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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
Entstehung
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Schmelzmaterialien, Kieselsäure. 39

Wie bereits erwähnt bedarf der Quarz, bevor er zur Verwendung kommenkann, einer Aufbereitung. Er wird zunächst durch Handscheidung von ihm häufiganhaftender, fremder Gesteinsart, sowie von ihn durchsetzenden, intensiver gefärbtenAdern getrennt. Behufs weiterer Zerkleinerung wird das Gestein zunächst geglüht,Fig. 2. Fig. 3.

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wobei aller Quarz, auch der durchsichtigste, trübe und weiß wird, dann in Wasserabgeschreckt", wodurch er-in Folge zahlreicher, ihn durchsetzender Risse mürbe undzerreiblich wird. Die Einrichtung des zum Glühen des Quarzes üblichen Flamm-ofens zeigen die beistehenden Schnitte durch einen solchen und das zumAbschrecken"dienende Wasserreservoir L

Der Flammofen, dessen Längsschnitt (Fig. 2) und Horizontalschnitt (Fig. 4)die Feuerung ^4, Feuerbrücke o, den zur Aufnahme des Quarzes bestimmten

eigentlichen Ofenraum Z und denKamin D erkennen lassen, besitzt, wieaus dem Querschnitte (Fig. 3) hervor-geht, eine nach der einen Langseitegeneigte Sohle. Auf dieser werden,je nach der Größe des Ofens, 2500 bis5000 LZ Quarz, in groben Stücken,in der Weise lose aufgestapelt, daß dieFlamme zwischen ihnen möglichstgleichmäßig durchspielen kann, unddann der Ofen angeheizt. In circa4 bis 5 Stunden ist der Quarz roth-glühend; es wird dann das Feuer ge-löscht, und nachdem die Thüren beier und b geöffnet, der Quarz, mittelstdurch d eingeführter eiserner Krücken,in den dicht vor a befindlichen, mitWasser gefüllten Trog Z geschoben. Bei der hier erfolgenden raschen Abkühlungdurchsetzen unzählige Risse die bisher feste Masse und bringen sie in einen zuweiterer Zerkleinerung geeigneten Zustand. Das Zerkleinern geschieht entwedernoch, in recht primitiver Weise, auf Pochwerken, oder geeigneterer, weil rascher,gleichmäßiger und den gesundheitswidrigen scharfkantigen Staub vermeidend, in

Fig- 4.