zeigen, einige Zeit unter dem Wasser bleiben zu können ohne aufzugehen
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