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Literatur über Siemens' Oefen.
zu haben, durch die letzteren durchfallen würde. Am regelmäßigsten, und mit derwenigsten Schürarbeit verknüpft, ist der Betrieb, bei Benutzung einer halbfetten,von Staub befreiten Stückkohle, da solche Kohle nicht backt und eine bedeutendeQuantität brennbarer Destillationsproducte liefert.
Backende Kohlen können nur auf verticalen, oder sehr wenig geneigten Rost-flächen, in dicker, 1'2 bis 1'4 in starker, Schicht gebraucht werden, und sind beiihrer Verwendung, zahlreiche Schüröffnungcn, die das Aufbrechen der sich bildendenKoks erleichtern, erforderlich. Für weniger backende Kohlen erhält der Rost eineNeigung von 50 bis 55" und genügt eine Kohlenschicht von 0'8 bis 1'0 m Mäch-tigkeit, magere Kohlen endlich geben bei circa 45" Rostneigung die besten Resul-tate, und ist stets, namentlich aber für magere Kohlen, der Querschnitt des Luft-zutritts durch den Rost möglichst klein zu halten, um über den Stäben eine mög-lichst lebhafte Verbrennung zu erreichen. Je höher nämlich die Temperatur aufdem Roste, um so vollständiger erfolgt innerhalb der Generatoren die Umwandlungder zunächst gebildeten Kohlensäure in Kohlenoxydgas, und kann durch richtigeGeneratorführung der Gehalt der abgehenden Gase an Kohlensäure auf 4'0 bis6'5 Proc. herabgedrückt werden.
Die Gasproduction muß stets eine reichliche sein und sind hiernach die Gene-ratoren, von denen, zu gelegentlicher Auswechselung der im Betriebe befindlichen,einige in Reserve bereit sein müssen, zu bemessen. Bei Rostflächen von 1'6 bis1'75 in Breite verwandelt jeder der Generatoren in 24 Stunden circa 2000mittlerer Kohlen in Gas.
Was die Niveaudifferenz zwischen Generatorrost und Ofcnsohle betrifft, sogeben 3 in genügenden Auftrieb und Zug der Generatoren; da aber ein so starkerTerrainunterschied nur selten vorhanden, so hilft man sich mittelst abkühlenderHebevorrichtungen. Aus den Generatoren steigen in solchem Falle die Gase ingemauerten Essen 4 bis 5 in auf, und die hierbei gewonnene lebendige Krafttreibt sie durch die horizontalen eisernen Kühlröhrcn, in deren absteigenden Schen-keln die durch Abkühlung gewonnene größere Dichtigkeit der Gase angeblich die Be-wegung unterstützt (?). Der Querschnitt dieser Leitungsröhren kann innerhalb ziem-lich weiter Grenzen schwanken. Kohlen die reichliches, gutes Gas, von wenighoher Temperatur, liefern, brauchen nur 10 gäm Querschnitt und 6 bis 8 ginAbkuhluugsobcrflüche auf jede in 24 Stunden verbrannte 1000 Kohle; beiFettkohlen dagegen, werden, wegen des mitgerissenen Rußes, und der hohen Tem-peratur der Generatorgase, für dasselbe Kohlcnquantum 12 gärn Querschnitt und15 bis 18 gin Oberfläche erforderlich.
An Kaminzug erfordert der Schmelzofen keine besonders starke Unterstützung,15 in Kaminhöhe genügen vollständig, sowie ein oberer Querschnitt des Kaminsvon 6 bis 8 gclin im Lichten pr. in 24 Stunden verbrannte 1000 Kohle.
Bon größtem Einflüsse auf den Gang des Ofens ist die Größe der wärme-übertragenden Regeneratoren. Wie bereits erwähnt, waren die frühesten derselbensehr beschränkt, Hennecart empfiehlt als praktisch eine Weite der Kammern vonvon/2 bis 3 olmi pr. in 24 Stunden zu consumirende 1000 LZ Kohle. —
Die continuirlich arbeitende Wanne besprachen dann neuerdings und bcur-