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Optisches Glas: Zusammensetzung.
Bereits Faraday machte in seinem oben angeführten Berichte, dem auchseine vorstehende Analyse entnommen, darauf aufmerksam, daß mit dem Bleioxyd-gehalte das Brechungs- und Dispersionsvermögen des Flintglases zunehme. Merzhat hierüber, aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen, neuere Mittheilungengemacht und leitet aus einer Reihe von Schmelzen, in denen das Glas 16 bis68 Procent Bleioxyd enthielt, ab, daß in diesen Gläsern: 1) sowohl Rcsractionals Dispersion im geraden Verhältnisse mit dem Blcigehalte wachse; 2) daßBlei die Dispersion mehr als die Resraction ändere; 3) bei relativ höherenProcentmengen von Blei, die Gläser überhaupt schneller die Eigenschaften höhererResraction und Dispersion erlangten.
Selbst abgesehen davon aber, daß in Merz' Angaben die Veränderung derWerthe für die optischen Eigenschaften keine den Aenderungen der Zusammen-setzung genau entsprechende ist, sowie, daß, wie er das selbst hervorhebt, die Artder Abkühlung des gahrgeschmolzenen Glases höchst wahrscheinlich einen nichtunwesentlichen Einfluß auf das Dispcrsionsvermögen desselben auszuüben nichtermangelt, ist leider eine genauere Berechnung der Daten Merz' schon dadurchunmöglich gemacht, daß er die, nach seiner Angabe, von Werther in Königsbergausgeführten Analysen der besprochenen Gläser mitzutheilen unterlassen hat, diehier um so mehr dringend erforderlich gewesen wären, als, wo, wie im vorliegendenFalle, kleine Zusammcnsetzungsunterschiede von großem Einflüsse sein können,eine aus dem Gemenge berechnete Glaszusammcnsctzung, wird sie auch vonder Phrase: „Diese Sätze fanden auch ihre Bestätigung durch die Analyse^begleitet, einfach werthlos ist. Merz' aphoristischer „Feststellung der optischenEigenschaften eines Bleiglases durch den CälcuO kann daher vorläufig nur einfraglicher, und sehr allgemeiner, Werth zugesprochen werden.
Neben der ihre Herstellung so sehr erschwerenden Eigenschaft, sich im flüssigenZustande zu entmischen, das Hafenmatcrial stark anzugreifen, und hierdurchrampig und wellig zu werden, besitzen die optischen Bleigläser eine fernere, dieebenfalls unliebsam: ihre leichte Angreifbarkeit durch mechanische, wie chemischeAgentien, die auf ihre Zusammensetzung zurückzuführen ist, und mit steigendemBleigehalte der Gläser rasch zunimmt. Wie schon a. a. O. erwähnt, sind alleGläser der Zusammensetzung RO 28102 weich und leicht zersetzbar; solche Zu-sammensetzung erforderte nun für L0 2 kdO 6 8102:
Kieselsäure .... 40'3
Bleioxyd.49'2
Kali.10-5
100-0
Procentgehalte, die, wie ein Vergleich mit denen der oben angeführten, schwerenFlintgläser crgiebt, letzteren sehr nahe kommen. Soll solch leichter Angreifbarkeitder optischen Gläser entgegengearbeitet werden, und es dürfte solches die nächsteAufgabe für dieses Gebiet der Glasfabrikation sein, so ist zunächst der Kiesclsänrc-
ft Polytechn. Centralbl. 1868, 1098, nach Kunst- und Gewerbeblatt für Bayern1868, S. 284.