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Da die Badstuben, vornehmlich die gemauerten, gewöhnlich mit Brettern ausge-täfelt sind, so mauert man die hölzernen Düvel und Latten, zur Befestigung der Täfe-lung, gleich mit ein.
§. 100 .
Zu den schönsten und regelmäfsigsten Anlagen dieser Art gehören unstreitig diebeyden neben einanderstehenden Badstuben auf dem Lorenzer Kunstschachte auf Bey-hiilfe Erbst, in der Freyberger Revier, welche im Jahre 1818 erbaut wurden.
Da eine nähere Beschreibung derselben, so weit der Zweck und die Grenzen die-ser Abhandlung eine solche erlauben, ein Anhalten fiir mehrere andere ähnliche Fällegeben kann, so dürfte es vielleicht nicht unzweckinäfsig erscheinen, dieselbe hier bey-zufiigen.
Der mächtige Halsbrückner Spatgang, vereinigt mit einem anderen an dieser Stelledes Schachtes hindurchsetzenden Morgengange, nöthigte durch die dadurch mit erzeugteAufgelöstheit des Nebengesteines, eine künstliche feste Grundlage für die beyden, mitder oberen Hälfte über Tage stehenden Badstuben, durch zwey weite und starke Ge-wölbe herzustellen, welche, eben des hinznkommenden Ganges und der Gebräehheitdes Nebengesteines wegen, weit in das Hangende des Halsbrückner Spatganges hinaus-gespannt werden mufsten.
Zu beyden Seiten eines jeden Gewölbes wurden zwey Tragebögen für die Maue-rung der beyden zu jeder Badstube gehörigen und daneben niedergeführten Stangen-schächte geschlagen, in der Mitte zwischen beyden Radstuben aber wurde auch zugleichdie Treibeschachtmauerung aufgesetzt. Taf. XXVI. Fig. 152. A. B. Fig. 152. C. D.
Auf diese Gewölbe, deren Rücken man mit Lehm überrammelte, wurden die bey-den Radstuben für zwey 22 Ellen hohe, 2J- Ellen weite, mittelschlägige Bäder aufge-setzt , oben aber mit Dächern von Brettern überdeckt. Die Aufschlagewasser wurdendurch überwölbte Oeft'nungen zu dem einen kurzen Stofse hinein, zu dem anderen untenheraus und auf dem Planer Stölln abgeführt.
Die ganzen Radstuben sind aus Scheibenmauerung aufgeführt, die kurzen Stöfse inganz geradstirniger, die langen auf der inneren Seite mit etwas Krümmung. Im Lie-genden aber wurde zur Unterstützung der Treibeschachtmauer ein halb trocken, halbnafs gemauerter Pfeiler aufgeführt.
Das Fallen des Ganges ist 79-§ Grad; auf ihm stehen die Bögen und Gewölbe mitder Sehne rechtwinklich und so, dafs die Tangente des einen Fufses rechtwinklich aufden Sehichtungsflächen des Gneuses steht, die des anderen aber denselben parallel liegt.
Die Bögen und Gewölbe sind alle aus den stärksten und besten Steinen aufgeführt;erstere mit Elle Stärke, !■£ Elle Breite, letztere mit 2 Ellen Stärke, 7 Ellen 5 ZollLänge, beyde mit 5 Zoll Zirkel, (auf jede Elle Sehnenlänge).
Das Gewölbe der westlichen Radstube hat 15f Elle, das der östlichen 16*- ElleSehnenlänge. Von den Tragebögen für die Stangen-und Treibe-Schacht-Mauerunghat: der westliche des westlichen Gezeuges 6 Ellen, der östliche 10^ Ellen, der west-liche des östlichen Gezeuges 11^ Ellen, der östliche 10~ Ellen Sehnenlänge.
Die äufsere Länge jeder Rädstube beträgt 26 Ellen, die innere 23)- Ellen; die äus-sere Breite 7 Ellen 5 Zoll, die liehte Weite in der Mitte 4 Ellen 13 Zoll, an denEnden 4 Ellen 5 Zoll, daher die Stärke der kurzen Stofsmauern 1 Elle 8 Zoll; dieder langen: in der Mitte 1 Elle S Zoll, an den Enden 1 Elle 12 Zoll. Die Höhe derRadstuben 23 Ellen.
Die Abzugsröschen - Gewölbe sind 3 EU. 12 Zoll weit, 4 Eli. 6 Zoll hoch; die Auf.schlagsröschen- Gewölbe 2 Ellen 20 Zoll weit, 4 Ellen 12 Zoll hoch. Die Aufschlag-wasser fallen gerade in die Mitte der Räder ein.
Diese Radstuben sind nicht ganz ausgetäfelt, was überhaupt am meisten nur beyoberschlägigen Rädern nöthig ist; sie sind nur, aufser dem Kropfe, mit gedieltem Bo-den und hohen Seitenborden versehen.
§. 101.
Gehen von Radstuben Stangenschächte aus, wie z. B. bey Kunst-, Kehr-und zu-weilen auch Pochwerks-Rädern, so sind diese gewöhnlich ebenfalls in Mauerung zusetzen, welche dann wie die andern Schächte behandelt, und als Stofs-und Kellerhals-Mauer hergestpllt, wird.
Schächte, welche man oft zum bequemeren Einfuhren gröfserer Stücke und Mate-