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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Physikalische und chemische

stellte vergleichende Untersuchung des Kernes und der umgebenden Schicht einessolchen antiken Glases. Er fand:

8i02 6^0 NZO 8s0 8aO 80 80 Lumina

in unzersetztem Glase: 59'2 56 7'0 80 25 287 30 lOO'OProc.

in der zersetzten Rinde: 48'8 3'4 183 6'8 183 193 1009

Abgesehen von anderweitigen Qnantitätsveränderungcn der Einzelbestandthcile,waren somit dem Glase die Alkalien vollständig entzogen, und damit seine Naturund sein Zusammenhang aufgehoben. Näher verfolgte die Einwirkung des Wassersauf Glas zunächst Pslouze^) und wies an zwei Proben modernen Glases ver-schiedener Zusammensetzung nach, daß gepulvertem Glase schon durch wiederholtesAuskochen mit Wasser bedeutende Quantitäten Masse entzogen werden könnten.

Der Prüfung unterwarf er zwei Gläser der Zusammensetzungen:

I. II.

Kieselsäure. 72-1 .... 77'3

Kalk.15-8 .... 6-4

Natron.12'4 .... 16-3

100-0 .... 100-0

und beobachtete hierbei, daß dem Glase I. 10 Proc. entzogen wurden, während II.32 Proc. seines Gewichtes verlor.

Alles Glas unterliegt somit der Zersetzung durch Wasser, die Widerstands-fähigkeit der Gläser ist aber eine verschiedene, und zwar abhängig von ihrerZusammensetzung. Ueber die Zusammensetzung des wässerigen Auszuges sagtPslonze nichts. Bei einem gelegentlichen, hierauf gerichteten, Versuche gewann ichdas folgende Resultat 2 ):

Aus 16 Glaspulver der Zusammensetzung:

Kieselsäure.76'27

Kalk. 6-09

Natron.16-38

Thonerde und Eisenoxyd. 0'63

Schwefelsäure.Spur

99 37

wurde nach 72stnndiger Digestion desselben mit heißem Wasser, Abfiltrircn undVerdampfen des letzteren gewonnen 0-193 feste Substanz.

Letztere erwies sich als bestehend aus:

u 6omxt. rsnä. (1856) 43, 117.

2 ) Siehe meineNermalzusammensetzimg bleifreien Glases" (Aacken 1868), S. 59.