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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Schmelzmaterialien. Chromoxyd. Zinkoxyd.

erde) hervortretende Entgleisung dieses Glases bewirkt, greift in Folge seines Fluor-gehaltes die Schmelzgefäße stark an, indem er dem Thon Kieselsäure entzieht; erist daher neuerdings mit Vortheil durch das aus ihm gewonnene Natronaluminatersetzt worden

Das Chromoxyd dient in der Glasfabrikation als Färbemittel, und ertheiltdem Glase eine lebhafte gelblichgrüne Farbe (Annagrün). Aus dem Chromeiscn-stein gewonnen, finden von den Chromsalzen die beiden verbreitctstcn, das saure(rothe) und das neutrale (gelbe) chromsaure Kali (LOllOrO^und LOOrO^),in der Glasindustrie Verwendung. Das saure (rothe) Salz spaltet sich beimGlühen unter Sauerstofsvcrlust in neutrales Salz und sich abscheidendes krystal-linisches Chromoxyd, das, stark glänzende dunkelgrüne sechsseitige Tafeln bildend,in schmelzendem Glase sehr schwer löslich ist. Eine Folge solcher Spaltung,und der Unlöslichkeit des krystallinischen Chromoxydcs, ist das Auftreten intensivdunkelgrüner, unvcrglaster Partikelchen in mit dem sauren Salze gefärbtemGlase. Pslouze hat die Schwerlöslichkeit des sich abscheidenden Chromoxydszur Herstellung seines grünen Chromaventurins, eines, reichliche Quantitäten vonChromoxydkrystallen einschließenden, dunkel grasgrün gefärbten Glases, benutzt 2 ).

Unter bisher nicht näher bekannten Umständen wird das mit Chromoxydgefärbte Glas opak, und geht hierbei das Grasgrün desselben in ein dunkelesSmaragdgrün über. Bontemp's Behauptung, mit neutralem chromsanrcnSalz gefärbtes Glas nehme diese Färbung stets an 2 ), fand ich bei dircctcn Ver-suchen mit neutralem Salze nicht bestätigt, wohl aber beobachtete ich ein solchesUmschlagen der Farbe einmal, als mit saurem Salze hergestellter Chromavcntnrinmit einem Holzstabc gerührt worden war, umGalle" zu reduciren. Was hierdie Veranlassung der Farbenverändcrung gewesen, muß vorläufig dahingestelltbleiben.

Das Zinkoxyd ist nach BontempsH versuchsweise von Mass inClichyin die Glascomposition eingeführt worden. Er bereitete ein Crownglas (Gefäßeaus demselben waren 1851 in London auf der Ausstellung), das im Ganzen gutwar, sich jedoch von anderem guten Glase wenig unterschied, und in seinem An-sehen dem Blcikrystall lange nicht gleich kam. Sein specifisches Gewicht war 2,65, seine Zusammensetzung, nach Claudet's Analyse:

Kieselsäure.57'17

Borsäure. 6'76

Bleioxyd. 3'90

Zinkoxyd.14'50

Kalk. 1'67

Kali.17-00

101-00

1) Polytechn. Centralblatt 1870, 631.

2 ) 6omxt. i-snä. 61 , 613 (Polytechn. Centralblatt 1865, S. 1642).b) Uontsmxis, Cnicls än vsrrisr (Uaris 1868), p. 99.

4) Lontsinps, Cntlls <lr> vsrrisr, x. 86 st 665.