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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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46
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46 Schmelzmaterialien, Natron.

Sodasalz Calcinirte Raffinerie 2mal ras- CalcinirtausSoda Soda finirt Krystallen

I.

II.

I.

11.

I.

II.

I.

II.

I.

II.

Kohlensaures Natron.

689

65-5

71-6

70-5

84-0

83-8

84-3

84-7

98-1

98-0

Natronhydrat.

14'4

16-1

11-2

13-1

1-1

0-7

Spur

0-3

Schwefelsaures Natron

7-0

7 8

102

9-1

8-6

9-5

10-2

9-8

10

11

Schwefligsaures Natron

2-2

21

1-1

1-1

Spur

0-4

Spur

Schwefelnatrium . . .

1-3

1-5

Chlornatrium.

4-0

3-9

31

4-3

32

3-3

0-7

06

Natronaluminat....

1-0

1-2

0-9

0-7

1-0

0-6

0-6

0-7

Kieselsaures Natron. .

10

0-8

1-0

10

10

0-8

0-4

0-3

Unlöslich.

0-8

1-0

0-3

0-5

07

0-8

0-3

0-5

100-6

99-9

99-4

100-3

99-6

99-9

95-8

96-3

98-8

99-7

Wie ersichtlich, entspricht die Zusammensetzung, namentlich bei den als2malraffinivt" bezeichneten Sorten, durchaus nicht den Vorstellungen, die durch dieHandelsbezeichnung im Käufer erweckt werden, und ist es daher auch bei der Sodageboten, nur vorher untersuchte Soda zu kaufen und zu verwenden st. Seit etwa10 Jahren wird, so unter Anderen von Müller und Hasberg zu Harburg,unter dem Namen Kryolithsoda eine hochgradige, schöne Soda, die nur Spurenvon Glaubersalz und Kochsalz enthält, in den Handel gebracht. Der Kryolith,Fluornat-rium- Fluoraluminimn (3 idUbff -st Jl^l-st, mit kohlensaurem Kalkgeglüht, zersetzt sich nach der Gleichung: (Zidlab'l -st -st (-(OaOOOst

6 Oalill -st 3 i^s.0 -st H2()3 -st 6 002, h. h, lststrt, neben entweichender Kohlen-säure, Fluorcalcium und in Wasser lösliches Thonerdeuatronoder Natronaluminat. Letzteres, der Schmelze durch Wasser entzogen,wird durch in seine Lösung eingeleitete Kohlensäure zersetzt, und in in Lösung blei-bendes kohlensaures Natron, und sich abscheidendes Thoncrdehydrat verwandelt.Das kohlensaure Natron wird dann aus der Lauge durch Abdampfen der letzterengewonnen, wobei es zunächst als einfach gewässertes Salz (idia, 0002 -st HO) aus-krystallisirt, und dann, durch Calcination seines Wassers beraubt, in den Handel gebracht.

Auch das Zwischenproduct dieser Sodafabrikation, das Natronaluminat,findet neuerdings in der Fabrikation des Milchglases, an Stelle des Kryoliths,mehrfache Verwendung.

Auf den meisten Spiegelgicßereien und Tafelglasfabriken, sowie auf zahl-reichen Weißhohl- und Grnnglashüttcn, ist im Laufe der letzten Jahrzehnte dieSoda durch das Glaubersalz oder Sulphat (schwefelsaures Natron) verdrängtworden. Die ersten hierher gehörigen Versuche stellte 1764 Laxmann in Si-birien mitunreiner Soda", die er durch Glühen von natürlichem Glaubersalzaus dem See Tsagan Noor mit Kohle gewonnen, an, und führte, auf diese Ver-suche gestützt, die Verwendung des Glaubersalzes 1781, somit ziemlich gleichzeitigmit den ähnlichen Versuchen de la Mstherie's, auf der Schilkinski'schen

st Ich übergehe hier. wie durchgehend, die Prüfungsmethodeu. Für den Chemikerwäre ihre Aufführung überflüssig, der weniger Geübte, der sich auf eigenes Risico aneine Untersuchung wagen will, findet Ausführliches in der betreffenden Literatur, so inBolley's Handbuch der technisch-chemischen Untersuchungen (Leipzig, Förster).