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Schmelzmaterialien. Nickel. Kobaltoxyde.
Der Unbeständigkeit und Unsicherheit der Manganentfärbung, die sich mitdein stets allgemeiner werdenden Jnaufnahmekommen heiß gehender Ocfen, undden gesteigerten Ansprächen in Bezug auf Farblosigkeit des gewöhnlichen Wciß-hohlglases (Natronkalkglascsf immer fühlbarer macht, ist es zuzuschreiben, daß dieVerwendung des Braunsteins als Entfärbungsmittel, wenigstens für Natron-gläser, mehr und mehr zurücktritt, und durch die zuverlässige und constanteNickcloxydulentfärbung, ungeachtet letztere kaum so schön, über kurz oder lang wohlgänzlich verdrängt werden dürfte.
Die beiden Oxydationsstufen des Nickels, das grünliche Nickeloxydül (Xi O)mit 78,4 Proc. und das schwarze Nickeloxyd mit 71,1 Proc. Nickel,
welch letzteres sich beim Glühen unter Sauerstoffabgabe in das Oxydul verwandelt,sind Products der chemischen Industrie. Sie kamen als Entfärbungsmittel,soweit bekannt, zuerst in Frankreich, wo sie, nach Bontemps, durch de Fon-tenay eingeführt wurden, zur Verwendung. Das Nickeloxydul ertheilt in reinemZustande dem Glase eine sehr intensive, trübe, röthlich braune Farbe, wogegendie Oxyde des Handels, die oft geringe Quantitäten von Kobalt enthalten, oftbraunviolett färben. Eine dem Manganviolett ziemlich ähnliche Färbung gabmir ein Gemenge von Nickeloxydül mit 5 bis 7 Proc. Kobaltoxyd. Außer fürdie Entfärbung ist die Verwendung des Nickels in der Glasindustrie eine sehrbeschränkte, anderen färbenden Metalloxyden beigemischt wird es zur Erzeugungdes neutralen Grau für Schutzbrillen benutzt.
Wie durch Braunstein wcinroth, so wurde auch durch Kobaltoxyd blaugefärbtes Glas bereits von den ägyptischen Hütten geliefert. In späterer Zeitging die Kenntniß des Kobaltblau, wenn überhaupt eine solche bestand, und nicht dieKobaltgläser, was wahrscheinlicher, gelegentlich verwandte Schlacken waren, verloren,und kommt derartig blaugefärbtes Glas dann auch schon im XV. Jahrhundertwieder vor, so wurde die bläuende Wirkung der Kobalterze mit Bestimmtheit docherst von Christoph Schür er, einem crzgebirgischcn Glasmacher in der erstenHälfte des XVI. Jahrhunderts, entdeckt, und erst im Anfange des XVII. Jahr-hunderts das erste Blaufarbwerk angelegt. Im XVII. und XVIII. Jahrhundertbenutzte man auf den Hütten von den Kobaltverbindungen ausschließlich nur denZäff er, das geröstete rohe Erz, später trat vielfach die Smalte, ein mehroder weniger kobaltreiches Glas, an seine Stelle, und erst in den letzten Jahr-zehnten greift die einzig und allein sichere Resultate liefernde Verwendung reinenKobaltoxydcs zur Glasfärbung mehr und mehr um sich.
Das Kobaltoxyd färbt Kaliglas intensiv und rein blau; Natronglas, mitKobaltoxyd gefärbt, zeigt dagegen einen ausgesprochenen violetten Stich. In sehrgeringen Quantitäten wird Kobaltoxyd, und zwar für sich allein oder nebenNickeloxydül, hier und dort auch als Entfärbungsmittel dem Glase zugesetzt.
Ein Bestandtheil des Glases, der in den meisten Fällen nichts weniger alserwünscht ist das Eisen, von dessen beiden Oxydationsstufen, dem Oxydul (b's O)und dem Oxyd (b's^O^), wenigstens Spuren in jedem Glase zu finden sind. ImSande, in der Pottasche, der Soda, dem Glaubersalze, im Kalk wie in derMennige, wird das eine oder das andere Oxyd des Eisens, oder auch beide, demGlase zugeführt, und äußert dann seine Wirkung, indem das Oxyd eine gelb-