Thongemenge. 95
Hafenthon, ein Gemenge von rohem Thon, gebranntem Klumpcnthon und gemah-lenen Hafen- und Ofenschcrbcn, und unterscheidet sich dann von dem Hafcnthonhauptsächlich durch sein gröberes Korn, sowie dadurch, daß er durchgängig bedeutend„magerer", ärmer an ungebranntem Thon, hergestellt worden, oder er ist ein Ge-menge von Thon mit möglichst reinem, cjscnfreiem, gewaschenem und gebranntemSand, das auch bereits im vorigen Jahrhunderte verwandt wurde H, undsich, da Steine aus ihm beim Brennen nicht schwinden, namentlich für die Con-struction von Wölbungen gut bewährt hat. Rccommandirt wird ein derartigesGemenge aus 2 Thln. Sand auf 1 Thl. Thon, bereits von Leng (1832).
Je nach dem Platze, den die Steine im zu bauenden Ofen einnehmen sollen,wird, entsprechend der Temperatur der sie zu widerstehen haben, sowie dem Umstände,ob sie mit flüssigem Glase in Berührung kommen, oder nicht, der Thonmasse einebald fettere, bald magerere Zusammensetzung gegeben, doch sind, wie für den Hafen-thon, so auch für den Thon zu Steinen, die Vorschriften für die Gcmengeverhült-nisse sehr verschiedene. Flamm rccommandirt die nachstehenden:
Für Steine der Bank
des
der Mauern Gewölbes
aus Thonvon:
Roher ThonGebrannterScherbenSand
Anden- Forges les Lon- Val- Klin- An- Fvrges Lon- An- Forgesnes Eaur geau lendar gen- den- les geau den- les
berg nes Eaur nes Eaur
11 1 2 5 6 1 7 2 4 2
— — 1 — — — — —— — —— — 1-5 — 7 — — 14 1 — —
3 6 — 1 — 82 12 — 73
Bontcmps verwendet zu Ofensteinen Thongcmenge, die für die Bank aus1 Thl. rohem auf 2 Thle. gebrannten, für noch weniger dem Schwinden unter-worfen sein sollende Steine, so die an den Arbeitslöchern, aus 1 Thl. rohem auf3 Thle. gebrannten Thon bestehen, und ersetzt, für Gewölbestcine, in letzteremGemenge den gebrannten Thon durch gewaschenen Sand, alle Materialien durchein Sieb von 6 bis 7 Fäden aus den Centimeter schlagend.
Bewährt durch ihre Feuerfestigkeit sind manche englische feuerfeste Steine, sodie aus Stourbridge-Thon, von denen die renommirtesten die Marketragen, und die schottischen aus der Fabrik von Sprot in Garnkirk, die beideweit über die Grenzen Englands hinaus ihre Verwendung finden. Leider bietendie in die Öffentlichkeit gelangten Angaben über ihre Herstellung ch in Beziehungauf das Verhältniß, in dem roher und gebrannter Thon, oder Sand, bei ihrcrHerstcllung vermengt werden, nichts Näheres. Daß beim Ofcnbau sowohl diese,wie die auf den Glasfabriken selbst angefertigten Formsteine, auch nur mit fcucr-
Siehe die beiden oben eiterten französischen Encyclopädieen, sowie: Löse.:Osuvrss T. 1.
ch Gurlt, in Berg- und Hüttemnänn. Zeitung 1855, Nr.4 (Percy-Knapp: „DieMetallurgie" Bd. 1, S. 241), sowie Lunge: Die Verarbeitung des feuerfesten Thones zuStourbridge. Polyt. Ccntralblatt 1866, S. 453.