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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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109
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Steinkohlenfeuerun g. 109

Ein bei Weitem weniger gefügiges Brennmaterial als das Holz, ist dieSteinkohle, die, wenigstens für die Zwecke der Glasindustrie, nur auf einemRoste verbrannt werden kann, dessen richtige Behandlung unablässige Aufmerk-samkeit des Schürers bedingt, soll die Kohle die erforderliche lange Flamme geben.Bei Verwendung von Steinkohlen als Brennmaterial für Glasöfen ist eine ver-hältnißmäßig dicke Brennstoffschicht unerläßlich, eine derartige dicke Schicht setztnun aber auch dem Zuge des Ofens ein nicht unbedeutendes Hemmniß entgegen;man war daher, bereits früh, darauf bedacht, in Beziehung auf erleichterte Luft-zufuhr den Ofen zu unterstützen, und legte zu solchem Zwecke unter denselben einenaußerhalb der Hütte mündenden Canal, oder ließ zwei derartige Luftcanäle sichunter dem Ofen kreuzen, versah dieselben, an ihren im Freien liegenden Endenmit Thüren, und öffnete von letzteren stets nur die dem gerade herrschenden Windezugekehrten, damit letzterer einen Druck auf die Rostfläche ausübe.

Da die Kohle weniger rasch, als das Holz, verbrennt, muß von ihr, bean-sprucht man eine ebenso umfangreiche Flamme, ein bedeutend größeres Quantumgleichzeitig in Flamme stehen; um dieser Bedingung aber gerecht zu werden,genügt die dickere Brennstoffschicht allein nicht, es sind außerdem umfangreicheRoste erforderlich, die nicht mehr, wie bei Holz, auf die Länge der Tonnen beschränktwerden können, sondern entweder die ganze Länge des Ofens durchsetzen, oderwenigstens den größten Theil derselben für sich in Anspruch nehmen. Weil abersolche Roste sich durch Zusammenbacken des Brennmaterials selbst, oder der beiSteinkohlen in viel größerer Quantität abgeschiedenen Asche, leicht versetzen, ihrerLänge wegen aber von der Schürösfnung des Aschenfalls aus nicht klar gehaltenwerden können, und einen directen Angriff von unten aus erfordern, ist man ge-nöthigt, dem oben erwähnten Luftcanal, der gleichzeitig als Aschenfall dient, Di-mensionen zu geben, bei denen ein Mann in ihm stehen und unbehindert amRoste arbeiten könne; man baut solche Canäle daher wenigstens 2 3 bis 2'5 in hoch,und circa 2 in breit, und verlegt sie, um nicht das ganze Niveau der Hütte über-mäßig erhöhen zu müssen, wenigstens zum Theil, unter die Erde.

An der Stelle, wo auf den Luftcanal der Ofen zu stehen kommt, bleibt dieWölbung des ersteren ungcschlossen, und wird, der erforderlichen Stabilität wegen,mit ein paar Gurtbogen, oder eingemauerten starken Eisenstangen, die gleichzeitigstützen und den Rost tragen, versehen. Die betreffende Anordnung zeigt nach-stehender Querschnitt durch den Luftcanal L, die Schüre ck) mit Gurtbogen undRost, und den Schmelzraum des Ofens mit den, den Schürcanal einschließenden,Bänken ^4 auf denen die Häfen stehen (Fig. 32 a. f. S.). Zu beidenSeiten der ungcschlossen bleibenden Partie des Luftcanalgewölbes findet sich, beigrößeren Oefen, die Mauerung H, in Berücksichtigung des auf ihr lastendenDruckes, durch breite und flache eiserne Unterlagen, die von frei stehenden Säulengetragen werden, gestützt, und gleitet dann meist auf den vorspringenden Kantender Unterlagen ein Paar II-förmig gebogener Eisen frei in der Längsrichtung desRostes verschiebbar, hin, das dem Schürer beim Aufbrechen des verschlackten Rostesals Stütze für sein Schüreisen dient.

Ungeachtet, wie erwähnt worden, für die Glasöfen mit directer Steinkohlen-feuerung von der Kohle eine große Verbrennungsfläche beansprucht wird, gehört