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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Hafmfetzen.

daß die Flamme ihn von allen Seiten umspielen kann, so wird das Temperofen-thor durch einen großen, mit Schaulöchern versehenen, Vorsatzkuchen geschlossenund verschmiert, und hierauf in der Feuerung ein, zunächst ganz schwaches, undnur allmälig, mit größter Vorsicht gesteigertes Feuer angezündet. Bei umsich-tigem Schüren können die Häfen in etwa 24 Stunden bis auf helle Rothgluthgebracht werden; doch ist es gerathen, die Zeit des Auftemperns nicht auf dasmöglichste Minimum zu beschränken, da hierbei die in ungebranntem Zustande sehrempfindlichen Häfen, namentlich in der ersten Zeit des Temperns, bis zum Ein-teilte der dunkelen Rothgluth, leicht reißen und dann, entweder schon im Temper-ofen brechen, oder in den Schmelzofen gebracht, sich nach wenigen Schmelzen schad-haft zeigen und verworfen werden müssen.

Da in dem nur gelegentlich benutzten Tcmperofen die Hitze nicht wohl aufgleiche Höhe mit der Maximaltemperatur des Schmelzofens gebracht werden kann,die Häfen aber, ist solches irgend durchführbar, keinen bedeutenden Temperatur-differenzen ausgesetzt werden dürfen, andererseits auch das Einbringen in denSchmelzraum bei höchster Ofentempcratur nicht wohl ausführbar ist, läßt man,soll der aufgetemperte Schmelzofen zum ersten Male mit Häfen besetzt werden,feine Temperatur abfallen, und benutzt auch später, wenn während des regel-mäßigen Betriebes schadhaft gewordene, oder gebrochene, Häfen durch neue ersetztwerden sollen, hierzu stets die Zwischenzeit zwischen 2 Schmelzen, in der der Ofen,während der Ausarbeitung des Glases stark abgekühlt, seine niedrigste Tempe-ratur besitzt.

Das Hafeusetzen. Noch im Anfange unseres Jahrhunderts war dasHafensetzen (smplaosmsnt, MISS clss pots, ssttiuA ok x>c>ts), das Hinübertrans-portiren der schweren, hellrothglühenden, zerbrechlichen Häfen aus dem Tcmper-in den Schmelzofen, und das Aufstellen und Richten derselben auf ihren Plätzen,eine äußerst anstrengende, ja selbst nicht ungefährliche Arbeit, und, ungeachtet sich,in neuester Zeit, die meisten Hütten die, soviel bekannt, zuerst auf den französischenSpicgelgießercien benutzte, fahrbare Ofcngabel zu Nutze gemacht haben, ist nochheutigen Tages bei Oefen mit dircctcr Feuerung, und vertiefter Schürgrubc, dasgleichzeitige Setzen mehrerer Häfen sehr zeitraubend, und erfordert die Anspannungaller Kräfte des bctheiligten Hüttenpcrsonals.

Ist der Hafen fertig aufgetempcrt, der Schmelzofen auf chic geeignete Tem-peratur hinabgesunken, und der Platz, den der neue Hafen einnehmen soll gereinigt,resp. ausgebessert, wenn er nach längerem Betriebe schadhaft geworden, so wirddas „VorwandgestclG des Schmelzofens aufgebrochen und entfernt, und die hier-durch freigelegte Tonnenösfnung nur lose mit einem passenden starken Eisenblech-schirm versetzt. Im Tcmperofen ist unterdeß der Hafen, mittelst langer eisernerHaken und Stangen, vorsichtig umgekippt, und, mit seiner Oeffnung nach demThore gerichtet, auf eine Seite gelegt worden. Nachdem dieses geschehen, wurdeer früher mittelst eines in ihn eingeführten Hebebaumes oder einer schweren, mitlangem, massiven Stiel versehenen, unter ihn gebrachten, runden Schaufel auf-gehoben, Hebebaum oder Schaufel auf quer untergeschobene Traghölzer gestützt,und so der Hafen zur Tonnenösfnung des Schmelzofens, immer auf der Seiteliegend, getragen. Neuerdings ist an Stelle der getragenen Schaufel die auf