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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Schmelzmaterialien. Kupseroxyde.

Kupferhammer-schlag, der sich bei andauerndem Glühen an der Luft in Oxyd ver-wandelt, dem Glase als färbende Bestandtheile zugesetzt. Das schwarze Kupfer-oxyd, 6 u 0 , ertheilt dem durchsichtigen Glase eine blaugrüne Färbung, die schondie ältesten Gläser sehr häufig zeigen, und führt auch Plinius die Verwendungdes Kupfers in Glasgemengen bereits an. Ausschließlich mit Kupferoxyd gefärbtemoderne grüne Gläser dürften kaum vorkommen, und empfiehlt sich ihr kalterTon auch wenig, um so häufiger wird das Kupseroxyd neben Chromoxyd, dessenGclbgrün es dämpft und blauer macht, angewandt. Wichtiger als die durch dasOxyd hervorgebrachte nicht sehr intensive grüne Färbung ist für die Glasindustriedie durch das Oxydul bewirkte leuchtend blutrothe, die ebenfalls schon in antikenägyptischen Gläsern vorkommt, und in opaken Massen in eine mehr oder wenigerzicgelrothc übergeht. Daß solche Färbungen alle dem Kupfer zuzuschreiben wieszuerst KlaprothH an antiken Gläsern nach, deren Zusammensetzung:

Rothe undurch-

Blaues durch-

Undurchsichtige

sichtige Paste

sichtiges Glas

Paste, spangrün

Kieselsäure .

. . . 710 .

. . . 81-5 . .

. . 65-0

Bleioxyd . .

. . . 140 .

... . .

. . 7-5

Kupferoxyd .

. . . 7-S-).

... 0-5 . .

. . io-o

Eisenoxyd. .

... 25 .

... 9-5 . .

. . 3-5

Thonerde . .

... 10 .

... 15 . .

. . 5-5

Kalk. . . .

... 1-6 .

... 0-3 . .

. . 6'5

97-5 .

. . . 93 3 . .

. . 98-0

Der Gebrauch des Kupferoxydes zum Rothfärben, wobei dem Glassatze,um das Oxyd in Oxydul überzuführen, reducirendc Agentien zugesetzt werden,erhielt sich durch Tradition lange Zeit hindurch; so führt Heraclius die Verwen-dung desselben zur Erzeugung des rothen Glases, das Pliniusvilruiu lrasiuali-nuur" 3 ), erFulisuuiu" nenntH, z. B. noch an, und verwendet neben gebrannterKupferfeilcnicht völlig ausgebrannte Asche", deren Kohle als Reductionsmitteldient. Mancher Orten scheint sich sogar die Kenntniß des Rothfärbens mitKupfcroxydul dauernd, bis auf den heutigen Tag vererbt zu haben. Dem PriesterAntoniuS Neri von Florenz z.B., dessen Werk Kunckel commentirte, ist sie nichtfremd, und giebt er Recepte zur Herstellung in dieser Weise gefärbten Glases(10880 in Ooxo") sowohl mit Hilfe von Kupferschlacke, als mittelst Hammer-schlages, neben solchen für grüne Kupfergläser, die er zu Pisa durch gleich-zeitige Verwendung von Eisenoxyd und Kupferhammerschlag hergestellt habe.Wie das schon Kunckel bekannt war, gehört übrigens zu gleichmäßig gutemGelingen des transparenten Kupseroxydulroths besondere Aufmerksamkeit bei

Klaproth: 8ur guslcxuss vitriüoatious anli^uss. Nein. äs l'aoaä. äsLsrlin 1798, x. 3.

2) Das von Klaproth als Kupferorhd bestimmte Kupfer der rothen Paste war,wie spätere Untersuchungen ergaben, wenigstens zum Theil als Orydul im Glase vorhanden,nist. uat. 36, 197.

Os artiyus si oolorilms Roruauoiuiu 3, 7.