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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Schmelzmaterialien, Kali.

Wie ersichtlich, sind die Schwankungen in der Zusammensetzung sehr bedeu-tend, der Gehalt an Alkali, in der Zersetzung günstiger Verbindung, nur gering.Es sahen sich daher die Hütten, wollten sie irgend bessere Waare liefern, genöthigt,ihr Alkali durch Auslaugen der Rohsoda, und Eindampfen der erhaltenen Lösungen,wenigstens von den in Wasser unlöslichen Beimengungen zu reinigen. Sulphateund Chlorids bleiben, trotz der größten Sorgfalt, die, wie das schon aus denwiederholten Besprechungen bei Neri, Merret, Kunckel und Anderen hervorgeht,auf dieses Ausziehen der Alkalisalze verwandt wurde, den letzteren beigemengt.Wenn nun auch ein Theil des Sulphats durch dasFritten" zersetzt und nutzbar-gemacht wurde, blieb ein anderer unzersetzt und schied sich während der SchmelzealsGalle" ab.

Da diese Galle von der geschmolzenen Glasmasse abgeschöpft werden mußte,ja behufs völliger Entfernung derselben, bei der Erzeugung der höchsten Glas-sorten, sogar ein wiederholtes Ausschöpfen der ganzen Glasmasse in Wasser, undhierauf folgendes Wiedcrumschmelzen derselben sich als unvermeidlich erwies, ist essehr begreiflich, daß sich die Feinglashütten von der Natronasche ab, und der leichterzu reinigenden Kaliasche, wo sie derselben habhaft werden konnten, zuwandten, unddaher die letztere immer ausgcbreitetere Verwendung fand.

Kali. Das für die Glasindustrie bis vor Kurzem so gut wie ausschließlichverwandte Kalisalz ist die Pottasche. Sie ist theils, in älterer Zeit sogar aus-schließlich, gereinigte Pflanzenasche: Holz-, Rüben- und Weintresterasche, theils mine-ralischen Ursprungs, und zwar aus dem Staßfurter Carnallit (Kaliummagnesium-chlorür: L 01-ft 2 NZ 01-s- 12 HO) gewonnen. Die Holzasche oder Waldaschewird in Europa hauptsächlich in Rußland, Siebenbürgen, Jllyrieu und hin undwieder noch in Ungarn producirt, das größte Quantum derselben indeß von Amerikaaus in den Handel gebracht. Am Productionsort wird die rohe Asche bereitsdurch Auslaugen und Eindampfen der gewonnenen Lösung einer ersten Reinigungunterworfen. Solche einmal ausgelaugte rohe Pottasche enthält noch 10 bis20 Proc. Wasser und organische Substanzen, durch welche sie braun gefärbt er-scheint. Durch schwaches Glühen im Flammofen werden letztere zerstört, underscheint dann die, unter der Bezeichnung! calcinirte Pottasche oder Perlaschein den Handel kommende, Asche hart, hygroskopisch und weiß, oder schwach bläulichgefärbt. Aus der Rübenmelasse, dem als Rückstand bei der Rübenzuckerfabri-kation bleibenden, sehr salzreichen Syrup, wird die Pottasche gewonnen, indemman den nicht krystallisirenden, in Lösung befindlichen, Zucker derselben durchGährung in Alkohol überführt, diesen abdestillirt, die übrigbleibende Schlempe aberzur Trockne verdampft und calcinirt. Die kalireiche Asche der Weintrestern wirdwie die Holzasche behandelt.

Ueber die Zusammensetzung verschiedener xalcinirter Pottaschen des Handelsgiebt nachstehende Zusammenstellung, deren einzelne Angaben Muspratt-Stoh-mann: Encyclopädie der technischen Chemie, ArtikelKalium" entuomnien, eineUebersicht: