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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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174 Fehler im Glase.

chen, den „Gispcn", in den meisten Fällen zuzuschreiben. Bei niederer Tempe- ^ er>ratur erfolgt die Wechselwirkung zwischen Carbonach resp. aus dem Sulphat durch ! du

Redaction entstandenem Snlphür, und der Kieselsäure, nicht energisch genug, die sm

Gasentwickelung ist eine nur langsame, die kleinen Gasbläschen finden nicht Gc- bei

lcgcnhcit sich in der dickflüssigen Masse zu größeren zu vereinigen, besitzen selbst Er

nicht die genügende Steigkraft, um durch sie hindurch zu entweichen, und bleiben gel

daher, den kleinen Oeltröpfchen einer Emulsion analog, in der Glasmasse, deren , nil

Dünnflüssigkcit, selbst bei höchster Ofentemperatur, die des Wassers nicht erreicht,suspcndirt. Eine in ihrem Acußercn ganz ähnliche, wenn auch der entgcgengc- bei

setzten Ursache^ zu heiß geschirrtem Ofen, entstammende Erscheinung, tritt bei der mc

Verwendung von Glasgemengcn ein, die für die Temperatur, bei der sie geschmolzen, Gl

und namentlich geläutert werden, zu alkalireich sind. Derartige Gemenge schmelzen wc

leicht und vollkommen, und zeigt sich, nach beendeter Schmelzung, das aus ihnen sch

gewonnene Glas befriedigend und rein. Wird nun aber volle Lauterhitze gegeben,so treten, je weiter sich solche steigert, um so zahlreicher, feine Bläschen im Glase vci

hervor. Eine Erklärung dieser zunächst auffallenden Erscheinung ist in zwei wc

Weisen möglich. Meist wird angenommen, der Inhalt solcher Bläschen sei Dampf l nu

bei der hohen Temperatur verflüchtigten Alkalis, und scheint diese Erklärung ^ S

a xriori annehmbar, da nicht zu leugnen, daß solche Verflüchtigung im Ofen so

stattfinden könne, ja auch wohl stattfindet; eben so wahrscheinlich ist es indeß, I S

wenigstens so lange wir über die Quantitäten von Alkali, die die Kieselsäure bei eil

verschiedenen Temperaturen zu binden im Stande, nicht besser als bisher unter- an

richtet sind, daß die Bläschen im geschmolzenen Glase noch in Verbindung mit ^ bei

den Basen gelöst gewesenen Kohlcnsüurcresten entstammen, die, durch mit der ^ gc-

Tcmpcraturstcigcrung fortschreitende resp. erst vollendete Zersetzung der Carbonate uu

in Freiheit gelangend, jetzt das früher fast lautere Glas gispig und hierdurch un- nn

brauchbar machen. — Wie dem auch sei, gispig gewordenes Glas, stamme der de>

Fehler desselben von zu tiefer oder zu hoher Temperatur des Ofens, nachträglich, ne

blank schüren zu wollen, ist ein Versuch, der noch nie zu befriedigendem Resul- str

täte geführt hat, und ist, kann das Glas als solches absolut nicht verwerthet werden, ' zw

ein möglichst vollständiges Ausschöpfen desselben aus den Häfen das Beste, was ße

angcrathcn werden kann. dü

War das Auftreten der Gispen bei richtig gestelltem Gemenge auf zu nie- H>

drigc Ofcntcmperatur, namentlich beim Beginne der Schmelze, zurückzuführen, gu

so ist ein Mangel an Hitze während des Lauterns die Ursache des Zurück- ris

blcibens größerer („offener") Blasen im Glase, wenn letztere nicht etwa, wie oben fei

erwähnt, »»zersetzt gebliebener Galle entstammen. An kleinen Probestücken ist in

die Entscheidung darüber, ob man es in einem gewissen Falle mit gewöhnlichen du

Luft- oder mit Gallenblasen zu thun habe, oft schwierig, obgleich letztere Blasen dü

auf ihrer inneren Fläche meist mehr oder weniger getrübt und beschlagen erscheinen, Ln

und unter passender Vergrößerung betrachtet, hier anhaftende Tröpfchen undurch- lc(

sichtiger Substanz erkennen lassen. Neben diesem Unterschiede der Blasen giebt äh

im Großen dann ein weiteres charakteristisches Kennzeichen dafür, daß Galle die S

Ursache des nicht Lauterwerdcns der Glasmasse ist, der bläuliche Stich, den sonst au

ungefärbtes Glas durch in Lösung gebliebene größere Portionen Sulphate, wie do