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Fickentscher's und Paduschka's Generator.
titäten in den Gaslcitungsröhren sich absetzenden Theers, der sich aufblähend, dieRöhren verstopfte, erforderlich. Diesen Ucbelstand zu heben, indem einmal durchgeeignetere Generatoreinrichtung weniger Theer Producirt, dann aber den Gasendurch besondere Vorrichtungen der mitgerissene Thcerdampf entzogen würde, wardas Ziel, das sich Paduschka bei der Construction des ihm 1854 patentirtcnGenerators für grubenfeuchte Kohle gesteckt hatte.
In dem mit Trcppenrost versehenen weiten Paduschka'schen Gaserzeugerbrennt und dcstillirt die, mittelst Schüttvorrichtung aufgegebene, Kohle in etwa75 om Schichthöhe und werden die gebildeten Gase durch ein eisernes Rohr voncirca 40 am im Lichten, mittelst eines den Zug unterstützenden Ventilators, abge-gesogen, und dem Schmelzofen zugeführt. Ehe sie aber den Ventilator erreichen,treten die Gase in eine Condensationskammer aus starkem Eisenblech, in der sie,behufs Ueberführung der schweren Kohlenwasserstoffe in tropfbarslüssigen Zustand,und Beseitigung des größten Theiles des condcnsirtcn Theers, gekühlt, und durchmittelst einer Brause eingespritztes kaltes Wasser, roh gewaschen werden. Aufihrem weiteren Wege zum Schmelzofen haben sie dann noch einen weiteren Theer-sammler, und schließlich ein Sicherheitsventil zu passiren.
Der Paduschka'sche Ofen fand 1856 Einführung auf der Klein'schenGlasfabrik zu Göding bei Tscheitsch in Mähren und waren die mit demselbenerreichten Heizerfolge, ungeachtet sowohl durch die Entziehung der condensirbaren,thcerigen Producte der Generatoren, als durch die starke Abkühlung der Gase,die erreichbare Temperatur nicht unbedeutend herabgcdrückt sein mußte, für ihreZeit recht befriedigende es zeigte sich aber, daß der Condcnsations- und Gaslcitungs-apparat nach jeder Schmelze gereinigt werden mußte, und der größtentheils ausBlech construirte Apparat überhaupt großer Aufmerksamkeit in Pflege und Behand-lung bedurfte. Da bei Paduschka's Einrichtung nun auch noch ein Motor zumAbsaugen der Gase und Einspritzen des Wassers beansprucht wurde, kann es nichtWunder nehmen, daß auch diese Art Oefen sich keiner allgemeineren Verwendungzu erfreuen gehabt haben.
Von nicht bedeutenderen praktischen Erfolgen begleitet, waren die Construc-tionen für Glasöfen mit Gasfeuerung, die White^) in London 1858, undVenini^) in Tione (ital. Throl) 1860 proponirten, in Betreff deren daher eineHinweisung auf die detaillirten Beschreibungen hier genügen möge.
Zu einer, wenn auch nur beschränkten, so doch effectiven praktischen Verwen-dung gelangte dann wieder ein von Schinz scharfsinnig construirter Glasofen mitGasfeuerung, mittelst dessen auf der mitHolz schärenden Hütte der Gebr. Böhringer,zu Buhlbach in Würtcmbcrg, der Holzvcrbrauch gegen früher im Verhältnissevon 11:4 herabgcdrückt, und dabei im klebrigen befriedigende Resultate erreichtwurden.
Schinz's Gasofen. Bezweckten die bisher besprochenen Gasheizungsein-richtungen vor allem Anderen die Gewinnung einer reinen und heißen Flamme ausschwer zu behandelndem Brennmaterial, somit die Production stets neuer unter
1) Steinmann l. c. nach Zerrenner: die Gasfeuerung inTscheitsch. Wien 1856.
2) Dingler's Journal 149, 176. ch Dingler's Journal 159, 422.
Glasfabrikation. g