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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Hafensetzen.

zwei Rädern ruhende fahrbare, zweizinkige, den Hafen, wie der alte Hebebaum,von innen stützende Hafengabel (äiallls, wie eine solche beistehende

Fig. 64 veranschaulicht, aufgekommen, und da sie die Arbeit wesentlich erleichtert,ziemlich allgemein acccptirt worden. Auf den Zinken dieser Gabel ruhend, wirdder Hafen zum Schmelzofen, und, nachdem der vorgesetzte Blechschirm entferntworden, unter dem kleinen Schürgewölbe hindurch in die Schürgrube eingefahren,hier dann mit seiner Oeffnung zur Tonne gerichtet zunächst abgelegt. Nachdemer mittelst langer und starker, durch die Tonne, sowie durch die Arbeitslöcher desOfens eingeführter eiserner Stangen und Haken aufgerichtet worden, und aufseinen Boden gestellt ist, wird er, mittelst der jetzt unter ihn gesteckten Gabel, aufdie Höhe der Bank, vor dem ihm bestimmten Platze, gehoben, auf die Bank hin-übergeschoben und gezogen, und endlich, auf seinem Platze angelangt, in die ge-

wünschte Stellung gebracht. Be-denkt man, daß das Gewicht einesmittleren Hafens 400 bis 500 LZ-beträgt, alles Werkzeug, wegen desbedeutenden zu bewältigenden Ge-wichtes, wie um, der hohen Tempe-ratur ausgesetzt, nicht allzu raschheiß und weich zu werden, sehr schwergearbeitet ist, sowie, daß die ganzeArbeit vor geöffnetem, intensive Hitzeausstrahlendem Ofen geschehen muß,so leuchtet ein, daß ein solches Ha-fensetzcn, wie gesagt, äußerst be-schwerlich. —

Fig. 64.

^ Bei Weitem einfacher und we-

niger angreifend ist diese Operationbei Oefen mit Gasfeuerung, da bei diesen die Schürgrube fehlt und auf der ebenenoder nur wenig ausgehöhlten Sohle weder ein Heben des Hafens, noch ein Ein-fahren desselben in liegender Stellung und nachheriges Aufrichten, erforderlich ist.Bei derartigen Oefen kann der Hafen mittelst fahrbarer Zange direct im Temper-ofen aufgenommen, durch das Hafenthor in den Schmelzraum des Glasofens ein-gefahren, und, in diesem auf der Sohle abgestellt, ohne bedeutende Schwierigkeitan seinen Platz geschoben werden.

Um das unvermeidliche Anbacken der Häfen an die Bank, resp. die von ihnendauernd besetzte Partie der Ofensohle, möglichst zu beschränken, wird unter den Hafenmeist eine lockere Schicht gebrannter Knochen, oder Kooks gebracht. Dennochsetzt sich der Hafen, bei längerem Gebrauche, recht fest und schmilzt theilweise an;soll er alsdann, schadhaft geworden, durch einen anderen ersetzt werden, so ist eingewaltsames Losbrechen erforderlich, und geschieht dieses, wenn der Ofen heiß,mittelst, durch die bei Beschreibung der verschiedenen Ofeneinrichtungen mehr-erwähntcn, in der Ofenwand unter der „Form" angebrachten „Aufbrechlöcher" ein-geführter eiserner Brechstangen. —

Das Einglasen der Häfen (snvsrraZs, Zla^s). Sind die Häfen auf

Glasfabrikation. 11