94 Ofenbau.
niedriger, bereits ein Abstehen beginnt, und tritt dann durch eine die gekrümmteScheidewand zwischen A, F und 6 von Z nach 0 hin durchsetzende Communi-cationsöffnung, nahe am Boden, in den hier sehr engen, zuerst beschriebenen, Hafen-theil 0 über, der mit einer Kappe versehen, ein gedeckter Hafen ist. In diesemTheile herrscht, in Folge der Deckung und der Communication mit der Außen-lnft, niedere Temperatur als in ^4 und L, das Glas verliert daher hier die zugutem Läutern erforderlich gewesene Dünnflüssigkeit völlig und nimmt, allmäligaufsteigend, die zu seiner Verarbeitung erforderliche Zähigkeit an. In dem Maße,als aus 0 durch die Ausarbeitung Glas entfernt wird, wird auf A. neues Ge-menge aufgegeben, so daß das Niveau der Glasmasse in L und 0, mit nur sehrgeringen Schwankungen, stets dasselbe bleibt. Wird der Ofen regelrecht geführt,so daß stets die höchste Temperatur im oberen Theile des Hafens waltet, so sinddie, mit solchen continuirlich arbeitenden Siemens'schen Häfen erreichbarenResultate vollkommen befriedigende, und kann nicht nur ordinäres Grünglas, sondernauch feines Wcißhohlglas und Farbenglas, mit ihrer Hilfe, continuirlich geschmolzenund ausgearbeitet werden.
Der Ofenbau.
Aus demselben Materiale wie die Häfen, dem feuerfesten Thone, werden auchdie Schmelzöfen, entweder ganz, oder doch zum größten Theile erbaut, neben diesemMateriale indeß häufig auch Quarz, und zwar sowohl in Form von Sand, inder er als Cement dem Thone zugesetzt wird, als auch als gebrochener Sandstein,und endlich als aus Quarzitfragmentcn hergestellte Formsteine, vielfach mit bestemErfolge als Baumaterial benutzt. In älterer Zeit wurde der ganze Ofen häufigaus Bruchsteinen gebaut, oder aus feuchtem Thon durch Zusammenstampfen undBläueln oder „Platzen" desselben „geschlagen" und als zusammenhängende Massein einem Stücke geformt. Diese letztere Art des Bauens I, veranlaßt durch dasStreben, alle Fugen, die der Flamme, der auffliegenden Herdasche und dem aus-flicßcnden oder über den Hafenrand entleerten Glase für ihre corrodirenden Wir-kungen Angriffspunkte liefern, zu vermeiden, die, gelang es auch, selbst beigrößter Aufmerksamkeit, nie, das Reißen gänzlich zu umgehen, noch zu Beginnunseres Jahrhunderts (Loysel) für die unzweifelhaft beste galt, ist, wenigstens ausbedeutenderen Etablissements, als unpraktisch aufgegeben. Heutigen Tages werdendie Oefen nur noch aus entweder lufttrockenen, oder vor ihrer Verwendung bereitsgebrannten Formsteinen größeren und kleineren Formats, sowie, in einzelnenTheilen, aus Sandstein hergestellt, und hierdurch namentlich der Vortheil erreicht,daß sie nicht reißen, und daß, da bereits das ganze Ofenmaterial für einen Umbaufertig und trocken gestellt werden kann, während der alte Ofen noch im Gange,beim Montiren eines neuen Ofens, im Vergleiche mit dem alten Verfahren, we-sentlich an Zeit gespart wird.
Der zur Anfertigung der Formstcine benutzte Thon ist entweder, wie der
9 Derartig gebaute Oefen, neben solchen aus Formsleinen werden unter anderenin der „tüncxotopeckis in totio" aufgeführt.