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Optisches Glas: die Schmelze.
der Cylinder, in nahezu senkrechter Stellung erhalten, in concentrischen Kreisenim Hafen herumgeführt, und hierbei bald tiefer, bald weniger tief eingesenkt wird,begonnen, bei diese»! aber jede Annäherung des Rührapparats an die Hafenwand,oder den Boden, sorgfältig vermieden. Nach Verlauf von etwa 5 Minuten hatsich der eiserne Führungshaken soweit erhitzt, daß, bliebe er länger im Ofen, sichseine Oberfläche, in Berührung mit der umgebenden Luft, stärker zu oxydirenbeginnen würde, und von derselben Abbrandpartikel in die Glasmasse fallenkönnten; um dieses möglichst zu vermeiden, wird daher der erste Haken aus demThoncylinder herausgehoben, ein anderer an seine Stelle gebracht, und mit diesemdas Rühren fortgesetzt. Während der, in beschriebener Weise durchgeführten,circa 20 Almuten in Anspruch nehmenden, ersten Bearbeitung der erschmolzenenMasse, wird ein vier- bis fünfmaliger Wechsel, des vor seiner Einführung in denHafen jedes Mal aufs Sorgfältigste gereinigten eisernen Hakens erforderlich, undda, bei regelrechtem Betriebe, mit ein und demselben Haken stets nahezu dasselbeArbeitsquantum ausgeführt wird, ist es auf Flintglashütten üblich geworden, dieZahl der Haken, mit denen gerührt worden, als Maß für die Bearbeitung desGlases anzugeben; so „rührt man", z. B., bei der ersten Durchmischung desGlases „vier Haken". Ist das erste Rühren beendet, so wird der, stets im Glasebleibende, Thoncylinder wieder in seine gegen den Rand des Halsansatzes gestützte Ruhe-lage gebracht, die Arbeitsöffnung des Hafens geschlossen, und das Glas bei höchsterOfentemperatur etwa 3 Stunden lang sich selbst überlassen. Nach Verlauf dieserZeit beginnt das etwa 18 bis 20 Minuten dauernde Umrühren von Neuem, undwiederholt sich, stets in derselben Weise und in dem gleichen Zcitabstande durch-geführt, ehe das Glas als genügend homogen betrachtet werden kann, während dernächsten 24 Stunden im Ganzen etwa acht bis zehn Male.
Um die letzten Blasen aus dem, seiner Vollendung nunmehr entgegengehendenGlase zu entfernen, wird dasselbe nochmals auf die höchste im Ofen erreichbareTemperatur gebracht, dann auf die Rosten eine dicke Schicht Kohlen aufgeschüttetund diese, um einerseits eine nur niäßige Verbrennung zu unterhalten, andererseitsdas Eintreten kalter Luftströme in das Innere des Ofens zu verhindern, fcstgc-fchlagen, wie solches ja auch in gewöhnlichen Glasöfen mit directer Kohlcnheizungvor der Ausarbeitung, zu geschehen pflegt. Allmälig tritt ein Sinken derOfentemperatur ein, und geht hierbei das Glas langsam aus dem dünnflüssigenin den zähen Zustand über; damit aber, bei diesem Uebergange, nicht eine Ent-mischung der Glasmasse eintrete, wird während der ganzen Zeit, die verläuft, bisdie dünnflüssige Masse einen Grad der Zähigkeit erlangt, der die bei der Abküh-lung des Hafens in der Mitte derselben auf-, an den Wänden absteigende Bewe-gung des Inhaltes hemmt, das Glas ununterbrochen fortgerührt, und zwar ineinem Tempo, das mit zunehmender Dickflüssigkeit sich verlangsamt. In 2'5 bis3 Stunden ist der Hafeninhalt meist so weit zähe geworden, daß das Umrührendesselben nur noch mit bedeutendem Kraftaufwande möglich und eine Bewegunginnerhalb der Masse, veranlaßt durch das verschiedene specifische Gewicht heißererund abgekühlterer Schichten, nicht mehr stattfinden kann. Es wird dann derRührapparat aus dem Hafen entfernt, und die Arbeitsöffnung des letzteren ge-schlossen, Mit dem Eintritt des zähflüssigen Zustandes beginnt nun aber für das