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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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40 Schmelzmaterialien, Kieselsäure.

feuchtem Zustande, auf Kollerruühleu, etwa von der Einrichtung der in nachstehenderSkizze (Fig. 5) wiedergegebenen.

Auf der kreisrunden, aus gut gefugtem harten Granit hergestellten Sohlerollen, in concentrische Kreise um die Triebachse 6 beschreibenden Bahnen, sich

um die gemeinsame Hori-zontalachse L drehend, zweigroße Mühlsteineund zerquetschen hierbei,durch ihr Eigengewicht, dasauf der Sohle ausgebreitete,abgeschreckte und noch feuchteMaterial. Hinter jedem derMühlsteine gleitet eine nachzwei Richtungen schräggestellte niedrige Schaufel nüber die Sohle hin, wendetdas auf der Sohle befind-liche Material, und befördertes gleichzeitig von der Bahndes eben über dasselbe hin-gerollten Steines, auf diedes anderen, in dieser Weise größere Gleichmäßigkeit in der Bearbeitung bewir-kend, bis die gewünschte Feinheit des Kornes erreicht ist. Wie ersichtlich, ist dieSohle von einem Rande umgeben, der ein Herabfallen der zu zerkleinerndenQuarzstücke verhindert. Ist dann der gewünschte Grad der Zerkleinerung erreicht,so wird das gröbliche Pulver durch die kurze Rinne b mit Krücken abgezogen undzum Trocknen ausgebreitet, während neuer Quarz auf den Kollergang aufgegebenwird.

Der Kieselguhr, kieselige Jnfusorienpanzer, die mancher Orten, so z. B.unter der Lüneburger Haide, in mächtigen Lagern vorkommen, ist neuerdingsvielfach den Glashütten recommandirt worden, er ist indeß, wenn auch einerseitsleicht aufschließbar, anderseits sehr voluminös, staubt auch stark, und ist seineVerwendung aus diesen Gründen nicht bequem.

Alkalien. In der Glasindustrie der ältesten Zeit finden wir als alkali-lieferndes Material fast durchgängig die natürliche Soda (dasnttrum" desPlinius und anderer Autoren) verwandt, ein Gemenge von Natronsalzen mitWüstensand, das hauptsächlich von Aegypten aus in den Handel gelangte. Schonzu Plinius' Zeiten war das bei der Gewinnung der Soda in Aegypten üblicheVerfahren dasselbe, das sich dort noch heutigen Tages in Anwendung findet, undist daher die Annahme gerechtfertigt, daß auch die Zusammensetzung der altenSoda im Großen und Ganzen mit derjenigen, der noch bisweilen von dort herin den Handel gelangenden Rohsoda in Ziegelform, übereinstimmte. Laugierund Klaproth, die derartige Soda, ersterer in rohem Zustande (I.), letzterer ge-reinigt (II.), untersuchten, fanden in derselben:

Fig- 5.

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