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Eigenschaften des Glases. Entglasung.
I. II. III.
1-52 Proc. 3 04 Proc. 1'84 Proc.
Somit tritt, auch Säuren gegenüber, die verschiedene Resistenzfähigkeit bei ver-schiedener Zusammensetzung deutlich hervor, und liefern diese Zahlen den Beweis,daß, der alten Annahme entgegen, eine Erhöhung des Kieselsäuregchaltes, wennsie auch die Härte des Glases steigert, für seine Resistenzfähigkeit gegen chemischeAgentien eine weit untergeordnetere Rolle spielt, als die Richtigstellung des re-lativen Verhältnisses von Kalk und Alkali.
Gelegentlich sei hier erwähnt, daß sich mir unter den verschiedenen Ver-fahren, die proponirt worden, um die in Rede stehende relative Resistenzfähigkeitverschiedener Glassorten zu prüfen, ein gleichzeitiges Erhitzen in Eisenvitrioleingebetteter gleicher Stücke der zu untersuchenden Gläser bis zur dunkelen Roth-gluth, auf der sie kurze Zeit erhalten werden, Abwäschen und Bestimmen derdurch Einwirkung des Schwefelsäureanhydrits auf das Glas bewirkten Zersetzungdurch den Gewichtsverlust der Probe, für praktische Zwecke recht brauchbar erwies.
Entglasung. Erhitzt man manche Glassorten vor der Glasbläserlampc bis zumErweichen, so nehmen dieselben hierbei oft ein gänzlich verändertes Aussehen an, siewerden matt und rauh, „krätzig". Tritt diese Erscheinung auch bei den meistenGläsern nicht so leicht und augenfällig ein, so zeigen sich entsprechende Verände-rungen innerhalb der Masse doch bei allen, wenn sie längere Zeit hindurch aufeiner Temperatur erhalten werden, in der sie weich, aber nicht dünnflüssig,bleiben, ja, unter geeigneten Umständen verliert die Glasmasse ihr ursprünglichesAnsehen, erscheint getrübt, ja gänzlich opak, läßt stellenweise krystallinische Formenerkennen, oder nimmt, dem Anscheine nach, durchgehend krystallinische Structuran. Man bezeichnet diese in hohen Temperaturen eintretende Veränderung derMasse mit dem Namen der „Entglasung" und hat nach dem äußeren Anseheneine amorphe und eine krystallinische Entglasung unterscheiden wollen.
Bereits 1728 wies Rsaumur auf diesen interessanten Vorgang hin, undsprach die Hoffnung aus, daß er sich praktisch werde verwerthen lassen, um durchvöllig entglastes Glas dem Porcellan Concurrenz zu machen. Ungeachtet zahl-reicher sorgfältiger Beobachtungen über das Aeußere der Erscheinung, über dieUmstände und Bedingungen unter denen sie einzutreten pflegt, sowie einer Mengeanalytischer und synthetischer die Frage der Entglasung behandelnder Versuche, wiesie z. B. die Arbeiten Röaumur's, Dartigues', Morveau's, Fournet's,Dumas', Splitgerber's, Kersten's und Pslouze's bieten, stehen sich die An-sichten über die chemischen oder physikalischen Vorgänge, die die Erscheinung bedingen,und daher die verschiedenen Erklärungen des Processes strict entgegen. Währendz. B. auf der einen Seite Dumas i) behauptete, wahrscheinlich hätten wir esbei der Entglasung mit einer Ausscheidung saurerer Silicate, und dann im ent-glasten Glase, mit einem unbestimmten Gemenge bestimmter Silicate, das seinerConstitution nach, als Analogon der aus einem Gemenge fester Fettsäuren er-haltenen Krystallmasse aufzufassen sei, zu thun, eine Auffassung, der sich die