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[Grundw.] (1831)
Entstehung
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41
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sermenge von dem geringsten Einflüsse auf Mörtel seyn, welche Gelegenheit habenlangsam und völlig auszutrocknen.

§. 62.

Ob Eisen, in Gestalt von Feilspänen oder Hammerschlag dem Mörtel zugesetzt,nicht durch eine Art von Zusammensintern eine vortheilhafte Wirkung äufsern könnte,scheint, manchen Beobachtungen zufolge, doch noch genauer zu erörtern zu seyn.

Dafs Vicat zu weit geht, wenn er dein gewöhnlichen Mörtel aus gemeinem Kalkeund Sande alle Fähigkeit zu binden, ja fast zu erhärten, abspricht, bedarf wohl weiterkeines Beweises, selbst wenn man den reinsten, von allen fremden Erdengemengenfreyen Kalk annimmt. Eben so wenig ist die unumgängliche Nothwendigkeit abzuse-hen, Wassermörtel, welcher den höchsten Grad von Bindung erlangen soll, gleichnach seiner Bereitung unter Wasser zu bringen. Ohne Schaden wird diefs in ganz ru-higem, stillstehenden Wasser geschehen können; fliefsendes Wasser hingegen wird auchden besten frisch bereiteten und sogleich mit ihm in Berührung gebrachten Mörtel zumTheil mechanisch auflösen und hinwegspühlen. Das durch örtliche Verhältnisse schnel-ler oder langsamer herbeygeführte Austrocknen des gewöhnlichen Mörtels scheint beyBestimmung der zuzusetzenden Sandmenge allerdings zu berücksichtigen, dieses Ver-hältnis jedoch ebensowohl noch näher zu erörtern zu seyn, als diejenige Sandmenge,welche den Mörtel den Wirkungen des Frostes am besten widerstehen läfst.

§. 63.

Vicat und seine Nachfolger haben auch einige vorzüglich hydraulische Kalke gefun-den, welche die Eigenschaft besitzen, gebrannt und gelöscht sich nicht ganz im Wasser auf-zulösen, wohl aber zu Pulver gestofsen, mit Wasser einen erhärtenden Teig zu bilden.

Dasselbe Resultat glaubt Vical durch wiederholtes unvollkommnes Brennen undAbkühlen, bey reinen Kalksteinen erreicht zu haben.

Eben so behauptet er einige nicht poröse Stoffe gefunden zu haben, welche un-gebrannt, mit fettem Kalke hydraulische Mörtel bilden, als: gewisse Feldspathsande,aus zersetzten Graniten, ein Theil der Schalthier-Versteinerungen u. a. m.

§. 64.

Welche Erklärung nun auch für die Haupt-Ergebnisse der von Vicat und Andernangestellten Versuche, wie ich dieselben der Hauptsache nach bis hieher aufgestellthabe, unter den verschiednen gegebenen und bestrittenen die richtige seyn möge, obdas Festwerden der hydraulischen Mörtel von fettem Kalke und gebrannten Thonenwirklich das Resultat einer wahren chemischen Verbindung ist, in welcher der Kalkdurch die Kiesel- und Thon-Erde neutralisirt worden, oder ob alles nur die Absorp-tionsfähigkeit der gebrannten Thone ist, so hat sich sein Verfahren, hydraulischen Kalkund sehr bindende, den jedesmaligen Erfordernissen entsprechende Mörtel herzustellen,welche für Baue in und aufserhalb des Wassers von gleichem Nutzen sind, als sehrvortheilhaft bewährt, so dafs es möglichste Beachtung und Nachahmung verdient, wiees auch schon in Frankreich dieselben allgemein gefunden hat.

Aus allen bisherigen Forschungen hat sich indefs noch keine feste Bestimmung derangemessensten Verhältnisse der Gemengtheile ergeben, obgleich aus einigen angestell-ten Versuchen hervorzugehen scheint, Kiesel- und Thon-Erde zu gleichen Theilen, jedezu 2J proc. dem Kalke zuzusetzen.

Da in den natürlichen Kalksteinen stets 4 5 verschiedne Erden und Oxyde vor-handen sind, so können nur vielfache Versuche das rechte Verhältnifs ausmitteln, inwelchem jeder Gemengtheil stehen mufs, um den besten Mörtel zu geben; um so mehr,so lange man nicht die Art der Wirkung jedes einzelnen auf die übrigen kennt. Wenn- Vicat sagt, dafs jeder natürliche oder künstliche Zusatz nur relativ mehr oder wenigerkräftig genannt werden könne, so hat er zwar allerdings in Bezug auf die verschiednennatürlichen Kalkarten recht, nicht aber auf die in denselben vorhandne, genau zu be-stimmende Menge reiner Kalkerde; und wenn daher das richtige Verhältnifs der Ge-mengtheile zu der Kalkerde, welches doch gewifs für jede beabsichtigte Art der An-wendung des Mörtels ein beständiges seyn mufs, gefunden ist, so wird man nur dienestandtheile jedes Kalksteines durch Analyse zu untersuchen und zu bestimmen haben,um durch Zusetzung der nöthigen Quantitäten der Erden und Oxyde oder nöthigen Fal-les auci der Kalkerde, das richtige Verhältnifs herzustellen.

Bis dahin wird man mit jeder Kalk- und Mörtel-Art vor deren Anwendung nach