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Die Schmelze.
selben noch eingeschlossenen gasförmigen Gemengebestandtheile, der „Läuterung",die dritte endlich, in der Abkühlung, des in der Zeit des Lauterns möglichstheiß und dünnflüssig gehaltenen Glases, bis zu einem Grade der Consistcnz, in demes die zur Ausarbeitung erforderliche Zähigkeit erlangt hat, dem „Abstehen " desGlases. Um einen Einblick in den Gang der Schmelze, und die bei solcher deinSchürer, wie dem Schmelzer zufallenden Aufgaben zu gewinnen, verfolgen wir imNachstehenden eine solche, in einem noch mit directer Stcinkohlenfeuerung betrie-benen Ofen, unter der Annahme, daß die Ausarbeitung des in der vorigen Schmelzeproducirtcn Glases eben beendet worden.
Während des Abstehens und der Ausarbeitung der vorigen Schmelze, beider der Rost der Schüre mit Lehm verschmiert, daher das Feuer nur ein mäßigeswar, andererseits durch die geöffneten Arbeitslöcher andauernd kalte Außenluftin dein Schmclzraum eintrat, ist die Ofcntempcratur bedeutend gesunken, und hatihr Minimum erreicht. Zunächst muß somit für ein Wiederaufheizcn des Ofensgesorgt werden, und begeben sich, um solches zu ermöglichen, die Schürer, gleichnach beendeter Ausarbeitung, in den weiten Schür- und Luftkanal unter denRosten, um letztere von ihrer Lehmverschmicrung, sowie von den, sich auf ihnenangesammelt habenden verschlackten Kohlen, und den an den Roststüben,sowie an den Wänden der Schürgrube haftenden halbflüssigcn zähen Restenüber den Hafenrand übergeflossenen Glases, des „Herdglases" zu befreienund zu reinigen. Ist solches geschehen, so wird unverwcilt eine neue Schichtfrischer Kohle aufgegeben, die rasch in lebhafte Verbrennung geräth, und dein leerenOfen, im Verlaufe von etwa einer Stunde, seine normale Temperatur, bei gutangelegten Oefen Weißgluth, wiedcrgiebt. Ze höher die Tcmper'atur des Ofensist, bevor das Gemenge in die Häfen kommt, um so besser füllt, unter sonst gleichenUniständen, das zu erschmelzende Product aus; und ist eine Ueberhitzung nicht zufürchten, dadurch die große Quantität des, sobald die richtige Temperatur gewonnen,in den Ofen gebrachten kalten Gemenges eine sehr bedeutende Wärmemenge raschabsorbirt, und hierdurch die Ofentemperatur wieder bedeutend herabgedrückt wird.—
Ist der Ofen soweit erhitzt, daß man in ihm, beim Ocffnen der Arbcits-löcher, die Hafenränder kaum mehr zu erkennen vermag, so beginnt, zu beidenSeiten des Ofens gleichzeitig, das „Eintragen" (sukourusiusut, xultinZ)des unterließ herbeigeschafften Gemenges. Zwei einander gegenüberliegende Ar-beitslöcher werden zu diesem Zwecke geöffnet, vor jedes ein eiserner Bock gestellt,uns den die Eintragschaufel, eine große Kelle, mit aufgebogenen Seitcnrändern,die an einem starken eisernen Stiele befestigt ist, gestützt wird; der betreffende Ar-beiter nimmt eine Kelle voll Gemenge, schiebt die Schaufel, deren Stiel hierbeiauf dem Bocke gleitet, bis über die Mitte des Hafens in den Ofen, kippt sie hierum, füllt in dieser Weise, eine Kelle voll Gemenge nach der anderen aufgebend,seinen Hafen möglichst rasch bis zum Rande, und verschließt, sobald dieses ge-schehen, das betreffende Arbeitsloch wieder mittelst seines Vorsatzkuchens. Ergeht dann unmittelbar zur Füllung des zweiten, dritten rc. Hafens über. Sindendlich in der beschriebenen Weise, alle Häfen mit Gemenge versorgt, so beginntdie Schmelze und tritt für das Hüttenpersonal, mit Ausnahme des Schürers,hiermit eine Zeit der Ruhe ein. Aufgabe des Schürers ist es jetzt, gleichmäßig