88 Hafenbau.
Soll ein Hafen gebaut werden, so beginnt der Hafenmacher damit, das„Hafenbrett" (konvoau) eine runde, circa 2 bis 3 om starke Holztafel,von einem Durchmesser, der den größten des anzufertigenden Hafens umetwa 20 om übertrifft, und die bisweilen, behufs leichterer Manipulation, mitNg, ein paar unter ihr durchgehenden Traghöl-
zern, wie solche Fig. 13 erkennen läßt, ver-sehen ist, auf einem daruntergelegten Holz-kreuz, von 5 bis 10 om Dicke sicher, undgenau horizontal, aufzustellen. Ist solchesgeschehen, so bringt er auf das Brett, um dasAnhaften der feuchten Thonmasse an demselbenzu verhindern, eine ein Paar Millimeter dickeSchicht grob gemahlener Hafenscherben, oderbedeckt das Brett mit einem Stücke groben Packtuches oder einer Matte. Unter-ließ hat ein Gehilfe eine Portion Hafenthon aus dem Thonkasten genommen,und diesen, mittelst eines au zwei kleinen Handhaben befestigten dünnen Kupfer-drathes, in 15 bis 20 om lange, und etwa halb so dicke, Klumpen geschnitten,die er dem Hafenmacher zur Hand legt. Dieser ergreift die Klumpen und wirftsie, einen nach dem anderen, mit voller Kraft, auf die Mitte des Hafenbretts,bis sich hier ein zur Formung des Bodens genügender Haufen Thon angesammelt,der durch das kräftige Auswerfen dicht vereinigt, keine Höhlungen und LuftblasenNg. i 4 . enthält. Ist dieses geschehen, und der Thon-
haufen durch Schlagen und Drücken zu einemFladen von ziemlich gleichmäßiger Dicke, undeinem Durchmesser, der einige Centimeter kleiner,als der des Hafcnbodens werden soll, aus-gebreitet, so wird die „Form" (mouts, moutä)auf das Hafcnbrctt gestellt. Diese Form istein aus starken Faßdauben zusammengesetzterKübel ohne Boden, der, wie dieses Fig. 14zeigt, durch zwei eiserne, an einer Seite offene,und hier mittelst Vorstcckers zu verschließende,starke Reifen zusammengehalten wird, und vorder Verwendung, um das Anhaften des Thonszu verhindern, inwendig mit Streifen benetzten Packtuchcs glatt ausgekleidetworden ist. Steht die Form fest an ihrem Platze, so beginnt nun der Hafen-macher seinen Boden zu vollenden, er stampft zu diesem Zwecke den auf demHafenbrette, und nun mehr innerhalb der Formwände, befindlichen Thonkuchenzunächst mittelst des „Stampfers" (Fig. 15) soweit auseinander, daß er dieForm am Boden ausfüllt, bringt den so hergestellten Hafenboden überall aufgleiche Dicke, und drückt endlich die Ränder desselben, mittelst des gekrümmtenZeige- und Mittelfingers der geballten Faust, nieder, und recht scharf in denWinkel zwischen Form und Hafcnbrctt hinein. Die durch letztere Operation ge-wonnene rinncnartigc Vertiefung dient als Ansatzstclle für die hier aufzusetzendenHafenwände, und wird, damit die Verbindung des Bodens mit den Wänden
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