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Thon.
gesonderten Bruchstücke früherer Schmelzöfen und der beim Gebrauche schadhaft ^
gewordenen, aus dem Ofen entfernten Häfen, die Hafenschcrben. Stehen nun ^
auch der gebrannte Thon und die Stein- und Hafenschcrben, einander insofern di
nahe, als beide, ohne weitere Zusätze, aus dem rohen Thon gewonnen worden, ^
so sind doch die Aufgaben die diese Materialien beim Hafen- und Ofenbau in §
der Thonmasse zu erfüllen haben, gänzlich verschiedene. Der rohe Thon, allein ^
angewandt, ist zwar sehr plastisch, aber, einerseits ist es kaum möglich, ihn in st
steifem Zustande mit Wasser dermaßen durchzuarbeiten, daß die Masse der uner-läßlichen Bedingung, aller Orten gleichmäßiger Feuchtigkeit entspräche, andererseits z
würde derartiger Thon, in Folge der großen Dichtigkeit der Masse, in einiger- xj
maßen dicken Lagen nicht gleichmäßig trocknen, und in Folge dessen unvermeidlich E
rissig werden. Hat man aber ein Gemenge von rohem und gebranntem Thone s
in Arbeit, und bringt mit diesem Wasser zusammen, so verhindert der gebrannteunplastischc Thon einmal die Bildung dichter undurchlasscndcr Umhüllungsschichtenan der Grenze zwischen Thon und Wasser (die Entstehung trockncr, nur von einernassen Thonschicht umgebener Klumpen und Knoten), dann aber saugt er, als sehrporöse Substanz, begierig und rasch ein verhältnißmäßig großes Quantum Wasserauf, und giebt solches später allmälig an den rohen Thon ab, in dieser Weise
eine gleichmäßige Vcrtheilung der Feuchtigkeit in der Masse vermittelnd. Sollder gebrannte Thon solche Vermittelung gleichmäßiger Anfeuchtung der Thonmassegut erfüllen, so darf die Temperatur, während des Brennens desselben, nicht I
zu hoch gesteigert werden. Einen Einblick in die während des Brennens statt- o
findende Veränderung des Dichtigkeitszustandcs der Thonmassc, geben nachstehende d
Daten. Der fette Thon von Vallendar brennt sich bei Heller Rothgluth ziemlich a
weiß. Er stellt dann eine sehr poröse, unter leichtem Hammerschlagc scharfkantig li
brechende, in Wasser nicht zerfallende, an der Zunge rasch und stark haftende n
Masse dar, die nach einem Mittel aus mehreren von mir angestellten Versuchen, h
unter Wasser 13 3 Proc. Wasser aufsog. Stärker gebrannt, wurde er dichter, b
gelblich, haftete an der Zunge nicht mehr so stark, und sog nur noch 6'7 Proc. I
Wasser auf; noch weiter erhitzt endlich, glasirte er sich oberflächlich, nahm porcel- 2
lanartigen Bruch an, und absorbirte nunmehr nur noch 0 3 Proc. seines Eigen- g
gewichtes an Wasser. Daß der gebrannte Thon neben solcher Unterstützung g
gleichmäßiger Wasseraufnahme in die mit ihm versetzte Thonmassc, sowie gleich- u
mäßigen Trocknens der durch ihn porös erhaltenen Objecte, auch das Schwinden g
beim Brennen, in dem Maße als er stärker oder schwächer gebrannt, in Schranken s>
zu halten vermag, ist unzweifelhaft, in letzterer Beziehung aber wirken energischer h
als er, die gemahlenen Stein- und Hafenschcrben, die bei der Temperatur des a
Schmelzofens bereits zu größter Dichtigkeit zusammeugeschwunden, sich in gleicher d
Hitze nicht weiter zu contrahiren vermögen. An Stelle der letzteren verwenden d
manche Hütten neuerdings grobkörnigen, reinen Sand in ihren Gemengen zu ll
Ofensteinen, und wollen Manche beobachtet haben, daß letzterer, sich in hohen F
Temperaturen aufblähend, dem Schwinden sogar direct entgegenarbeite. Recom-mandirt wird z. B. für Steine zu den heißgchenden Siem ens'schcn Regenerativ- k
Gas-Ocfen ein sehr wenig plastisches Gemenge, bestehend aus gleichen Theilen k
rohem Thon, Hafenschcrben und scharf gebranntem Sande, alles in ziemlich fein d