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Fehler im Glase.
bemerkbar wäre, beweist schon der Preis, der für Fragmente gewöhnlichen Glases,von oft nur 8 bis 6 ein Durchmesser, die soweit rein, daß sie für die alltäglichstenoptischen Zwecke brauchbar, gezahlt zu werden pflegt, und mit den Anforderungenan für solche Zwecke hergestelltes Glas, rapid steigt. So führt Bontemps^)1867 den Handclswerth von Stücken optischen Glases von 10 <nn Durchmesserin zweiter, nur für Photographische Objective verwendbarer Sorte mit 18 Fr., inerster Qualität, deren Gleichmäßigkeit durch schärfere Prüfung festgestellt, sogarmit 50 Fr. auf, und erwähnt, daß trotz solcher Preise, Dollond noch 182Z,erklärte, er habe in den letzten 5 Jahren, trotz aller Bemühungen, kein StückFlintglas zu einem fehlerfreien Objectiv von 10 om Durchmesser erhalten können.
Doch lassen wir vorläufig solch feinere Fehler bei Seite, und beschäftigen unszunächst mit den gewöhnlichsten, am meisten in die Augen fallenden, und den Ur-sachen, denen solche entstammen.
Als Compositiousfehler, also einen schon beim Gemengemachcn verursachten,haben wir zunächst die Eigenschaft zahlreicher Gläser, an feuchter Luft leicht zuerblinden, aufzufassen. Schon in einem früheren Abschnitte ist ausführlicherauf diesen Gegenstand eingegangen, und nachgewiesen worden, daß ein falsch ge-wähltes Verhältniß der Einzelbestandtheile des Gemenges, namentlich Alkaliüber-schuß, die Veranlassung zur Bildung nicht genügende Resistenz besitzender Gläser sei.Es sind daselbst Grenzwcrthe für die Composition guten Glases angeführt worden,und kann somit das Zustandekommen derartiger, unbrauchbarer Gläser leicht ver-mieden werden.
So leicht nun dem Auftreten dieses Fehlers vorgebeugt werden kann, soschwierig ist es, einem anderen Ucbelstande, der Entglasung, die sich unter denverschiedensten Formen, so als Blauanlaufen und Trübung im Boutcillenglase,als eine Art der „Krätze" im Tafel- und Weißhohlglase zeigt, entgegenzuarbeiten.Diese Eiitglasungserschcinungen, denen, wie wir gesehen, unter gewissen Umstündenalles Glas unterworfen, treten im Hafen zu Tage, wenn das allmäligc Fallender Ofcntcmperatur eine gewisse Grenze überschritten, das Glas eine gewisse Zä-higkeit, die für verschiedene Gläser nicht dieselbe, erreicht hat; sie zeigen sich aberauch wohl erst bei der Arbeit, wenn bei Gegenständen, deren Ausarbeitung einwiederholtes Anwärmen des dem Hafen entnommenen Glases erfordert, das Glaslängere Zeit hindurch bei möglichst niedriger Temperatur nur noch eben bildsamerhalten werden muß, wo dann die Masse stellenweise rauh wird, und sich nur schwerausarbeiten läßt, und nöthigen in diesem Falle, zu einem Abbrechen der Arbeit, odersie treten gar erst im Kühlofen hervor. In den meisten Fällen kann dem Uebel-stande durch Wiederaufheizung des Ofens, und ein auf solches folgendes Aus-arbeiten bei höherer Temperatur, einigermaßen abgeholfen werden. Weiter als zusolch palliativcr Behandlung der der Entglasung entstammenden Krätze hat es dieGlasindustrie indeß bisher nicht gebracht, und ist eine radicale Beseitigung der-selben, so lange man über das Verhalten der einzelnen, unter der Gesammtbezeich-nung „Glas" zusammengefaßten Silicatgemenge bei verschiedenen Temperaturennicht weit gründlicher als bisher orientirt, auch nicht zu erwarte». Die hier herr-
(knicks än vsi'risr, x. 654 st 689.