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Literatur über Siemens' Oefen.
England sogar eine solche von 50 Proc. constatirt, und ebenso günstig lauten dannin dieser Beziehung auch andere Urtheile, so Chadesaud's und Ziebarth'sft.Von Schinz's weiteren Einwürfen 2 ), ist nur die von ihm wiederholt tadelndhervorgehobene Ablagerung von Theer und Ruß in den Gaskanälen ein notorischerUebelstand, im Uebrigen erwarb sich das neue Ofensystem durch seine vielfachenVorzüge, unter denen hohe Temperatur, Reinheit der Flamme, sowie Abwesenheitvon Rauch, andauernd neue Freunde. Putsch trat den Schinz'schen Angriffenenergisch entgegen, und wurden seine Mittheilungen durch die glänzenden Erfolge mitSiemens'schen Oefen zu St. Louis, die Nehse^) ausführlicher besprach, weiter be-stätigt 5). — 1869 gab Siemens, in einer kleinen Brochürc, eine Schilderung seinerOefen für Holzgasbetrieb, und macht auf die öconomischen Vorzüge seines Systems,auch bei Verwendung ?es Holzes als Brennmaterial, aufmerksam. Ein Verzcichnißder damals mit Oefen nach seinem System arbeitenden Hütten weist in Deutsch-land und Oesterreich 30, im Auslande 28 Firmen auf, die, zum großen Theilemit mehr als einem Ofen arbeitend, mit den verschiedensten Brennmaterialien(Steinkohle, Braunkohle, Holz, Torf rc.) alle Gattungen Glas herstellten.
Die continuirlich arbeitende Schmelzwanne besprach detaillirt, zunächst Sie-mens selbst, in einer lithographirten Anzeige, mit beigefügten Plänen, dannSteinmann 6), der in seinem oben angezogenen „Compendium der Gasfeuerung"eingehend auch die Siemens'schen Hafenöfen behandelt hatte. Ausfallend isthier, wie in der oben citirten englischen Beschreibung, bei Heeren, und bei spä-teren Autoren, daß sich stets die Behauptung wieder findet, in den Gasgeneratorenfinde ein geringer Ilcbcrdruck statt. Wie solches bei Generatoren, in denen derBrennstoff auf freiem Roste, durch angesogene Luft, brennt, denkbar, ist gänz-lich unklar, da, entstände im Generator wirklich eine Pressung, nothwendig jederLuftzutritt und damit ein Fortbrciincn der Schichten auf dem Roste aufhörenmüßte, wie solches Ausgehen der Flamme in den Gaserzeugern dann auch eintrittwenn man das Absperrventil des Gasleitungskanals schließt.
Eine recht detaillirte Besprechung Siemens'scher Regenerativgasöfen, ausder die wesentlichsten Daten hier Platz finden mögen, brachte 1871 Hennecart?).Das geeignetste Material zur Gasbereitung in Zuggeneratoren, wie den Sie-mens'schen, ist, nach ihm, ein leicht brennbarer Stoff, der seinen Aggrcgatzustandauf dem Roste möglichst wenig verändert, leichte Koks würden sich daher hier sehrgünstig verbrennen lassen, würden aber zu theuer zu stehen kommen. Von Mine-ralkohlen kann jede verwandt werden, mit alleiniger Ausnahme einer magerenKleinkohle, da solche die Rosten verstopfen, und, ohne eine Veränderung erlitten
t) Wagner's Jahresbericht 11,772, nach: Berg- und Hüttenmänn. Zeitung 1865, S. 187.2 ) Dingler's Journal 176, 17 und 182, 216.b) Dingler's Journal 183, 25.
Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure 1867, S. 362.
5) Auf der Weltausstellung von 1867 wurde Siemens' Ofen dann wieder durchden „6ranä xrix" ausgezeichnet.
°) Polytechn. Centralbl. 1870, S. 1118.
Dingler's Journal 202, 417 (Polyt. Centralbl. 1872. S. 235), nach Lullst, äsI'inäustris Minerals 1871, XV, Nr. 2.