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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Zusammensetzung des Glases.

samerem Erkalten resp. wiederholtem Anwärmen gewann der Ueberschuß der ge-lösten fremden Bestandtheile Zeit sich abzuscheiden, und nahm durch solche in derMasse suspendirt bleibende, feine, daher als Krystalle nicht erkennbare oder sogarwirklich amorphe Abscheidungen, das Glas das veränderte Aussehen an. Solchemamorphen Aussehen nach hierher gehörig, und von directcm praktischen Interesse,insofern durch dasselbe der Beweis geliefert wird, daß Rsaumur's Idee, das ent-glaste Glas für Gefäßbildung zu verwenden, durchführbar, ist ein neuerdings vonStolba^) untersuchtesMilchglas", dessen Zusammensetzung:

Kieselsäure.82'3

Kalk. 3-3

Kali. S-6

Natron. 5'6

Thonerde. 3-2

1000

Die sehr kieselsäurereiche Zusammensetzung diesesMilchglases" es würdedasselbe nahezu einer Sättigung R0 6 8i0^ entsprechen läßt erwarten, daßbei ihm die Entglasung schon bei recht hoher Temperatur, vielleicht während dieMasse noch bildsam, eintritt und, da sie, nach Analogie des oben angeführtenGlases der Sättigung R 0 4 8i Oz zu schließen, sehr rasch erfolgen muß, dieAusscheidungen äußerst klein, somit keine krystallinische Structur crkennbarsein wird.

Die Zusammensetzung des Glases.

Ungeachtet Dumas bereits 1830 bei seinenUntersuchungen über die Zu-sammensetzung der Gläser" ?) zu dem Resultate gelangte, manche Glassorten des

Handels näherten sich in ihrer Zusammensetzung der durch die Formel ^^03 810?

-s- 6a0 3 8i02 ausgedrückten, betrachtete schon er später das Glas nicht als ein-heitliche chemische Verbindung, sondern alsunbestimmtes Gemenge bestimmterSilicate" ^), eine Auffassung, für die, unparteiisch beurtheilt, alle neueren ein-schlagenden Untersuchungen, so namentlich auch die letztmitgetheilten über die Ent-glasung, sprechen. Kann man nun auch im Großen und Ganzen der Dum as'schenAuffassung beistimmen, so bedarf sie doch einer gewissen Erweiterung, um denheutigen Erfahrungen gerecht zu werden.

Vergegenwärtigt man sich, daß der Gehalt an Kieselsäure in den Gläsern desHandels ein sehr schwankender, und daß von dieser Säure in das Glas bei hoher

Polytechn. Centralbl. 1870, S. 1639, nach Abh. d. k. Böhm. Ges, d. Wissen-schaft. 6. Folge, Bd. 84. 2 ) ollira. xüxs. (1830) 44 , 144. ^ Oomxt. rsnä.

40 (18Sö), 1321.