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Hydraulische Mörtel müssen langsam austrocknen, da sie durch eine schnelle Aus-trocknung bis 4- ihrer eigentlich zu erreichenden Festigkeit verlieren können. Bey ge-meinen Mörteln hat diefs ebenfalls, jedoch weniger Einflufs.
Gemeine Kalke erhalten durch langes Liegen an der Luft einige hydraulische Ei-genschaften. Wo in dem Mörtel, wie z. B. in dem gemeinen, keine chemische Wech-selwirkung statt findet, ist die Erhärtung desselben desto gröfser, je weniger fremdeGemengtheile vorhanden sind.
Fortgesetztes Durcharbeiten ist für Mörtel, welche der Luft ausgesetzt werden, ohnebesonderen Nutzen; von bedeutendem hingegen für Wassermörtel.
Die Mörtel sind demnach, wie bereits angedeutet worden, in drey Classen zu thei-len. Die erste derselben begreift alle Mörtel aus natürlichem oder künstlichem, sehrhydraulischem Kalke, mit Quarzsand zweckmäfsig bereitet.
Die zweyte alle gutbereiteten Mörtel von natürlichem und künstlichem, gewöhnli-chem hydraulischen Kalke und Quarzsande.
Die dritte alle gut bereiteten Mörtel von gemeinem, mittlerem und fettem Kalke mitQuarzsande. Der mittlere Widerstand, welchen sie gegen das Zerreifsen bieten, ver-hält sich =2 9,6 : 6 : 3,6. d. i. =: 8 ; 5 : 3.
§• 58.
Von vielen andern Versuchen, welche in dieser Hinsicht, nach dem ßeyspiele dervon Vicat angestellten, von Anderen unternommen wurden, und welche der Hauptsachenach die obigen Resultate bestätigten, will ich nun nur noch das Vorzüglichste heraus-heben.
Zu Coblenz in den Jahren 1820 und 1821 vorzüglich mit Trier’schem und MainzerKalke angestellte Versuche gaben im Ganzen dieselben Resultate; wenn jedoch Vicatdas Verhältnifs des Widerstandes gegen das Zerreifsen für gut bereiteten Mörtel zwi-schen 12 und 2,4, für Mauersteine zwischen 77,06 und 20,4 setzte, so gaben jene Ver-suche, mit früheren Erfahrungen allerdings übereinstimmender, die Grenzen derselbenVerhältnifszahlen, für den ersteren Fall 13 bis 85, für den zweyten 20 bis 99.
Für den Trier’schen, einen etwas hydraulischen Kalk, fand sich das beste Ver-hältnifs des Mörtels: 100 Kalk, 150 Sand, 50 Trafs; selbst 100 Kalk, 75 Sand und25 Trafs gaben schon einen sehr guten Mörtel.
Da Gemenge von frischem und altem Kalk-Pulver sich ziemlich unvortheilhaft zeig-ten, so dürfte der Loriot’sche Mörtel nur etwa bey fetten Kalken von Nutzen seyn.
Jene Versuche zeigten ferner, dafs fetter Kalk mit Trafs einen festen Wassermör-tel bildete, welcher erhärtete, obgleich im Innern noch sehr viel Feuchtigkeit enthaltenwar. Auch bey ihm machte zu viel Trafs den Mörtel rissig, wie bey dem Trier’schenKalke, wenn gleich der Mörtel unter Wasser lag, daher diefs eine chemische Wir-kung seyn mufs.
Der Mörtel verhielt sich übrigens an allen Orten, wo er der Luft nicht ausgesetztwar, eben so wie unter Wasser.
Alle Mörtelzusammensetzungen von Kalk, Sand, Thon oder Lehm sind unbrauch-bar und nachtheilig,* eben so zeigte sich Quarz- und jeder Sand, auf welchen der Kalknicht chemisch wirkte, für Wassermörtel unbrauchbar.
Jenen Versuchen zufolge, ist bey aller Mörtelbereitung der Zuschlag die Haupt-sache und vorzüglich bey hydraulischem Kalke die Löschungsart von geringem Einflüsse.
Ziegelmehl, selbst in geringer Menge, trägt sehr zur Verbesserung des Mörtels bey.
Fast unter allen Umständen wird indefs die Erhärtung eines Mörtels auf mehrerenWegen zugleich erfolgen; durch den Cäment im Kalke, durch den im Sande, durchErstarren des noch übrigen Kalkhydrates und durch Anziehung der Kohlensäure.
§. 59.
Von anderen angestellten Versuchen sind vorzüglich die von Raucourt de Cluirle-viüe in Frankreich und Rufsland unternommenenzu erwähnen, welcher dabey ganz de-nen von Vicat folgte.
Er fand, dafs die Resultate mit Mörtel-Proben in süssem und in Meer-Wasserdieselben waren, dafs hingegen hydraulischer Mörtel fester würde, wenn er zuvor einigeTage an der Luft ausgetrocknet wäre.
Er bemerkte ferner, dafs bey weniger hydraulischen Kalken die Hinzufügung vonSand das Erstarren befördere, bey mehr hydraulischen es aufhalte; dafs bey reinem
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