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Kalksteine die Schnelligkeit des Erstarrens zu der dadurch erlangten Härte in einemgewissen 'Verhältnisse stehe, dafs ein höherer Grad des Brennens dieselben Resultategebe, als die Hinzusetzung von mehr Thonerde zu dem Kalke vor dem Brennen.
Alle Versuche mit Gemengen von Kreide und Kalk gaben jedoch sehr ungünstigeResultate, indem auch schon die von Vicat mit in verschiednen Hitzegraden gebrann-ter Kreide angestellten, gezeigt hatten, dafs diese unter Wasser nur einen Anfang desErhärtens mache und behalte, daher man sich bey Untersuchungen dieser Art sehr hü-ten müsse zu schnell zu schliefsen.
§. 60.
Ohne auf alle Einzelnheiten obiger und ähnlicher Versuche einzugehen, welchesmich über die Grenzen dieser Abhandlung hinausführen würde, glaube ich doch nochfolgendes bemerken zu müssen.
Wenn auch nach den meist sehr im Kleinen angestellten Versuchen von Vicat ,sich nicht stets mit Sicherheit dasselbe Ergebnifs für die Anwendung im Grofsen fol-gern lassen möchte, indem zwar Gemenge, welche günstige Resultate im Kleinen ge-ben, diese auch im Grofsen finden lassen würden, hingegen von ungünstigen Resulta-ten im Kleinen nicht stets auf dieselben im Grofsen zu schliefsen seyn dürfte, wenn esferner zu wünschen seyn möchte, dafs er neben den Versuchen, durch das Eindringeneines Stahlstiftes die Härte und den Zusammenhang seiner bereiteten Mörtel zu erpro-ben, noch andere über den bey der Ausübung im Grofsen fast ganz allein in Anspruchgenommenen Widerstand, welchen dieselben dem Zusammendrücken entgegen setzen,angestellt hätte, avif welchen letzteren jene Versuchsart nicht so unbedingt folgern läfst,so scheinen doch die von ihm und Anderen, welche ihm folgten, gemachten Erfahrun-gen, die Annahme einer chemischen Thätigkeit und Wirkung des hydraulischen Kalkesauf die demselben beygemengten natürlichen oder künstlichen Puzzolanen hinlänglich zubestätigen; dafs jedoch die, fetten Kalken beygemengten, künstlichen Puzzolanen beyweitem nicht die Wirksamkeit besitzen, welche künstlich bereitete hydraulische Kalkemit dergleichen Puzzolanen haben, daher durch das Zusammenbrennen jene chemischeThätigkeit eingeleitet zu werden scheint, welche sich dann auch auf spätere Zusätzeäufsert.
Diefs steht im Gegensätze mit der von John und Berlhier aufgestellten Meinung:dafs sich alle Zuschläge eigentlich passiv verhielten und nur mechanisch, die Puzzola-nen aber insbesondre nur das Wasser absorbirend, wirkten, indem sie zugleich dadurchdem Mörtel in gröfserer Menge Kohlensäure zuführten, daher sich auch, nach Berlhier,nur leicht gebrannte Thone als passende Zuschläge ergeben hätten, welche, von mehrporöser Beschaffenheit, geneigter seyen, das Wasser aufzunehmen, während stärker ge-brannte hingegen schon in einen Zustand der Verglasung übergegangen seyen, in wel-chem sie jene Eigenschaft nicht besäfsen; eine Annahme, welche freilich nicht hinreichtalle stattgefundenen Erscheinungen gnügend zu erklären.
Da indefs die chemische Einwirkung des kaustischen Kalkes auf gebrannte, kiesel-haltige Massen, wie solches die natürlichen und künstlichen Puzzolanen durchgängigsind, eine andere seyn mufs als die auf solche im natürlichen Zustande, als: Berg-cristalle, Quarz, Granaten u. dergl., so lassen sich die von John angestellten Versuchenicht wohl mit Vical’s Erfahrungen vergleichen.
Dafs es jedoch auch nicht durchaus nöthig ist, eine chemische Wirkung des Kal-kes auf die beygemengten Sandkörner anzunehmen, um dessen festes Anhängen an die-selben zu erklären, dürfte dennoch durch John und Berlhier dargethan worden seyn,und durch den Vorzug bestätigt werden, welchen Vicat in dieser Hinsicht den eckigenSandkörnern vor den runden giebt und welcher sich nur durch mechanische Adhärenzerklären lassen möchte.
Eigentlich bezeichnet Vicat das Anhängen der durch das Feuer eingeleiteten Ver-bindung von Kieselkalk und Thonerde an den quarzigen Zuschlägen, als zwischen me-jM’lisclier Adhärenz und chemischer Verwandtschaft inne stehend, als Wirkung einer;a t, welche er moleculaire Anziehung nennt; die Verbindung der fetten Kalkemit Euzzolanen aber, hält er für eine rein chemische.
Tieufsart, General im Genie-Corps, welcher ebenfalls dergleichen Untersuchungenangestellt hat, glaubt in Betreff der künstlichen Puzzolanen, dafs die Thonerde in er-