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Wasserglasfabrikation.
Bei analytischer Prüfung von Wasserglas verschiedener Herkunft, fandLieleggH in zwei Proben gelösten und einer Probe festen Silicats:
Bon Seibcl Bon Kuhl-
en Liesing aus München mann in LilleWasser .... 65'88 38'66 0'69
Kieselsäure. . . 22'26 44'64 63'60
Natron.... 11'18 16'25 —
Kali. — — 34-40
99'32 Proc. 99-55 Proc. 98-69 Proc.
Die untersuchten Sorten waren sonnt durchgängig basischer als die, welcheaus den oben angeführten Gemengen erschmolzen werden konnten. Dennoch löstesich das Münchener Wasserglas, zur Trockene verdampft, und schwach geglüht,nicht mehr vollständig in siedendem Wasser auf, und enthielt die, nach längeremSieden erhaltene, Flüssigkeit, ani
durch das Glühen abgeschiedener, unlöslicher Kieselsäure . . 12'47
in Verbindung gebliebener, löslicher Kieselsäure.32-07
Natron.15-98
Wasser. 38'66
99-18 Proc.
Die, diesem Ergebnisse nach, in löslichem Zustande gebliebenen Quanti-täten von Kieselsäure und Natron im geglühten Rückstände der wässerigen Lösung,entsprechen fast genau denen einer Verbindung Na 0.2 8102, doch vermag, nach Lie-legg' s Angabe, das dieser Zusammensetzung entsprechende Silicat, in Lösung in Be-rührung mit ungeglühter Kieselsäure, von solcher weitere Quantitäten aufzunehmen,giebt sie aber, beim Eindampfen und auf dasselbe folgendem Glühen, stets wiederab. Bestätigt wird solches Verhalten kicselsäurereicheren Wasserglases durch dieMittheilungen Scheurer-Kestner's 2 ), daß durch das Zusammenschmelzen vonQuarz und Soda zunächst ein natronarmes Product erzielt werde, welches 74-5 Proc.Kieselsäure und 25'5 Proc. Natron enthaltend, der Formel Na0 3 8102 M,spreche, beim Auflösen und Eindampfen jedoch kieselsäureärmer werde, so daß inder gewöhnlich dargestellten Lösung von 1'16 specif. Gew. (20" B.) in lOOTHln.festen Salzes noch 73'7 bis 72'8 Proc. Kieselsäure, wird dieselbe aber auf dasspecifische Gewicht 1'53 (50" B.) eingedampft, nur noch 71'1 bis 68'5 Proc.Kieselsäure enthalten seien.
Das Erschmelzen des Wasserglases aus einem der angeführten Gemengegeschieht meist, wie das Schmelzen gewöhnlichen Glases, in Häfen, aus denen dasgut durchgeschmolzene Product in Wasser ausgeschöpft wird, doch ist nach Flecks
ss Dingler's Jourii. 153 (1859), 44.
2 ) Polytechn. Centralblatt 1863, 1240, nach Report, äs slnin. appi. 1863, 150.") Dingler's Journal 166 (1862), 361.