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Optisches Glas.
Preises für das Auffinden einer guten Methode der Herstellung solchen optischenGlases; aber trotz des Preises, sowie trotz der zahlreichen und sorgfältigen Ver-suche und Studien der Chemiker Macguer, Faraday, sowie der bedeutendstenGlasindustricllen Frankreichs und Englands, so Roux zu St. Gobin, Alluts zuLangres, d'Artigues, eines der ersten Bleikrystallfabrikanten Frankreichs, sowiedes Engländers Pellat u. a. m. gelang es vorläufig nicht, eine Herstellungs-methode zu finden, die die Erlangung den hochgespannten Forderungen der Op-tiker entsprechenden Flintglases, über die Wechsclfälle des Zufalls erhob.
Ein der Glasfabrikation bis dahin völlig fcrnestehender Schweizer, der Schreinerund Uhrkastcnverfertigcr Guinand aus Brenets bei Ncuchatel, dem, wie jedeKenntniß der Glassabrikation überhaupt, so auch alle Ergebnisse der Forschungenund Versuche Anderer auf dem Specialgebiete der Erzeugung des Flintglasesunbekannt geblieben, gelangte, in dein Streben, ein ihm zufällig in die Händegerathenes achromatisches Fernrohr nachzumachen, nach, trotz anfänglichen Miß-lingens, mit eiserner Consequenz verfolgten Versuchen, durch andauerndes Um-rühren des geschmolzenen Glases dahin, ein Flintglas herzustellen, das alles bis-herige an Reinheit und Homogenität übertraf. Der Ruf seines Glases, dessenHerstcllungsweisc er sorgfältig geheimhielt, verbreitete sich rasch in den bethciligtenKreisen, und, von der durch Utzschneider in München begründeten, unter Ober-leitung von Fraucnhofer nach Benedictbeuren verlegten optischen Anstalthierzu veranlaßt, siedelte Guinand 1805, als Theilnehmer, aus die genannteFabrik über, setzte seine Versuche in Gemeinschaft mit Fraucnhofer, nachdemzunächst sich einstellende zahlreiche Schwierigkeiten glücklich überwunden, mit gutemErfolge fort, und gelangte dahin, glückte die Schmelze auch noch nicht regelmäßig,doch zahlreiche fehlerfreie Flintglaslinsen kleineren Durchmessers anzufertigen,ja sogar das Material zu einer solchen von 22'5 om Durchmesser, die von derSternwarte der Universität Dorpat acquirirt wurde, zu liefern. Bald indeß zogsich Guinand mit einer, gegen das Gelöbniß nicht weiter zu schmelzen, und seinVerfahren geheim zu halten, ihm von Benedictbeuren aus ausgesetzten Pensionabgefunden, in dieHeimath zurück, vermochte aber die Unthätigkeit hier nicht langezu ertragen, nahm eine neue Reihe von Versuchen auf, setzte endlich die Flint-glasfabrikation für eigene Rechnung zu Locle (Canton Neuchätel) fort, und lie-ferte, auch von hier aus gute Objcctivlinsen bis 35 em Durchmesser.
Für die Utzschneider'- und Frauenhofer'sche Anstalt hatte das Aus-scheiden Guinand's keine Folgen, ja unter der sorgfältigen Leitung des neuenThcilnchmcrs derselben, G. Merz', wurde das hier, wie von Guinand, geheimgehaltene Verfahren des Umrührens nach der Schmelze, weiter ausgebildet. DieFabrik, die ausschließlich nur für den Bedarf der eigenen optischen Anstalt schmolz,lieferte neben zahlreichen kleinen, mehrere große Objective von vorzüglicher Güte,so eines von 38 ein Durchmesser an die Sternwarte zu Pulkowa bei St. Peters-burg, und errang durch solche einen wohlverdienten Weltruf.
Verbindungen, die Guinand mit der französischen Regierung angeknüpft,um derselben sein Verfahren zu verkaufen, führten für ihn zu keinem Resultate