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Formsteine.
festem Thon vermauert werden dürfen, wobei auf möglichst dichte Fuguug be-sonders zu achten ist, bedarf wohl kaum besonderer Erwähnung. — Bei der Stein-fabrikation werden die trocken angefertigten Gemenge von rohem und gebrann-tem Thon, oder von Thon und Sand, wie die Hafcnthongemenge, mit dem er-forderlichen Quantum Wasser versetzt, und, durch wiederholtes Treten, zu einergleichmäßig durchfeuchteten Masse verarbeitet. Aus dieser werden dann die Steinein hölzernen oder eisernen Formen ohne Boden, die, um das Anhaften des Thonszu verhindern, mit Wasser stark angefeuchtet, oder mit Del ausgeschmiert, und hier-auf mit Sand bestreut worden, gefertigt. In die Formen, die auf geeigneteBretter gestellt werden, wird der Thon kräftig eingeworfen, durch Einknctcn fürüberall, namentlich auch in den Ecken, gleichmäßige Erfüllung der Form gesorgt,der überschüssige Thon dann mit einem Draht oder Messer abgeschnitten, und derfertige Stein durch Abheben der Form aus dieser entfernt. Bei großen Form-steinen werden zunächst die Ecken, dann die Mitte der Form vollgeworfen, und istes oft nöthig, die Masse einzutreten, oder mit Bläucln einzuschlagen, damit sierecht dicht werde. Bei niederer Temperatur langsam getrocknet, können die Steinedann entweder roh vermauert, oder, vor ihrer Verwendung, noch scharf gebranntwerden.
Der zum Ofenbau, namentlich zu Bankstcinen, geeignete gebrochene Sand-stein muß möglichst wenig fremde Bestandtheile enthalten, damit er dem Feuerwiderstehen könne, und besitzen manche Fundorte in dieser Beziehung großen Ruf;so empfiehlt Loyscl zu solchem Zwecke den Sandstein von Fontaineblcau, deraus fast reinem Quarz bestehend, äußerst feuerfest und dabei recht dicht ist, undgelten in Deutschland unter anderen die Magdeburger Sandsteine für recht gut. Nochheutigen Tages werden die Bänke gewöhnlicher Oefcn, sowie die Ofensoole des Sie-mcns'schen Apparates, fast allgemein aus Sandstein gebaut, der neben seiner großenFeuerfestigkeit die schätzcnswerthe Eigenschaft besitzt, in hoher Temperatur nicht nurnicht zu schwinden, sondern sich auszudehnen, und daher sehr dichte Fugen zu geben.Auf eine solche Ausdehnung muß dann schon beim Baue gerechnet werden, dadie Bank oder Soole sonst leicht die umgebende Mauerung auseinanderdrängcnkönnte.
Neben den natürlichen Sandsteinen, und den aus sehr quarzreichen Gemengenvon Sand und Thon geformten Steinen, die mehrfach, und, wie erwähnt, nament-lich zum Bau des Ofengewölbes, passende Verwendung gefunden haben, habensich neuerdings die „Dinasteine", ein merkwürdiges englisches Fabrikat, das seit1822 aus Aoung's Veranlassung aufgekommen, namentlich für die GewölbeSiemens'scher Rcgcnerativ-Gas-Oefen, rasch allgemeine Anerkennung erworben.Das Rohmaterial zu diesen Steinen findet sich auf dem Kalkstein des Vuls okin Glamorganshirc (Süd-Wales), bei den Dinafclsen, in Gestalt einermehr oder weniger sandartigcn verwitterten Felsart und zeigt die Zusammen-setzung i):
i) Pcrcy-Knapp: Die Metallurgie. (Braaiischwcig) 1863, Vd. 1, 244.