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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Physikalische und chemische

Glassorte

Specis.

Gewicht

Brechungserponent

Beobachter

L

6

D

L

2^

S

S

Thallium Flint ....

4-18

1-661

?

1-673

?

?

?

1-710

Schrötter

Flint von Gulnand . .

3-417

1-770

1-772

1-778

1-785

1-792

1-806

1819

Dutiron

von Frauenhofer .

3-135

1-701

1-703

1-707

1-713

1-719

1-728

1-738

Fllntglas Nr. 13 . . .

3-723

1-628

1-630

1-635

1-642

1-648

1-660

1-671

Frauenhofer

Nr. 3 . . .

3-512

1-602

1-604

1-609

1-615

1-620

1-631

1-640

Crownglas.

2-535

1-526

1-527

1-530

1533

1-536

1-542

1-547

"

Das Glas ist ein schlechter Leiter sowohl für Elektricität als fürWärme. Was erstere betrifft, so stand schon lange erfahrungsmäßig fest, daßsich zu Isolatoren durchaus nicht alle Glasgattnngen gleich geeignet erweisen.Ekmann in Stockholm gelangte bei cxperimcntellcr Untersuchung dieses Verhaltensverschiedener Gläser zu dem Resultate, daß die Nichtleitungsfähigkeit in directemZusammenhange mit der Zusammensetzung stehe, so daß die alkalireichcn und daherhygroskopischeren Gläser auch schlechtere Isolatoren.

Dafür, daß das Glas ein schlechter Wärmeleiter, liefert, wie jederGlasstab, den man wenige Centimeter von seinem zum Schmelzen erhitzten Endein freier Hand zu halten vermag, jedes platzende Glas, jeder zerspringende Lampen-cylinder ein Beispiel. Kühlt das weiche Glas, wie z. B. bei der Ausarbeitungdesselben, rasch ab, so erstarren die mit der Luft in Berührung stehenden, äußerenSchichten, in Folge der schlechten Wärmeleitung innerhalb des Glases, bereits,während die inneren noch heiß und weich. Bei fortschreitender Abkühlung strebennun die inneren Theile nach naturgemäßer Contraction, die starre äußere Hülleaber giebt nicht mehr nach und es muß somit eine widernatürliche Spannunginnerhalb der Masse eintreten. Kommt nun eine, selbst an und für sich nurgeringe, äußere Einwirkung hinzu, welche das formte Gleichgewicht stört, so trittein Platzen oder Springen derartigen, rasch gekühlten, Glases sehr leicht ein.

Von dem noch nach völliger Erkaltung fortbestehenden Contractionsstrebender langsamer gekühlten Theile kann man sich am besten auf Tafelglashüttenüberzeugen; wird hier nämlich die Walze, der an beiden Seiten offene Glascylinder,nachdem er erkaltet, behufs des Ausbreitcns Streckens der Länge nachaufgesprengt, so stoßen nach erfolgten: Sprunge die Ränder des Schnitts häufignicht gegen einander, sondern legen sich, indem sich der Cylindermantel stärkerkrümmt, über einander. Ein allbekanntes Beispiel zur Veranschaulichung derSpannung, und des nur gezwungenen Gleichgewichtes, im Innern rasch abgekühlterGlasmasse bieten die sogenannten Springproben oder Glasthräuen, Glas-tropfen, die man, noch flüssig, in ein Gefäß mit kaltem Wasser fallen ließ, derenForm die Fig. 1 veranschaulicht.

Polytechn. Centralbl. 1870, S, 1269, nach küilosopll. moZSL. 1870, Juniheft.