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Thon.
Thon mit zunehmenden Quantitäten Glaspnlver, formt aus den GemengenPrismen, und prüft das Verhalten der letzteren in hohen Hitzegraden. Das Re-sultat zahlreicher derartiger Prüfungen war, das nach den Ergebnissen der StudienRichters', über die Strengflüssigkeit der Thone, vorauszusehende: „im Ganzenund Großen genommen, ist, für die geringere oder größere Schmclzbarkeit einesThones durch Glas, dessen höhere oder tiefere Pyrometrische Stellung maßgebend."Haben nun derartige Untersuchungen auch unleugbar ein gewisses theoretischesInteresse, so ist, mir wenigstens, nicht klar, welchen Werth dieselben für die Praxishaben sollen. Sandreiche Thone sind für den Hafenbau auf Glashütten bereitsseit Alters nicht besonders beliebt, im Ucbrigen aber kommt im Glasofen derThon stets, namentlich aber in den Häfen, mit so unverhältnißmäßig großenQuantitäten Glas in Berührung, daß hier wenig daran liegen kann, ob er 10oder 20Proc. seines Gewichtes an Glaszusatz bedarf, um nicht mehr feuerbeständigzu sein, und ist es andererseits bekannt, daß das stärkere oder schwächere Angc-griffenwerden der Häfen durch das Gemenge und das schmelzende Glas, vor Allein,von der größeren oder geringeren Porosität der Hafenmasse, somit von der Arbeitdes Hafcnmachers und von der Basicität des geschmolzenen Glases abhängig ist.
Von größter Wichtigkeit, neben der Feuerbeständigkcit eines Thones, ist seinBiudevcrmögcn, seine „Fettigkeit oder Magerkeit", seine Bildsamkeit oder Plasti-cität, eine Eigenschaft die, wenigstens soweit es sich um rohe feuerfeste Thonehandelt, auf das Verhältniß der Gehalte an kieselsaurer Thonerde als dem„fetten" und an freier Kieselsäure (Sand) als dem „mageren" Bestandtheilezurückzuführen ist. Wie bereits oben angeführt, und näher besprochen, hat fürBestimmung und numerische Bezeichnung des Bindevermögens Bischof eine sehrbrauchbare Methode aufgestellt, die Jedermann zu benutzen im Stande, und die,wenigstens bei einem und demselben Beobachter, direct vergleichbare Wertheliefert. Um auch die Beobachtungen Verschiedener sicherer vergleichbar zu machen,erscheint es indeß wünschenswerth, daß die Korngröße des Quarzpulvers einebestimmte fei, und der Finger als Reibfläche, etwa durch eine Gänsefederfahncoder einen Roßhaarpinsel von bestimmter Haarlänge, mit dem die Probe abzu-stäuben wäre, ersetzt würde, da hierdurch die Schwankungen in der Kraft desAngriffs kleiner werden würden.
Eine andere Methode die Bildsamkeit eines Thones numerisch zu bestimmen,die sich ebenfalls durch leichte Ausführbarkeit recommandirt, hat Stein empfohlen st.Er bestimmt den Zusammenhang der Theile indem er aus der mit Wasser ange-rührten Masse Stäbe von bestimmter Dimension formt und diese vollständig aus-trocknen läßt, dann einen solchen Stab mit seinen Enden auf zwei, stets in der-selben Entfernung befestigte Latten legt, und nun das Gewicht bestimmt, das, inder Mitte der Länge des Stabes wirkend, erforderlich, um ihn durchzubrechen.Auch bei dieser Art der Bestimmung ist darauf zu achten, daß die Stäbe aus gleichfeuchtem Thone und unter Verwendung gleichen Druckes geformt werden, willman brauchbare Resultate gewinnen.
Mit der Plasticität eines Thones steigt und füllt im Ganzen das „ Schwindeu",
st Glasfabrikatwn, S. 77.