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Schmelzmaterialien. Kalireiche Gesteine.
bende Bestandtheil, überzeugte sich aber im Verlaufe seiner Experimente davon,daß die Färbung nicht solchem, sondern aus dem gewöhnlichen Glase beigemengtemAlkalisulphat durch Reduction entstandenem Schwefelmetall zugeschrieben werdenmüsse. Durch eine neue Publication Splitgerber's i) wurden die ErgebnissePölouze's bestätigt.
Ein schätzenswerthes Rohmaterial, das die Glasindustrie sich mehr nutzbarzu machen suchen sollte, als es bisher geschieht, bieten mehrere in großen Massenvorkommende alkalisilicathaltige Mineralien und Gesteinsarten, die, ihres meisthohen Eisengehaltes wegen, allerdings fast nur für die Fabrikation ordinärerWaare (Grünglas) geeignet sind, hier aber, wo es vor Allem auf ökonomischesGemenge ankommt, sich auch mit großem Vortheil verarbeiten lassen. Die beach-tenswerthesten, weil alkalireichsten, sind die Feldspathe, Phonolithe, Ba-salte, Laven und trachytischen Gesteine sowie diesen verwandte.
Einen lleberblick über die Zusammensetzung solcher Mineralien bieten die nach-stehenden Ergebnisse der Analysen einiger Feldspatharten, Laven und trachytischenGesteine, sowie die aus zahlreichen Analysen von Monolithen und Basalten ab-geleiteten Aufstellungen der Maxiina und Minima der Einzelbestandtheile, derenWerthe Bischof's chemischer Geologie entnommen sind.
Feldspathe
Phonolith
Basalt
Lava
Trachytisch.
Gestein
Ortho-
klas
Mbit
Oligo-
klas
Nugit
Max.
Min.
Max.
Min.
1.
2.
1.
2.
Kieselsäure . .
65 52
66-11
60-39
47-38
62-61
50-02
55-86
36-68
49-21
61-19
59-30
78-87
Thonerde . . .
17-61
18-96
24-81
5-52
2409
15-16
28-67
10-34
15-76
17-18
1700
11-62
Eisenoxyd . . .
0-80
0-34
0-38
3-85
5-42
—
s 23-33
5-59s
—
5-46
4-45
1-12
Eisenorydul . .
—
—
—
7-89
9-00
—
j
i
11-84
—
—
—
Manganoryd. .
—
—
—
—
109
—
! 1-84
0-01
Manganorydul.
—
—
—
0-10
1-45
—
j
Kalk.
0-94
3-72
2-45
19-10
14-81
003
16-08
4-09
6-97
1-52
1-27
0-54
Magnesia . . .
—
016
0-78
15-26
3-00
—
11-82
0-22
601
0-23
0-40
0-46
Kali.
12-98
0-57
1-75
—
9-52
0-12
4-30
Spur
4-37
4-37
7-97
311
Natron....
2-30
9-24
8-54
—
1142
2-56
7-35
Spur
606
7-98
9'76
3-94
Alkali in Summa
—
—
—
—
16-64
2-68
8-70
Spur
—
—
—
—
Die größte Constanz in der Zusammensetzung zeigen noch die Feldspathe, beiallen übrigen sind, wie ersichtlich, Schwankungen innerhalb recht weiter Grenzenvorhanden, und schon hieraus klar, daß eine Benutzung derartiger Materialien,ohne für den einzelnen Fall angestellte, vorhergehende Analyse, nur zufällig zu
llonrpt. rouä. 02 (1866), 352.