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Die Fritte.
tenden Material? in Berührung kommenden Gase, wenigstens ein Theil der, denunreinen Carbonaten des GemengeS beigemengten, schwefelsauren Salze, vielleichtauch des Kochsalzes, zersetzt, und ihre Basen hierdurch für die Verzinsung nutzbargemacht werden. Durch alle derartigen Vorgänge wird der, auf die Fritte, imGlasofen selbst, folgenden Schmelzung vorgearbeitet, letztere kann daher, bei Ver-wendung vorher gesrittcten Gemenges, rascher durchgeführt werden, als wenn dasrohe Gemenge unmittelbar in die Schmclzhäfen gelangte. Für unreine Mate-rialien hat man dann auch, nachdem das Dritten eine Zeit lang so gut wie gänz-lich aufgegeben war, dasselbe in letzterer Zeit hier und dort, so z. B. auf den Bou-teillenfabrikcn zu Rivc-de-Gier, wieder aufgenommen, oder es durch ein unvoll-ständiges „Verschmelzen" des Glases in Häfen, oder auf der Sohle eigenszu diesem Zwecke betriebener „Vorschmclzöfen" — die ersten Siemens'schenWannen wurden z. B., wie oben erwähnt, hierzu benutzt, ebenso Jmbert's con-tinuirlich schmelzender Hafen — zu ersetzen gesucht.
Bei Herstellung besserer Glassortcn, aus möglichst reinen Materialien, hatsich die Fritte den einmal verlorenen Platz nicht wieder erworben. Würde auchhier, wie bei den Gemengen für ordinäre Waare, durch ein Borschmelzen, anSchmelzzeit im Glasofen selbst, eine nicht unbedeutende Ersparniß durchgeführtwerden können, so ist andererseits mit dem Verschmelzen ein Umstand verbunden,der, dem oberflächlichen Anscheine nach allerdings ebenfalls günstig, in Wahrheitaber unvortheilhaft auf das Resultat der Schmelzung influirt. Wie erwähnt, ent-weicht beim Dritten bereits ein Theil der, in freiem Zustande, gasförmigen Be-standtheile des Gemenges, beim Verschmelzen bleibt von diesen Bestandtheilensogar nur ein, je vollkommener die Schmelzung, um so geringes Quantum Gasein der rohen Glasmasse zurück. Gelangt nun solches unvollkommen geschmolzenesGlas in die Häfen, in denen es von neuem schmelzen, läutern und aus denen esspäter ausgearbeitet werden soll, so schmilzt es in diesen allerdings leicht, da aberhierbei nur noch geringe Quantitäten gasförmiger Producte zu entweichen haben,erfolgt das Schmelzen auch verhältnißmüßig ruhig, die Bewegung innerhalb derMasse ist eine nur mäßige, das Glas „arbeitet nicht" gehörig, und fällt daherleicht in seiner Masse ungleichmäßig, streifig, „rampig" und mangelhaft geläu-tert, feinblasig oder „ gispig " aus.
Die Schmelze (lusion, msItinZ). Unter der Bezeichnung „Schmelze"saßt man auf den Glashütten eine Reihe von Einwirkungen, und die zur Erzeu-gung derselben erforderlichen Arbeiten, zusammen, denen das Gemenge, resp. dasbeim Dritten gewonnene halbfertige Product, unterworfen wird, um aus ihm zurVerarbeitung brauchbares Glas zu gewinnen, und bezeichnet dann, wo, wie inden meisten Fällen, das Schmelzen des Glases besonderen Arbeitern anvertrautist, diese letzteren als „ Schmclzer".
In der Zeit, die verfließt, bevor aus dem Gemenge gutes und blasenfreicsGlas geworden, unterliegt das Product dreien, sich ihrem Wesen nach wesentlichvon einander unterscheidenden, Veränderungen. Von diesen besteht die erste inder Glasbildung, der „Schmelzung" im engeren Sinne, die andere inder innigen Durchmcngung des in seiner Zusammensetzung noch nicht gleich-mäßigen, frisch gebildeten Glases, und dem massenhaften Entweichen der von dem-