Thon. 71
selbst davon zu überzeugen Gelegenheit gehabt, daß ein sehr weiches Glas derZusammensetzung:
Kieselsäure.
. 62-3
Natron.
. 6-8
Kali.
. 21-1
Kalk.
. 6-5
Thonerde I- Eisenoxyd .
. 3-3
100-0
das in einem Glasofen primitivster Construction zwar sehr langsam aber gutschmolz und läuterte, im Siemcns'schen Regenerativ-Glasofen bei normalemGange des letzteren, nicht blankgeschürt werden konnte, da es nicht aufhörte Blasenzu werfen und sich dabei stets gispig erwies.
Hafen und Ofenbau.
Der Thon und seine Behandlung.
Das einzige Material, das den zerstörenden Einflüssen, welche die im Glasofenandauernde Weißgluth, schmelzende Alkalien, und ihre Dämpfe ausüben, einiger-maßen zu widerstehen vermag, ist der Thon, die aus der allmäligeu Zersetzungthonerdehaltiger Silicatgestcine hcrvorgcgangcne, meist sedimentär abgelagerte,kieselsaure Thonerde; und auch ihre Widerstandsfähigkeit ist keine absolute, da siean und für sich schon zwar sehr schwer, aber nicht unschmelzbar, sich z. B. in derWeißgluth glasirt, und in Berührung mit Alkalien zu einer cmaille- oder glas-artigen Masse zusammenschmilzt. Lange nicht alle Lagerstätten bieten den Thonin einem Zustande der Reinheit, der den hochgespannten Anforderungen der Glas-fabriken entspricht, ja der Fundstätten besten feuerfesten Thones giebt es im Ganzennicht allzuviele und liegen die meisten derselben in geologischer Beziehung unterder Tertiär- und über der Krcideformation. Zu den berühmtesten Lagern feuer-festen Thones zählen in Deutschland von rheinischen die von Vallendar beiCoblenz und von Mehlem gegenüber Königswinter; in der Provinz Hessen-Nassaudas Lager zu Großalmerode in der Nähe von Casscl, das seit dem XVI.Jahr-hundert abgebaut wird, und diejenigen in dem Kreise Montabaur (Selters) diebereits seit dem XIV. Jahrhundert ausgebeutet werden, deren Product indeß meistüber Vallendar als dortiger Thon auf den Markt kommt; dann die bayrischenLager von Grünstadt in der Pfalz und in der Umgegend von Passau undDeggendorf, das sächsische von Klingenberg bei Freiberg, das schlesischc vonSaarau u. e. a. Böhmen besitzt recht brauchbaren Thon zu Pilsen undMelnik, Oesterreich zu Göttiveih in Obcrösterreich, und zu Leoben inSteicrmark, Rußland zu Gluchow (Porcellanthon), Schweden zu Högenäs bei