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[Grundw.] (1831)
Entstehung
Seite
36
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Die erste, der drey in diesem Abschnitte angegebnen, Löschungsarten löst denKalk, vorzüglich den gemeinen, am meisten auf, die beyden anderen nur unvollkommen.

Bey der zweyten nimmt der fette Kalk das 1,5 bis l,7fache, der hydraulische, sichdabey besser auflösende, das 1,8 2,18fache seines Raumes ein.

Bey dem dritten gewinnt der fette Kalk 1,75 bis 1,55 an Volumen.

Bey derjenigen Löschungsart, welche den Kalk am meisten auflöst, erhält derselbeauch als Hydrat die meiste Festigkeit und Härte.

Aus den angestellten Versuchen hat sich ergeben, dafs manche fette und weifseKalke, nur mit Wasser behandelt, eben so fest werden können als vieler natürlicherKalkstein.

Dafs die Luft mit der Zeit die Härte derjenigen Theile vermehrt, zu denen siegelangen kann.

Dafs hydraulische Kalke, blofs mit Wasser verbunden, eine leicht zerreiblicheMasse geben, deren Härte durch die Berührung der Luft bey weitem nicht so erhöhtwird als die der fetten.

Dafs die Festigkeiten der verschiednen Gemenge ihrer Härte nicht proportionalsind, dafs aber die Kalke auch ohne Zusatz von Sand erhärten.

Hydraulische Mörtel werden aus Kalk mit Sand, mit Sand und Cäment, oder mitCäment allein, bereitet.

Man hat natürliche und künstliche Cämente, schwächere und stärkere.

Zu Landbauen wendet man am vortheilhaftesten hydraulischen Kalk mit Sand oderfetten Kalk mit künstlichen Cämenten oder Puzzolanen an; zu Wasserbauen hydrauli-schen Kalk und künstliche Puzzolanen oder fetten Kalk mit künstlichen aber stärkerenPuzzolanen.

Hydraulische Kalke mit Sand oder künstlichen Puzzolanen sind jedoch besser, alsfette mit Puzzolanen.

Am zweckinäfsigsten für Land- und Wasser-Baue sind hydraulische Kalke, welche1,1 bis 1,3 an Volumen gewinnen und auf 100 Theile Teig 160 bis 180 Theile Sandvertragen.

Die Kohlensäure dringt in den Mörtel in 10 Jahren nur 0,06 metre tief ein.

Das Wasser greift die Hydrate der hydraulischen Kalke und die mit Kohlensäuregesättigten Theile nicht an.

Wirklicher Wassermörtel wird an der freyen Luft nicht fest; eben so löfst er sichwieder auf und Avird zerreiblich, xvenn er erst eine Zeitlang im Wasser gelegen hatund sodann an die Luft gebracht Avird. Er inufs daher sogleich nach seiner Bereitungunter Wasser gebracht und darin erhalten werden, wenn er die gröfste Härte erreichensoll.

Die Bestandtheile der natürlichen Cämente und Puzzolanen sind im Durchschnitte;38 Kieselerde, 41 Thonerde, 6 Kalkerde, 15 Eisenoxyd; je nachdem der eine oder derandere Gemengtheil vorherrschend ist, ändert sich ihre Wirkung.

Eisenhaltige Thonerde, Okerarten, bläulicher Schiefer, Steinkohle, Basalt, Laven,eisenhaltiger Sandstein u. dergl. können durch die Wirkung des Feuers in künstlicheCämente für hydraulische Mörtel umgeAvandelt Averden. Da sie jedoch meist Verbindun-gen von 4 bis 5 Oxyden sind, so ist es schwer die den festesten Mörtel gebende Zu-sammensetzung für jeden Fall der Anwendung a priori zu bestimmen. Ueberdem hatder Grad des Brennens einen bedeutenden Einflufs auf die Wirksamkeit dieser Cämente.Eisenhaltiger Thon zeigte sich einmal gebrannt am vmksamsten, eben so eisenhaltigerSandstein, ihnen gleich war Steinkohlenasche. Basalt und Schiefer hingegen Avaren inWeifsglühhitze gebrannt am besten.

Den stärksten Zusammenhang zeigt ein Gemenge von gemeinem, fetten Kalke, mitSand und Ziegelmehl oder mit Ziegelmehl allein, in Avelchem das Verhältnifs Aon 1,0Kalk, auf 1,0 Sand und 1,0 Ziegelmehl oder blofs 2,0 Ziegelmehl, statt findet; vonmittleren hydraulischen Kalken hat man hierzu nicht ganz 1,00 zu nehmen.

Ueberhaupt ist zu allen Wassermörteln von gemeinen, fetten oder von mittlerenhydraulischen Kalken lieber zu Avenig als zu viel Kalk zu nehmen.

Für gemeine fette, mittlere und magre so Avie Avenig hydraulische Kalke ist, fürderen Benutzung zu hydraulischen Mörteln, die dritte Löschungsart die beste, ihr folgtdie zAveyte und endlich die erste, während für hydraulische Kalke, für denselben Zaa eck.die erste die beste ist.